MONET – Siedlungsabfälle


Bedeutung des Indikators

Eine umweltgerechte Produktions- und Konsumweise ist ein Kernelement der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzipien 12a und 12b). Durch Verminderung oder Vermeidung von Abfällen können der Ressourcenverbrauch eingeschränkt (Prinzipien 16a und 16b) und die Umweltbelastung durch die Abfallbehandlung verringert werden (Prinzipien 17a und 17b). Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, muss die Produktion der Siedlungsabfälle abnehmen.

Der Indikator zeigt die Gesamtmenge der verursachten Siedlungsabfälle, einschliesslich der separat gesammelten Abfälle.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 12a Umweltgerechte Produktion, 12b Umwelt und sozialgerechter Konsum, 16a Verbrauchsbegrenzung für erneuerbare Ressourcen, 16b Verbrauchsbegrenzung für nicht erneuerbare Ressourcen, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe, 17b Verzicht auf nicht abbaubare Schadstoffe.

Kommentar

Die Siedlungsabfallmenge nimmt seit 1980 zu und erreichte 2016 knapp 6,1 Millionen Tonnen, was 716 kg pro Person entspricht. 47,5% dieser Abfälle wurden in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt. Der restlichen 52,5% wurden separat gesammelt und einer Wiederverwertung zugeführt.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Gesamtmenge der verursachten Siedlungsabfälle. Dazu zählen separat gesammelte Abfälle (Papier und Karton, kompostierbare Abfälle, Glasverpackungen, Aluminium, PET-Getränkeverpackungen, Weissblechverpackungen, Textilien, Batterien und Elektroschrott (seit 2011)), die für eine Wiederverwendung bzw. Wiederverwertung bestimmt sind, und die Siedlungsabfälle, die verbrannt oder deponiert werden (seit 2004 ohne importierte Abfälle).

Die Daten für die separat gesammelten Abfälle stammen von privaten Stellen, die im Recyclinggeschäft tätig sind, und werden vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) publiziert. Teils sind sie das Ergebnis von Erhebungen, teils handelt es sich dabei um Extrapolationen auf der Basis von Stichproben. In gewissen Fällen sind darin auch die Produktionsabfälle enthalten (zum Beispiel beim Glas). Die Daten für die verbrannten Siedlungsabfälle werden bei der Anlieferung in Kehrichtverbrennungsanlagen erfasst.

Der Umgang mit Abfällen ist in mehreren gesetzlichen Grundlagen geregelt: die Behandlung der Abfälle in der Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA), die Finanzierung ihrer Entsorgung im Bundesgesetz über den Umweltschutz (USG), die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung von Elektroschrott in der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) und die für Getränkeverpackungen zu erreichende Verwertungsquote in der Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV).

Internationale Vergleichbarkeit

Eurostat publiziert den Indikator «Aufkommen und Entsorgung der Siedlungsabfälle», der die Gesamtmenge der erzeugten und rezyklierten Siedlungsabfälle zeigt. Somit ist ein Vergleich mit den EU28-Ländern möglich.

Definitionen

Siedlungsabfälle
Siedlungsabfälle sind Abfälle, die aus Haushalten stammen, sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung aus Industrie und Gewerbe.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/siedlungsabfaelle.html