Legislaturindikator: Endenergieverbrauch pro Kopf


Auszug aus dem Legislaturziel 8: Der Druck auf die natürlichen Ressourcen nimmt aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums weiter zu. […] Damit die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten bleiben, sollen sie nachhaltig und schonend genutzt und wo erforderlich ausreichend und umfassend geschützt werden.

Bedeutung des Indikators: Der Energieverbrauch trägt zur Nutzung natürlicher Ressourcen und damit verbunden zur Umweltbelastung bei. Er wird kurzfristig durch Konjunkturlage und Witterung beeinflusst, längerfristig sind insbesondere Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie technologische und politische Rahmenbedingungen wichtige Einflussfaktoren.
Der Indikator zeigt den durchschnittlichen Energieverbrauch der Schweiz pro Person. Der Endenergieverbrauch beinhaltet dabei die Verbrauchergruppen Haushalte, Industrie, Dienstleistungen und Verkehr.

Quantifizierbares Ziel: Beim durchschnittlichen Energieverbrauch pro Person und Jahr ist gegenüber dem Stand im Jahr 2000 eine Senkung um 16 Prozent bis zum Jahr 2020 anzustreben.

Kommentar

Der Endenergieverbrauch pro Person ist seit 1990 tendenziell rückläufig. Im Jahr 2018 betrug der Energieverbrauch der Schweizer Bevölkerung gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven (vgl. Hinweis unten) 87,4 Gigajoule pro Person. Diese Abnahme folgt daraus, dass die Bevölkerung zwischen 1990 und 2018 um 26,8% gewachsen ist, während der Energieverbrauch im gleichen Zeitraum um 0,2% abgenommen hat. Die jährlichen Schwankungen des Endenergieverbrauchs im zeitlichen Verlauf sind hauptsächlich auf die Witterung zurückzuführen.

In absoluten Zahlen belief sich der Endenergieverbrauch der Schweiz gemäss Gesamtenergiestatistik (vgl. Hinweis unten) im Jahr 2018 auf 830 880 Terajoule. Seiner Entwicklung liegen verbrauchssteigernde Effekte wie beispielsweise Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum zugrunde, gleichzeitig wird sie unter anderem durch verbrauchsmildernde technologische Entwicklungen und politische Massnahmen beeinflusst.

Von diesen Faktoren hängt auch die Energieintensität der Schweizer Wirtschaft ab, ausgedrückt durch das Verhältnis von Endenergieverbrauch zu Wirtschaftsleistung. Die Energieintensität hat im Verlauf der Zeit abgenommen: Im Jahr 1990 wurden für einen Franken des Bruttoinlandprodukts 1,8 Megajoule an Endenergie benötigt, 2018 waren es noch 1,2 Megajoule pro Franken. Die Wirtschaft ist also stärker gewachsen als der Endenergieverbrauch. Die Entwicklung der Energieintensität wird auch durch strukturelle Veränderungen der Wirtschaft beeinflusst.

Die Verbrennung fossiler Treib- und Brennstoffe ist mit Schadstoff- und Treibhausgasemissionen verbunden. Zur Eindämmung der ökologischen Auswirkungen des Energiekonsums können erneuerbare Energien beitragen: Ihr Anteil am Endenergieverbrauch ist seit 1990 angestiegen und betrug im Jahr 2018 23,3%. Zu den erneuerbaren Energien gehören einerseits die klassischen Energieträger Wasserkraft und Holz, andererseits die neuen erneuerbaren Energiequellen Wind, Sonne, Biotreibstoffe, Biogas, Umweltwärme sowie erneuerbare Anteile aus Abfällen und Abwasser.

Hinweis: Gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven, welche Basis für die Richtwerte im Energiegesetz bilden, werden vom Endenergieverbrauch die statistische Differenz inklusive Landwirtschaft, der internationale Flugverkehr sowie der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas abgezogen. In der Gesamtenergiestatistik sind diese Komponenten hingegen enthalten.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den jährlichen Verbrauch an Endenergie pro Person der mittleren ständigen Wohnbevölkerung gemäss Abgrenzung der Energieperspektiven.

Die Daten zum Endenergieverbrauch stammen aus der Gesamtenergiestatistik des Bundesamtes für Energie (BFE). Für die Berechnung des Indikators werden vom Endenergieverbrauch die statistische Differenz inkl. Landwirtschaft, der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas und unter Verwendung des Treibhausgasinventars des BAFU der internationale Flugverkehr abgezogen. Damit folgt der Indikator derselben Abgrenzung wie die im Energiegesetz formulierten Richtwerte.

Für die mittlere ständige Wohnbevölkerung werden die Daten der Statistik des jährlichen Bevölkerungsstandes (ESPOP bis 2009) sowie jene der Statistik der Bevölkerung und der Haushalte (STATPOP ab 2010) des Bundesamts für Statistik (BFS) verwendet. Diese Statistiken werden jährlich publiziert.

Für die Betrachtung des absoluten Endenergieverbrauchs sowie für die Berechnung der Energieintensität und des Anteils erneuerbarer Energien folgt die Abgrenzung des Endenergieverbrauchs der Gesamtenergiestatistik des BFE: Die statistische Differenz inkl. Landwirtschaft, der internationale Flugverkehr sowie der Gasverbrauch für den Betrieb der Kompressoren der Transitleitung für Erdgas sind darin enthalten.

Definitionen

Endenergie
Unter Endenergie versteht man die vom Konsumenten für einen bestimmten Nutzen eingekaufte bzw. selbst produzierte Energie, wie zum Beispiel Strom für Licht oder Benzin für Autos. Mit der Endenergie wird die letzte Stufe des Handels erfasst. Im Gegensatz zur Bruttoenergie sind hier die Übertragungs- und Verteilverluste, der Eigenverbrauch des Energiesektors, die in den Schweizer Raffinerien erzeugten nicht energetischen Erdölprodukte (Bitumen, Schmiermittel etc.) sowie die Produkte, welche für die Elektrizitäts- und Fernwärmeerzeugung benötigt werden, bereits abgezogen.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/endenergieverbrauch.html