MONET – Arbeitsproduktivität


Bedeutung des Indikators

Die Erhaltung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für die Nachhaltige Entwicklung (Prinzip 10a). Dazu gehört, dass mit einem bestimmten Einsatz von Kapital, Umweltressourcen, technologischem Wissen und Arbeit möglichst viel produziert werden kann. Die Arbeitsproduktivität misst die Effizienz, mit der die Arbeitskräfte im Produktionsprozess eingesetzt werden. Wenn ein Land seine Arbeitsproduktivität überdurchschnittlich zu steigern vermag, erhöht sich dessen Wettbewerbsfähigkeit. Im Sinne der nachhaltigen Entwicklung wird daher eine Steigerung der Arbeitsproduktivität angestrebt.

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Produktivität nach tatsächlich Arbeitsstunden in Bezug auf das Referenzjahr 2010 (Index 1991 = 100). Die Arbeitsproduktivität drückt das Verhältnis zwischen der Bruttowertschöpfung und den tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden aus.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Kommentar

Zwischen 1991 und 2017 hat sich die Produktivität nach geleisteten Arbeitsstunden um 32,2% erhöht, was einem durchschnittlichen jährlichen Zuwachs von 1,1% entspricht. Seit 2007 hat sich das Produktivitätswachstum jedoch verlangsamt.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Produktivität nach tatsächlichen Arbeitsstunden (Verhältnis zwischen der Bruttowertschöpfung zu Preisen des Vorjahres und den tatsächlichen Arbeitsstunden). Die Entwicklung wird in einem Index dargestellt (1991 = 100). Die Daten zur Arbeitsproduktivität werden im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung jährlich vom BFS publiziert.

Der Indikator ermöglicht keine eindeutigen Aussagen zur Beschäftigung. Wenn die Steigerung der Arbeitsproduktivität nicht von einem entsprechenden Wirtschaftswachstum begleitet wird, kann dies auch zu einem Rückgang des Arbeitsvolumens führen (so genannte schlanke Produktion). Sinkendes Arbeitsvolumen führt zu einem Rückgang der Beschäftigung, es sei denn, die Produktivitätsfortschritte werden in Form von Arbeitszeitverkürzungen weitergegeben. Falls umgekehrt Wirtschaftswachstum stattfindet, kann dies auch zu einem erhöhten Verbrauch von Umweltgütern und Energie führen.

Die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden wird vom Bundesamt für Statistik im Rahmen der Arbeitsvolumenstatistik (AVOL) berechnet. Diese erfasst alle Personen, die während des Referenzjahres während mindestens einer Stunde einer produktiven Beschäftigung im Sinne der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) nachgehen. Bezahlte, aber infolge Ferien, Krankheit, Militärdienst, Mutterschaft etc. nicht geleistete Stunden werden ausgeklammert. Berücksichtigt werden die Arbeitsleistungen von allen Erwerbstätigenkategorien, also auch von Heimarbeitenden, Angestellten in Privathaushalten und Selbstständigerwerbenden.

Internationale Vergleichbarkeit

Aufgrund unterschiedlicher Erhebungsarten, Berechnungsmethoden und Voraussetzungen (Wirtschaftsstruktur, Erwerbstätigenquote, Arbeitszeit, Ausstattung mit natürlichen Ressourcen) sind nur vergleichende Betrachtungen der Entwicklung sinnvoll, jedoch nicht das absolute Niveau.

Definitionen

Arbeitsproduktivität
Die Arbeitsproduktivität entspricht der Bruttowertschöpfung (BWS) pro Arbeitsinput. Sie dient dazu, die Effizienz des Arbeitsinputs im Produktionsprozess zu messen. Auf Ebene einer Volkswirtschaft bezeichnet die Arbeitsproduktivität das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro tatsächliche Arbeitsstunde.

Wertschöpfung
Die Wertschöpfung beschreibt die aus dem Produktionsprozess hervorgehende Wertsteigerung der Güter. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ergibt sie sich aus dem Saldo Produktionswert minus Vorleistungen.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/wirtschaftssystem/arbeitsproduktivitaet.html