MONET – Umweltbezogene Steuern


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung soll der Staat bei Marktversagen dort korrigierend eingreifen, wo die Preise der Güter und Dienstleistungen die Knappheit der natürlichen Ressourcen und die Umweltverschmutzung ungenügend widerspiegeln (Prinzipien 9a und 9b). Hierfür soll er in erster Linie marktwirtschaftliche Instrumente verwenden (Prinzip 9c). Durch eine Verteuerung der umweltschädlichen Güter und Dienstleistungen – gemäss dem «Verursacherprinzip» – kann eine Ökologisierung des Steuersystems herbeigeführt werden. Gleichzeitig sollen das Wachstum und die Beschäftigung mit einer Entlastung der Besteuerung der Arbeit gefördert werden. Eine Abnahme des Verhältnisses zwischen den Einnahmen aus der Besteuerung der Arbeit und den Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern entspricht einer relativen Zunahme der umweltbezogenen Steuern im Vergleich zur Besteuerung der Arbeit und stellt somit einen Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung dar.

Der Indikator zeigt das Verhältnis zwischen den Einnahmen aus der Besteuerung der Arbeit und den Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 9a Markt als Wirtschaftsordnung, 9b Kostenwahrheit und Verursacherprinzip, 9c Systemkonforme Markteingriffe.

Kommentar

Das Verhältnis zwischen der Besteuerung der Arbeit und den umweltbezogenen Steuern hat sich im Beobachtungszeitraum kaum verändert. 2017 waren die Einnahmen aus der Besteuerung der Arbeit 8,9-mal höher als jene aus den umweltbezogenen Steuern.

Die Einnahmen aus den umweltbezogenen Steuern gingen im gleichen Jahr zu knapp 57% aus Energiesteuern, zu knapp 41% aus Transportsteuern und zu mehr als 2% aus Emissionssteuern hervor. Von den Gesamteinnahmen aus den umweltbezogenen Steuern im Jahr 2016 stammten 4,6 Milliarden Franken von der Wirtschaft, 5,5 Milliarden von den Haushalten und 1,3 Milliarden von Haushalten und Unternehmen, die nicht in der Schweiz ansässig sind.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator entspricht dem Verhältnis zwischen den Einnahmen aus der Besteuerung der Arbeit und den Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern. Er zeigt, wie sich die beiden relativ zueinander entwickelt haben. Die Daten stammen von den monetären Umweltkonten und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die vom Bundesamt für Statistik erstellt werden.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator des Verhältnisses zwischen der Besteuerung der Arbeit und den umweltbezogenen Steuern wird auch als Indikator der Nachhaltigen Entwicklung von Eurostat verwendet. Aufgrund der unterschiedlichen Steuerpraktiken ist es jedoch heikel, die Steuersysteme verschiedener Länder miteinander zu vergleichen.

Definitionen

Besteuerung der Arbeit
Gemäss Eurostat wird die Besteuerung der Arbeit definiert als sämtliche Lohn- und Einkommenssteuern, Lohnnebenkosten und Sozialversicherungsbeiträge der Beschäftigten und Arbeitgeber, die vom Arbeitseinkommen (der beschäftigten wie auch der nicht beschäftigten Personen) erhoben werden.

Umweltbezogene Steuern
Eine Steuer ist eine zwingende Zahlung an den Staat ohne individuelle Gegenleistung – im Gegensatz zu einer Gebühr, bei der die individuelle Gegenleistung beispielsweise die Abfall- oder Abwasserentsorgung ist. Umweltbezogen sind Steuern, wenn das Steuerobjekt als physische Einheit nachweislich negative Auswirkungen auf die Umwelt hat (zum Beispiel Treibstoffe). Unerheblich ist dabei, ob die Steuer im Hinblick auf die Erreichung eines Umweltziels, auf eine Verwendung der Einnahmen für Umwelt- oder sonstige Anliegen eingeführt wurde. Die Mehrwertsteuer ist nicht berücksichtigt.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/wirtschaftssystem/umweltbezogene-steuern.html