Legislaturindikator: Impact der wissenschaftlichen Publikationen der Schweiz


Auszug aus dem Legislaturziel 5: Die Schweiz hat sich durch ihre führende Stellung in den Bereichen Bildung, Forschung und Innovation (BFI) international einen Namen als wettbewerbsfähiger Denk- und Werkplatz gemacht. Das Ziel des Bundesrates ist es, diesen Spitzenplatz auch vor dem Hintergrund eines zunehmenden internationalen Konkurrenzdrucks und schnelllebiger Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung zu erhalten.

Bedeutung des Indikators: Forschung, Entwicklung und Technologie gelten als bedeutende Motoren der Innovationstätigkeit und fördern die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft. Das wichtigste Mittel zur Verbreitung des durch wissenschaftliche Forschung gewonnenen Wissens ist die Publikation von Artikeln in wissenschaftlichen Zeitschriften. Die Wirkung dieser Publikationen („Impact“) wird anhand der Anzahl Zitierungen durch andere Forschende gemessen. Damit lässt sich die Stellung eines Landes im weltweiten Vergleich oder in einem bestimmten Forschungsbereich ermitteln. Es steht also nicht das Publikationsaufkommen im Vordergrund, sondern die Wirkung dieser Publikationen im internationalen Vergleich.
Der Indikator zeigt den Impact der schweizerischen wissenschaftlichen Publikationen im internationalen Vergleich.

Quantifizierbares ZielDie Schweiz bleibt in Wissenschaft, Forschung und Innovation unter den führenden Nationen.

Kommentar

Der Impact der schweizerischen wissenschaftlichen Publikationen ist relativ stabil und liegt über dem weltweiten Mittelwert. Im Zeitraum zwischen 2014 und 2018 lag die Schweiz um 25 Punkte über dem weltweiten Mittelwert und befand sich auf der Weltrangliste über sämtliche wissenschaftliche Publikationen hinter den Niederlanden und Grossbritannien auf Platz 3.

Die Schweiz brachte im Zeitraum 2014-2018 insgesamt 295 000 Publikationen hervor, was einem weltweiten Publikationsaufkommen von 1,1% entspricht. Wird hingegen die Anzahl der Publikationen pro Einwohnerin bzw. Einwohner gewichtet, so zählte die Schweiz zu den produktivsten Ländern: Mit 7056 Publikationen pro Jahr auf eine Million Einwohnerinnen und Einwohner belegte sie den ersten Platz, gefolgt von Dänemark, Australien, Norwegen und Finnland. Die USA, das Land mit dem höchsten Publikationsaufkommen weltweit (20,9%), platzierte sich auf dem 17. Rang.

Der Impact der Schweizer Publikationen liegt in allen Forschungsbereichen deutlich über dem weltweiten Mittel. Die grössten Unterschiede (+ 20 bis 30 Punkte) treten in den Bereichen «Technische und Ingenieurwissenschaften, Informatik», «Landwirtschaft, Biologie und Umweltwissenschaften», «Physik, Chemie, Erdwissenschaften», «Life Sciences» und «klinische Medizin» auf, gefolgt von den Bereichen «Sozial- und Verhaltenswissenschaften» (+ 13 Punkte) und «Geisteswissenschaften und Kunst» (+ 9 Punkte).

Die Schweizer Forschenden sind international vernetzt. Von den mit anderen Institutionen realisierten Publikationen wurden 84% im Zeitraum 2014-2018 mit internationalen Partnern verfasst. Dieser Anteil ist im betrachteten Zeitraum insgesamt gestiegen. Die Schweiz platzierte sich in den letzten Jahren im internationalen Vergleich jeweils auf den ersten Rängen. Der europäische Raum war im Zeitraum 2014-2018 der wichtigste Forschungspartner der Schweiz, wobei die Publikationen am häufigsten mit den Nachbarländern Italien, Deutschland und Frankreich verfasst wurden. Ausserhalb des europäischen Raums sind die Vereinigten Staaten der wichtigste Partner der Schweiz.


Tabellen

Methodologie

Der Index zum Impact der wissenschaftlichen Publikationen basiert auf den Datensammlungen der Firma Clarivate Analytics und setzt sich aus dem Science Citation Index Expanded (SCIE), dem Social Science Citation Index Expanded (SSCIE), dem Arts & Humanities Citation Index (A&HCI) und dem Emerging Sources Citation Index zusammen. Diese Datensammlungen enthalten die bibliografischen Angaben zu den aufgrund einer Peer-Review publizierten Artikeln in rund 24 000 von Clarivate Analytics ausgewählten, meist international beachteten wissenschaftlichen Zeitschriften. Die Auswahl der berücksichtigten Zeitschriften wird von Clarivate Analytics durch einen Evaluationsprozess getroffen. Artikel, die in diesen Datensammlungen nicht vorkommen (wie auch die in Zeitschriften für eine breite Leserschaft publizierten Artikel, Bücher und Vorträge), bleiben bei der bibliometrischen Analyse unberücksichtigt.

Für die Messung des „Impacts“ der Publikationen wird ein relativer Zitationsindex verwendet. Die absolute Anzahl Zitierungen wird nicht als solche dargestellt, da sie vom Publikationsaufkommen und vom Forschungsbereich abhängt. Für die Berechnung des relativen Zitationsindex wird die Anzahl Zitierungen einer Publikation mit dem weltweiten Mittel der Zitierungen des betreffenden Forschungsbereichs gewichtet. Der so berechnete Indikator wird anschliessend auf einer Skala zwischen 0 und 200 eingeordnet, wobei 100 den weltweiten Mittelwert darstellt.

Basierend auf den jährlichen Datensammlungen von Clarivate Analytics führt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) alle zwei Jahre eine bibliometrische Analyse der schweizerischen Publikationen durch und publiziert diese in einem Bericht.

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Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

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