Legislaturindikator: Erwerbsquote der Frauen


Auszug aus dem Legislaturziel 3: Der Bundesrat ist bestrebt, den negativen Auswirkungen des Strukturwandels mittels Förderung des inländischen Arbeitskräftepotenzials zu begegnen, namentlich durch Weiterbildungs- und Umschulungsinitiativen für Erwerbstätige, durch die Umsetzung der Gleichstellung von Mann und Frau und durch eine bessere Integration der arbeitslosen Personen.

Bedeutung des Indikators: Um das in der Schweiz vorhandene Arbeitskräftepotential ausschöpfen zu können, ist eine stärkere Einbindung der Frauen in den Arbeitsmarkt von zentraler Bedeutung. Dadurch kann nicht genutztes Humankapital aktiviert und produktiv eingesetzt werden.
Der Indikator zeigt die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen im zweiten Quartal eines Jahres. Um der Teilzeitbeschäftigung Rechnung zu tragen, weist der Indikator die Erwerbsquote der Frauen in Vollzeitäquivalenten aus. Der Indikator bildet die Integration der Frauen im Arbeitsmarkt ab und zeigt, inwieweit Frauen Teil des Arbeitsangebots sind.

Quantifizierbares Ziel: Das inländische Arbeitskräftepotenzial wird besser ausgeschöpft. Die Erwerbsquote der Frauen erhöht sich, und das Durchschnittsalter beim Austritt aus dem Arbeitsmarkt steigt an.

Kommentar

Die Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen, ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten, hat seit Ende der 1990er-Jahre insgesamt zugenommen. Im zweiten Quartal 2020 betrug sie 58,5%. Dabei besteht ein leichter Unterschied zwischen Ausländerinnen und Schweizerinnen, wobei die Erwerbsquote der Schweizerinnen tiefer liegt. Die Erwerbsquote in Vollzeitäquivalenten der Männer lag im zweiten Quartal 2020 mit 85,1% höher als jene der Frauen.

Wird die Erwerbsquote nicht in Vollzeitäquivalenten ausgewiesen, so ist sie für Frauen (78,4%) wie auch für Männer (87,5%) höher. Hierbei fällt der Unterschied für Frauen grösser aus als für Männer. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass Frauen im Vergleich zu Männern häufiger teilzeitbeschäftigt sind.

Die Anwesenheit von Kindern im Haushalt bedeutet für Frauen oft eine Unterbrechung oder eine signifikante Verringerung des Pensums. 2019 betrug die Erwerbsquote der Frauen, die in einem Haushalt mit mindestens einem Kind unter 7 Jahren lebten, in Vollzeitäquivalenten ausgedrückt 44,7%. In Haushalten, in denen das jüngste Kind zwischen 7 und 14 Jahre alt war, lag dieser Wert bei 56,7%, während er bei denjenigen ohne Kinder unter 15 Jahren 64% betrug. Die Erwerbsquote der Frauen steigt also tendenziell mit zunehmendem Alter der Kinder an.

Die Erwerbsquote der Frauen in Vollzeitäquivalenten steigt tendenziell auch mit dem Bildungsniveau an. 2019 wiesen die Frauen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe in der Regel eine höhere Erwerbsquote auf (69,3%) als diejenigen mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II (57,8%) oder ohne nachobligatorische Ausbildung (47,0%).


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Nettoerwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Frauen in Vollzeitäquivalenten in der ständigen Wohnbevölkerung (Anzahl Erwerbstätige und Erwerbslose gemäss ILO, in Prozenten der ständigen Wohnbevölkerung), jeweils im zweiten Quartal eines Jahres. Für die Umrechnung in Vollzeitäquivalente wird bei den Erwerbslosen der gewünschte bzw. gesuchte Beschäftigungsgrad berücksichtigt.

Die Erwerbsquote wird vom Bundesamt für Statistik (BFS) im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) vierteljährlich (bis 2009 jährlich im 2. Quartal) berechnet und publiziert. Aufgrund einer Revision der Gewichtung der SAKE ist 2010 ein Bruch in der Zeitreihe zu verzeichnen.

Definitionen

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/erwerbsquote-frauen.html