MONET – Anteil Investitionen am Bruttoinlandprodukt


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft und ihr Produktiv-, Sozial- und Humankapital über die Zeit zumindest erhalten bleiben. Um die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft erhalten oder verbessern zu können, sind Investitionen in das Produktivkapital (Anlagegüter wie Bauten, Ausrüstungen, Nutztiere und Nutzpflanzungen, Forschung und Entwicklung, Informatikprodukte) eine wichtige Voraussetzung. Dabei soll nicht nur eine Kapitalvermehrung stattfinden, sondern auch eine qualitative Verbesserung erreicht und Kapital wenn nötig ersetzt werden (Prinzip 10a). Ein hoher Investitionsanteil weist darauf hin, dass die Unternehmen und der Staat Entwicklungspotentiale erkennen und über die notwendigen Finanzmittel für neue Investitionen verfügen. Im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung wird eine Zunahme des Anteils der Investitionen am Bruttoinlandprodukt daher angestrebt.

Der Indikator zeigt den Anteil der Investitionen im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt. Er bezieht sich ausschliesslich auf das Produktivkapital. Ausgaben für immaterielle Leistungen wie Bildung und Gesundheit, die zum Human- und Sozialkapital beitragen, werden nicht berücksichtigt.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Kommentar

Das Verhältnis der Bruttoanlageinvestitionen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) hat sich seit 1995 kaum verändert. 2009 wurde mit 22,5% das Minimum erreicht, seither sind die Investitionen wieder gestiegen und erreichten 2017 einen Anteil von 24,9% am BIP.

Im beobachteten Zeitraum lag die Investitionsquote der Schweiz nahe am Durchschnitt der Länder der Euro-Zone.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt den Anteil der Bruttoanlageinvestitionen am Bruttoinlandprodukt (BIP). Die Bruttoanlageinvestitionen und das Bruttoinlandprodukt werden vom Bundesamt für Statistik im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet.

Für die Berechnung des Indikators werden die Bruttoanlageinvestitionen durch das BIP dividiert, beide Grössen zu Preisen des Vorjahres, verkettet auf Referenzjahr 2010.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator wird im Indikatorenset der Nachhaltigen Entwicklung von Eurostat verwendet. Bei internationalen Vergleichen muss berücksichtigt werden, dass die Investitionsquote auch den Entwicklungsstand einer Volkswirtschaft widerspiegelt. Ein Land, das wirtschaftlich noch nicht weit entwickelt ist, muss mehr investieren.

Definitionen

Bruttoanlageinvestitionen
Wert der dauerhaften Güter, die durch gebietsansässige produzierende Einheiten gekauft werden, um für eine Zeitdauer von mehr als einem Jahr im Produktionsprozess eingesetzt zu werden. Ausgaben zur Verbesserung, Reparatur oder Verlängerung der Lebensdauer vorhandener Anlagegüter werden ebenfalls als Bruttoanlageinvestitionen bezeichnet. In der Schweiz gliedern sich diese Investitionen in Ausrüstungsinvestitionen und in Bauinvestitionen. Letztere lassen sich ihrerseits in Hoch- und Tiefbauinvestitionen aufteilen.

Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/wirtschaftssystem/anteil-investitionen-bip.html