MONET – Mehrsprachigkeit


Bedeutung des Indikators

In Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung soll die kulturelle Vielfalt gewährleistet sein (Prinzip 1a). Das Beherrschen und Verwenden einer oder mehrerer Sprachen ist der Schlüssel, um diese Vielfalt zu leben. Zudem sind Kenntnisse in mehr als einer Sprache nötig, um die Verständigung und den Austausch zwischen den Sprachgruppen sicherzustellen (Prinzip 5a), insbesondere in einem mehrsprachigen Land wie der Schweiz. Sprachkompetenzen stärken das Humankapital und spielen angesichts der besonderen Situation der Schweiz auch eine wichtige Rolle für den Erhalt der ökonomischen Leistungsfähigkeit (Prinzip 10a). Eine Verbesserung der Sprachkompetenzen der Bevölkerung ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, welche üblicherweise mindestens zwei Sprachen spricht (Hauptsprache sowie die zu Hause, bei der am Arbeit/an der Ausbildungsstätte gesprochenen Sprache).

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 1a Gewährleistung der Menschenrechte, 5a Interkulturelle und personelle Verständigung , 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Kommentar

Seit 2010 hat der Anteil der Personen, die üblicherweise zwei oder mehr Sprachen sprechen, zugenommen. 2015 belief sich dieser Anteil auf 40%, wovon 28% angaben, üblicherweise zwei Sprachen zu sprechen. Berücksichtigt wurden die Hauptsprachen und die zu Hause mit den Angehörigen sowie am Arbeitsplatz oder Ausbildungsort gesprochenen Sprachen.

Wird nur die Hauptsprache betrachtet, das heisst die Sprache, in der die betroffene Person denkt und die sie am besten beherrscht, so belief sich der Anteil der Bevölkerung, die zwei oder mehr Sprachen beherrscht, im Jahr 2015 auf 17%.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die im Alltag üblicherweise mindestens zwei Sprachen spricht. Die Dialekte werden mit der Hochsprache gleichgesetzt (z.B. Schweizerdeutsch wird zu Hochdeutsch gezählt). Berücksichtigt werden alle angegebenen Sprachen und nicht nur die Landessprachen.Der Indikator beinhaltet die Antworten aus der Strukturerhebung zu den folgenden drei Sprachkonzepten (bei jeder Frage ist die Angabe mehrerer Sprachen möglich):

  • Hauptsprache: Die Sprache, in der die Person denkt und die sie am besten beherrscht.
  • Zu Hause gesprochene Sprache: Die üblicherweise zu Hause / mit den Angehörigen gesprochene Sprache.
  • Bei der Arbeit / an der Ausbildungsstätte gesprochene Sprache: Bei der Arbeit und in den Arbeitspausen / am Ausbildungsort (ohne die einzelnen Sprachfächer) gesprochene Sprache.

Die Daten stammen aus der Strukturerhebung, die das Bundesamt für Statistik seit 2010 im Rahmen der jährlichen Volkszählung durchführt. Es handelt sich dabei um eine Stichprobenerhebung bei Personen der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die in einem Privathaushalt leben. Für diese Daten wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.

Internationale Vergleichbarkeit

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Definitionen

Wohnbevölkerung, ständige
Zur ständigen Wohnbevölkerung zählen seit dem 31.12.2010 alle schweizerischen Staatsangehörigen mit einem Hauptwohnsitz in der Schweiz; ausländische Staatsangehörige mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung für mindestens zwölf Monate (Ausweis B oder C oder EDA-Ausweis [internationale Funktionäre, Diplomaten und deren Familienangehörige]); ausländische Staatsangehörige mit einer Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L) für eine kumulierte Aufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten; Personen im Asylprozess (Ausweis F oder N) mit einer Gesamtaufenthaltsdauer von mindestens zwölf Monaten.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/sozialer-zusammenhalt/mehrsprachigkeit.html