MONET – Frühzeitige Schulabgänger/innen nach Migrationsstatus


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, dass jedes Mitglied der Gesellschaft die gleichen Rechte und Chancen hat (Prinzipien 4b und c). Die Herkunft einer Person kann ihre Chancen entscheidend prägen. So beeinflussen beispielsweise die Ausbildung, die finanziellen Ressourcen und der Integrationsgrad der Eltern die schulische Leistung von Kindern und Jugendlichen und damit auch ihre Berufs- sowie Entwicklungschancen in der Gesellschaft. Ein nachhaltiges Bildungssystem hat die Aufgabe, diese unterschiedlichen Bedingungen auszugleichen und den Erfolg aller Schüler zu verbessern.

Der Indikator zeigt den Anteil der 18- bis 24-jährigen ständigen Wohnbevölkerung nach Migrationsstatus, der über keinen nachobligatorischen Abschluss verfügt und an keiner Aus- oder Weiterbildung teilnimmt.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, 4c Integration Benachteiligter, 7a Entwicklung des Humankapitals, 7c Förderung der Lernfähigkeit.

Kommentar

Bei der 18- bis 24-jährigen Wohnbevölkerung unterscheidet sich der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an den frühzeitigen Schulabgänger/innen von jenem der Personen ohne Migrationshintergrund. 2016 brachen bei letzteren 3,2% die Ausbildung frühzeitig ab, bei den Jugendlichen mit Migrationshintergrund belief sich dieser Anteil auf 9,8%. Im Vergleich zu 2013 hat die Quote der Jugendlichen mit Migrationshintergrund stärker abgenommen als diejenige der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund. Es hat somit eine Annäherung stattgefunden.

Innerhalb der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen mit Migrationshintergrund verlassen jene der ersten Generation häufiger frühzeitig die Schule als die Gleichaltrigen der zweiten oder einer höheren Generation.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der Veränderung in % anhand des Unterschieds zwischen Jugendlichen ohne Migrationshintergrund und Jugendlichen mit Migrationshintergrund.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der 18- bis 24-jährigen ständigen Wohnbevölkerung nach Migrationsstatus, die über keinen nachobligatorischen Abschluss verfügt und an keiner Aus- oder Weiterbildung teilnimmt. Die Daten stammen aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamts für Statistik.  

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator gehört zu den Strukturindikatoren der Europäischen Union (EU) und entspricht einem Ziel der Strategie von Lissabon der EU. Die hier vorgestellten Daten entsprechen allerdings nicht genau der auf europäischer Ebene verwendeten Definition. Überdies ist das Konzept des Migrationsstatus nur bedingt international vergleichbar.  

Definitionen

Frühzeitige Schulabgänger/innen (nationale Definition)
Die Werte für die Schweiz werden nach einer Definition berechnet, die im Rahmen des OECD-Projekts "Young Adults with Low Levels of Education (YALLE)" entwickelt wurde. Nach dieser Definition entsprechen frühzeitige Schulabgänger/innen dem Anteil der 18- 24-Jährigen, die folgende zwei Kriterien erfüllen: Erstens haben sie höchstens die obligatorische Schulzeit absolviert. Zweitens haben die Befragten angegeben, im Jahr vor der Befragung an keiner formalen Bildung teilgenommen zu haben.

Formale Bildung
Unter formaler Bildung ist das nationale Bildungssystem mit seinem institutionalisierten Schulsystem, dem Berufsbildungssystem und der tertiären Bildung zu verstehen.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/sozialer-zusammenhalt/fruehzeitige-schulabgaenger-innen-.html