MONET – Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit


Bedeutung des Indikators

In einer Nachhaltigen Entwicklung sollen alle Bevölkerungsgruppen am wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Leben teilhaben (Prinzip 4c) und die materiellen Grundbedürfnisse der Individuen langfristig sichergestellt werden (Prinzip 2a). In diesem Sinne ist insbesondere das System der sozialen Sicherheit, welches die gesamte Bevölkerung vor den wichtigsten Risiken schützt, zu gewährleisten und langfristig zu finanzieren. Individuelle und gesellschaftliche Bedürfnisse sollen überdies durch wirtschaftliches Handeln effektiv und effizient befriedigt werden. Das Eigeninteresse wird dabei auch in den Dienst des Gemeinwohls gestellt, damit das Wohlergehen der derzeitigen und künftigen Bevölkerung gesichert ist (Prinzip 8). Das System der sozialen Sicherheit in der Schweiz besteht aus verschiedenen Sozialleistungen, die verschiedene Bedürfnisse abdecken und die Haushalte und Einzelpersonen vor den wichtigsten Risiken schützen, zum Beispiel im Alter, bei Krankheit, Invalidität, Mutterschaft oder Arbeitslosigkeit. Im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung wird die Deckung der sozialen Risiken angestrebt unter Berücksichtigung der Leistungskraft der Volkswirtschaft.

Der Indikator zeigt die Gesamtausgaben von öffentlichen und privaten Institutionen für die soziale Sicherheit in Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit bestehen aus den Sozialleistungen, Verwaltungskosten und übrigen Ausgaben.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2a Bedürfnisdeckung, 4c Integration Benachteiligter, 8 Wirtschaftsordnung im Dienste des Gemeinwohls.

Kommentar

Die Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit in Prozent des BIP haben seit 1990 um 10,5 Prozentpunkte zugenommen. 1990 lagen sie bei 17,6%, danach stiegen sie bis ins Jahr 2003 auf 26,7% an und pendelten sich in den Folgejahren zwischen 23% und 28% ein. Im Jahr 2016 erreichten sie mit 28,1% einen neuen Höchstwert. Absolut gesehen, betrugen 2016 die Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit 185 Milliarden Franken. 92% davon wurden als Sozialleistungen ausbezahlt, die weiteren Ausgaben entfielen auf Verwaltungskosten und Übriges.

Im internationalen Vergleich lagen 2014 die schweizerischen Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit in Prozenten des BIP (26,8%) unter dem EU28-Durchschnitt (28,5%).

Synthese

Bemerkung: Keine Beurteilung über die Entwicklung des Indikators, da es unmöglich ist, eine angestrebte Entwicklung zu bestimmen.


Tabellen

Methodologie

Die Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit umfasst alle Eingriffe öffentlicher oder privater Institutionen, welche private Haushalte oder Einzelpersonen vor sozialen Risiken schützen und deren Bedürfnisse abdecken. Nicht berücksichtigt werden Leistungen, die eine gleichwertige Gegenleistung voraussetzen oder im Rahmen von individuellen Vereinbarungen erfolgen. Andere Komponenten der schweizerischen Sozialpolitik, wie die Steuerabzüge, werden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Der Indikator zeigt die Gesamtausgaben von öffentlichen und privaten Institutionen für die soziale Sicherheit in Prozenten des Bruttoinlandprodukts (BIP). Die Ausgaben beinhalten neben den Sozialleistungen der Sozialversicherungen, des Staates, der Arbeitgeber sowie der nicht gewinnorientieren Organisationen auch die Verwaltungskosten, die Passivzinsen und übrige administrative Ausgaben. Die Sozialleistungen messen die eigentliche Höhe der (Brutto-) Transfers, welche Haushalte und Einzelpersonen entlasten.

Die Daten der Gesamtausgaben für die soziale Sicherheit stammen aus der Gesamtrechnung der Sozialen Sicherheit (GRSS), welche das Bundesamt für Statistik jährlich publiziert.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Methode der GRSS basiert auf dem „Europäischen System der integrierten Sozialschutzstatistik“ (ESSOSS) und lassen sich international vergleichen.

Publikationen

Definitionen

Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.

Soziale Sicherheit
Das System der Sozialen Sicherheit umfasst die Gesamtheit der Massnahmen öffentlicher oder privater Institutionen mit dem Ziel, Personen oder Haushalte vor sozialen Risiken zu schützen und deren Existenz zu sichern. Nicht unter diesen Begriff fallen Leistungen aufgrund von individuellen Vereinbarungen und solche, die eine gleichwertige Gegenleistung voraussetzen

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/sozialer-zusammenhalt/gesamtausgaben-soziale-sicherheit.html