MONET – Stickstoffbilanz der Landwirtschaft


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, dass die von Produktionsbetrieben ausgehenden Umweltbelastungen und -risiken minimiert und die Materialflüsse optimiert werden (Prinzip 12a). Die Belastung der Umwelt durch abbaubare Schadstoffe soll die Absorptionsfähigkeit der Ökosysteme keinesfalls übersteigen. Auf diese Weise kann zur langfristigen Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen beigetragen werden (Prinzipien 17a und 15a). Stickstoff ist für das Wachstum der Pflanzen von zentraler Bedeutung. Der Düngereinsatz in der landwirtschaftlichen Produktion stellt eine potenzielle Quelle für Stickstoffüberschüsse und somit für Verschmutzung dar. Ein Überschuss entsteht, wenn dem Boden mehr Stickstoff zugeführt wird, als ihm in Form von landwirtschaftlichen Produkten wieder entzogen wird. Dieser Überschuss hat insbesondere eine Ammoniakbelastung der Luft und eine Nitratbelastung der Gewässer zur Folge. Eine Verringerung des von der Landwirtschaft erzeugten Stickstoffüberschusses ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator misst die Differenz zwischen der Stickstoffmenge, die dem Boden hauptsächlich in Form von Dünger zugeführt wird, und der Menge, die ihm in Form von landwirtschaftlichen Produkten wieder entzogen wird.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 12a Umweltgerechte Produktion, 15a Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe.

Kommentar

Der Stickstoffüberschuss, der durch eine positive Stickstoffbilanz zum Ausdruck kommt, ist im Beobachtungszeitrum um mehr als einen Fünfte zurückgegangen: 1990 belief er sich auf 130 000 Tonnen; seit Ende der 1990er-Jahre bewegt er sich bei rund 100 000 Tonnen pro Jahr. Dieser Rückgang lässt sich zu einem Teil mit dem verminderten Einsatz von mineralischen und organischen Düngern erklären. Der Stickstoffüberschuss pro Landwirtschaftsfläche hat zwischen 1990 und 2016 ebenfalls abgenommen. Während er 1990 noch 83 kg pro Hektar Landwirtschaftsfläche betrug, waren es 2016 noch 68 kg.

Der Rückgang des Stickstoffüberschusses zeigt sich potenziell durch eine Abnahme der Nitratbelastung im Grundwasser. So ist der Anteil der Messstationen, an denen die Anforderungen gemäss Gewässerschutzverordnung (25 mg/l) überschritten wurden, von 21% im Jahr 2006 auf 13% im Jahr 2014 zurückgegangen.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Stickstoffbilanz der Landwirtschaftsflächen. Diese errechnet sich aus der Differenz zwischen der gesamten, während eines Jahres der Landwirtschaftsfläche zugeführten Stickstoffmenge (Mineraldünger, Hofdünger, biologische Stickstoff-Fixierung und Einträge aus der Luft) und der dem Boden durch landwirtschaftliche Produkte (Gras, Heu, oder Mais usw.) wieder entzogenen Stickstoffmenge. Ein Überschuss entsteht, wenn dem Boden mehr Stickstoff zugeführt wird, als ihm in Form von landwirtschaftlichen Produkten wieder entzogen wird. Die Zahlen werden vom Bundesamt für Statistik anhand einer von Eurostat und der OECD vorgegebenen Berechnungsmethode errechnet.

Internationale Vergleichbarkeit

Eurostat und die OECD haben einen standardisierten methodischen Ansatz zur Schätzung dieser Bilanz entwickelt. Die Daten der Stickstoffbilanz werden somit auch in den OECD- und den EU28-Ländern erhoben. Internationale Vergleiche sind daher möglich.

Definitionen

Landwirtschaftsflächen
Die Landwirtschaftsflächen umfassen Wies- und Ackerland, Heimweiden, für Obstbau, Rebbau und Gartenbau genutzte Areale sowie alpwirtschaftlich genutzte Flächen.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/stickstoffbilanz-landwirtschaft.html