Legislaturindikator: Ackerfläche und Fläche mit Dauerkulturen


Auszug aus dem Legislaturziel 8: Natürliche Ressourcen – wie beispielsweise Wasser, Boden, Luft, Wald, erneuerbare und nicht erneuerbare Rohstoffe – sowie auch die biologische und landschaftliche Vielfalt und ein stabiles Klima sind Kernelemente für das menschliche Wohlbefinden und Grundlage für die Wirtschaft. Der Druck auf die natürlichen Ressourcen nimmt aufgrund des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums weiter zu. […] Damit die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten bleiben, sollen sie nachhaltig und schonend genutzt und wo erforderlich ausreichend und umfassend geschützt werden.

Bedeutung des Indikators: Der Boden ist für Menschen, Tiere und Pflanzen unverzichtbare Lebensgrundlage und eine begrenzte, nicht erneuerbare Ressource. Besonders in einem flächenmässig kleinen Land wie der Schweiz, wo die nutzbaren Böden aufgrund der topografischen Bedingungen knapp sind, ist ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Boden unerlässlich. Dies gilt auch für die Landwirtschaftsflächen, die eine wesentliche Voraussetzung für die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sind.
Der Indikator weist die Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen in Tausend Hektaren aus. Diese Flächen werden von der Landwirtschaft zum Beispiel für den Anbau von Getreide, Gemüse, Obst oder Reben benutzt.

Quantifizierbares Ziel: Die Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen stabilisieren sich auf dem Mittelwert von 2012–2014.

Kommentar

Die Ackerfläche hat zwischen 1996 und 2018 um rund 5,3% abgenommen. 2018 betrug sie 398 139 Hektaren, davon dienten 69% als offene Ackerfläche und 31% als Kunstwiesen. Auf mehr als der Hälfte des offenen Ackerlandes wurde Getreide (143 634 Hektaren) angebaut, hauptsächlich Weizen.

Dauerkulturen wie zum Beispiel Reben oder Obst wurden 2018 auf einer Fläche von 24 218 Hektaren angebaut. Im Vergleich zu 1996 hat die Fläche der Dauerkulturen um rund 4% zugenommen. 2018 wurden auf 56% der Fläche Reben angebaut, auf 29% Obstanlagen und auf 15% übrige Dauerkulturen wie zum Beispiel Christbäume, Baumschul- und Zierpflanzen.

Die Ackerfläche und die Dauerkulturen stellten 2018 mit einer Fläche von 0,42 Millionen Hektaren 40% der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche von rund 1,04 Millionen Hektaren dar. Diese verkleinerte sich seit 1996 um 3,5%.

Rückgänge der Landwirtschaftsflächen sind mehrheitlich eine Folge der Ausdehnung der Siedlungsflächen. Zwischen 1985 und 2009 wurden zwei Drittel der verschwundenen Landwirtschaftsflächen (gemäss Arealstatistik) zu Siedlungsflächen umgewandelt. Dieser Vorgang war besonders ausgeprägt im Mittelland. Auch an der Alpennordflanke und in den westlichen Zentralalpen (Wallis) war der Verlust an Landwirtschaftsflächen in erster Linie eine Folge des Siedlungsflächenwachstums. Einzig in den östlichen Zentralalpen und an der Alpensüdflanke waren es mehrheitlich bestockte Flächen, die an die Stelle von Landwirtschaftsflächen traten.


Tabellen

Methodologie

Die Ackerfläche und die Fläche mit Dauerkulturen werden in Tausend Hektaren ausgewiesen.

Als Ackerfläche gilt die Fläche, welche in eine Fruchtfolge einbezogen ist. Sie setzt sich aus der offenen Ackerfläche und den Kunstwiesen zusammen. Als offene Ackerfläche gilt die Fläche, auf der einjährige Acker-, Gemüse- und Beerenkulturen sowie einjährige Gewürz- und Medizinalpflanzen angebaut werden. Buntbrachen und Rotationsbrachen gehören ebenfalls zur offenen Ackerfläche. Kunstwiesen sind angesäte Wiesen, die innerhalb einer Fruchtfolge während mindestens einer Vegetationsperiode bewirtschaftet werden.

Dauerkulturen sind Kulturen, die mehrere Vegetationsperioden überdauern. Dazu gehören Reben, Obstanlagen, mehrjährige Beeren- und Gemüsekulturen, Hopfen, mehrjährige Gewürz- und Medizinalpflanzen, gärtnerische Freilandkulturen wie Baumschulen und Forstgärten, gepflegte Selven von Edelkastanien und Nussbäume, sowie mehrjährige Kulturen wie Christbäume und Chinaschilf.

Die Ackerfläche und die Dauerkulturen werden im Rahmen der Landwirtschaftlichen Strukturerhebung erfasst. Diese wird jährlich vom Bundesamt für Statistik (BFS) in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und den kantonalen Landwirtschaftsämtern durchgeführt.

Definitionen

Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN)
Verwendete Fläche für die Pflanzenproduktion ausser Sömmerungsflächen und Wälder.

Quellen

Erhebung

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/monitoring-legislaturplanung/alle-indikatoren/leitline-1-wohlstand/ackerflaeche-dauerkulturen.html