MONET – Berufliche Stellung nach Geschlecht


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltige Entwicklung ist es wichtig, dass niemand aufgrund äusserer oder innerer Eigenschaften diskriminiert wird (Prinzip 4a) und jedes Mitglied der Gesellschaft dieselben Rechte und Chancen hat (Prinzip 4b). Die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist ein wichtiges Element dieser Prinzipien. Alle sollen auf dem Arbeitsmarkt eine berufliche Karriere anstreben und ihrpersönliches Potenzial entfalten können. Im Hinblick auf den Erhalt der ökonomischen Leistungsfähigkeit (Prinzip 10a) ist es zudem wünschenswert, dass die Erwerbstätigen einer ihrer Ausbildung und ihren Kompetenzen entsprechenden Beschäftigung nachgehen (Prinzip 13). Um Nachhaltige Entwicklung zu fördern, müssen die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die berufliche Stellung abnehmen.

Der Indikator gibt Auskunft über den Anteil der Arbeitnehmerinnen und jenen der Arbeitnehmer in Unternehmensleitungen oder mit leitender Funktion an allen Arbeitnehmenden.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4a Diskriminierungsverbot, 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 13 Sinnstiftende und existenzsichernde Beschäftigung.

Kommentar

Seit 2011 hat die Differenz zwischen dem Anteil der Frauen und jenem der Männer in Unternehmensleitungen oder mit leitender Funktion abgenommen. 2017 waren die Frauen weniger häufig in einer leitenden Funktion tätig (24,5%) als die Männer (41,1%). Diese Differenz zeigt, dass in der Schweiz die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt noch nicht verwirklicht ist. Auch wenn nur Personen mit gleichem Bildungsstand betrachtet werden, bleibt die Differenz zwischen den Geschlechtern bestehen. Diese lässt sich zum Teil durch die vorherrschende Arbeitskultur in Führungskreisen erklären, die oft die beruflichen vor alle anderen Verpflichtungen stellt. Ein Teil dieser Ungleichheit ist jedoch statistisch nicht erklärbar.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der Veränderung in % anhand des Unterschieds zwischen Frauen und Männern.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmensleitungen oder mit leitender Funktion an allen Arbeitnehmenden, getrennt nach Geschlecht. Selbständige, mitarbeitende Familienmitglieder und Lernende werden nicht berücksichtigt. Die Daten stammen aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamts für Statistik.

Die SAKE wird seit 1991 durchgeführt und liefert Angaben zur Erwerbsstruktur und dem Erwerbsverhalten der Bevölkerung.
1996 wurde der Fragebogen überarbeitet: Die Frage «Sind Sie in Ihrer Tätigkeit Mitglied von der Geschäftsleitung oder haben Sie einen Posten mit ähnlicher Verantwortung?» wurde bis 1995 nur Arbeitnehmenden mit Vorgesetztenfunktion gestellt, ab 1996 allen Arbeitnehmenden. Deshalb sind die Resultate vor und nach 1996 nicht direkt miteinander vergleichbar.

Seit 2010 erfolgt die SAKE vierteljährlich und die Frage nach der beruflichen Stellung wurde umformuliert. Neu werden nur noch Mitglieder der Direktion oder der Geschäftsleitung zur Kategorie «Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Unternehmensleitung» gezählt, jedoch nicht mehr Personen mit ähnlich verantwortungsvoller Stelle. Obwohl die Umformulierung Anfang 2010 eingeführt wurde, ist diese erst ab dem 1. Quartal 2011 für die gesamte Stichprobe gültig. Aufgrund dieser Änderungen im Fragebogen und der damit zusammenhängenden eingeschränkten Vergleichbarkeit über die Zeit werden im Indikator nur die Daten ab 2011 dargestellt.

Internationale Vergleichbarkeit

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Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/dimension-gleichstellung/berufliche-stellung.html