MONET – Wohnkosten


Bedeutung des Indikators

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dass die Bevölkerung ihre Grundbedürfnisse erfüllen kann und bei der Deckung der darüber hinausgehenden materiellen und immateriellen Bedürfnisse über einen angemessenen Spielraum verfügt (Prinzip 2a). Wohnen ist ein Grundbedürfnis und hat einen massgeblichen Einfluss darauf, wie viel Geld für die Deckung der anderen Bedürfnisse übrig bleibt – dies insbesondere bei Haushalten mit tiefem Einkommen. Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, muss der Wohnkostenanteil im Budget der einkommensschwächsten Haushalte abnehmen.

Der Indikator zeigt den Anteil der Wohnkosten am Bruttohaushaltseinkommen, nach Einkommensklassen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 2a Bedürfnisdeckung, 2c Armutsbekämpfung, 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit.

Kommentar

Der Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen hat sich für die einkommensschwächsten Haushalte seit 1998 erhöht. 2012/14 betrug der Wohnkostenanteil für diese Haushalte 31%, während er sich für die einkommensstärksten Haushalte auf nur 10% belief. Die Wohnkosten stehen bei den Konsumausgaben an erster Stelle und können somit für einkommensschwache Haushalte mitunter Einschränkungen in wichtigen anderen Lebensbereichen zur Folge haben.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund eines Bruchs in der Zeitreihe wird für die Veränderung in % nur die Zeitreihe ab 2006/08 berücksichtigt. Diese Berechnung erfolgt anhand des 1. Quintils der Einkommensgruppen (20% einkommensschwächste Haushalte).


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Wohnkosten (inkl. Nebenkosten) am Bruttoeinkommen, nach Einkommensklassen (vor der Periode 2006–2008 am verfügbaren Einkommen, nach Einkommensklasse).

Die Daten stammen aus der Haushaltsbudgeterhebung (HABE) des Bundesamts für Statistik. Die HABE erfasst detaillierte Angaben zu Einkommen und Verbrauch der privaten Haushalte. Die Daten ab 2006/08 sind wegen Änderungen der Definitionen und der Berechnung der Wohnkosten nicht direkt vergleichbar mit den Vorjahreswerten.  

Internationale Vergleichbarkeit

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Publikationen

Definitionen

Bruttohaushaltseinkommen
Das Bruttohaushaltseinkommen fasst die Einkommen sämtlicher Mitglieder eines Privathaushalts zusammen. Dazu gehören die Bruttolöhne (vor den Sozialabzügen), die Einkommen aus selbständiger Erwerbstätigkeit, die Renten, die Zinsen, die Überweisungen von anderen Haushalten, die Naturalbezüge aus dem eigenen Betrieb, die Naturalleistungen des Arbeitgebers, die Produkte aus dem eigenen Garten usw.

Verfügbares Einkommen
Das verfügbare Einkommen wird berechnet, indem man vom Bruttoeinkommen die obligatorischen Ausgaben abzieht. Dabei handelt es sich um Auslagen wie die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV-Beiträge, beruftliche Vorsorge usw.), die Steuern, die Krankenkassenprämien (Grundversicherung) und die regelmässigen Transferzahlungen an andere Haushalte (z.B. Alimente).

Wohnkosten
Die Wohnkosten beziehen sich auf den Erstwohnsitz und umfassen: Mietzins bzw. Hypothekarzins, Nebenkosten für Heizung/Energie, Kehricht- und Abwassergebühren, Wasserzins sowie laufende Unterhaltkosten. Genossenschafts- und Dienstwohnungen werden auch berücksichtigt.

Einkommensklassen
Die Stichprobe ist in fünf Einkommenskategorien geteilt. Für jede Kategorie wird das Medianeinkommen angegeben.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/indikatoren/wohnkosten.html