MONET 2030: Armutsquote


SDG 1: Armut in allen ihren Formen und überall beenden 

Schweizer Unterziel 1.2: Die Armut in der Schweiz nimmt längerfristig ab.

Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, die unter der Armutsgrenze leben. Diese Grenze orientiert sich an einem sozialen Existenzminimum, das den einzelnen Menschen ermöglichen soll, die für ein gesellschaftlich integriertes Leben notwendigen Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Eine Abnahme der Armutsquote stellt ein wichtiges Anliegen der nachhaltigen Entwicklung dar.

Lesehilfe
Mit diesem Indikator wird die Einkommensarmut berechnet. Da das Vermögen nicht berücksichtigt wird, kann das abgebildete Mass an Armut, insbesondere bei den Betagten, verzerrt sein.

Internationaler Vergleich
Die von Eurostat und der OECD publizierten Indikatoren der Einkommensarmut basieren auf dem Konzept der relativen Armut und können daher nicht mit dem vorliegenden Indikator (der auf dem absoluten Konzept basiert) verglichen werden.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der in Armut lebenden Personen an der gesamten Bevölkerung in Privathaushalten (Armutsquote). Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Einkommen (ohne Berücksichtigung der fiktiven Miete) unter der Armutsgrenze liegt (absolutes Konzept).
2016 lag die Armutsgrenze durchschnittlich bei 2247 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt und bei 3981 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Da die Armutsquote anhand einer Bevölkerungsstichprobe berechnet wird, ist ihr Wert einer gewissen Fehlermarge ausgesetzt. Für diese Daten wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.
 

Definitionen

Armutsquote
Die Armutsquote entspricht dem prozentualen Anteil der armen Personen an der gesamten Bevölkerung. Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Haushaltseinkommen unter der Armutsgrenze liegt.

Armutsgrenze
Die so genannte «absolute» Armut bezieht sich auf eine Schwelle, unterhalb derer die Menschen als arm bezeichnet werden. Zur Messung der Armut in der Schweiz verwendet das BFS eine Armutsgrenze, die auf einem sozialen Existenzminimum basiert, das gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bestimmt wird. Dieses Minimum umfasst einen Grundbedarf (Nahrung, Kleider, Pflege, Fahrkosten, Ausgaben für Freizeit usw.), die Wohnkosten sowie einen Betrag von 100 Franken pro Monat und Person ab 16 Jahren für «weitere Ausgaben». Abgeleitet aus diesen Komponenten wird für jeden Haushalt eine Armutsgrenze bestimmt.

Armutslücke
Die mediane Armutslücke misst den medianen Abstand der verfügbaren Haushaltseinkommen der armen Bevölkerung zur Armutsgrenze und gibt dadurch an, wie stark die arme Bevölkerung von Armut betroffen ist. Die Armutslücke wird grösser, wenn sich die Einkommen der Armen weiter von der Armutsgrenze entfernen. Sie wird in Prozenten der Armutsgrenze ausgedrückt.

Quellen

Unterziele

Schweizer Unterziel 1.2: Die Armut in der Schweiz nimmt längerfristig ab.

Internationales Unterziel 1.2: Bis 2030 den Anteil der Männer, Frauen und Kinder jeden Alters, die in Armut in all ihren Dimensionen nach der jeweiligen nationalen Definition leben, mindestens um die Hälfte senken.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monitoring-ziele-agenda-2030/schluesselindikatoren/armutsquote.html