MONET – Materialintensität


Bedeutung des Indikators

Ein wichtiges Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung ist, die Belastung von Natur und Ressourcen möglichst gering zu halten (Prinzipien 15a, 16a und 16b). Je mehr Materialien produziert und gehandelt werden, desto grösser ist im Allgemeinen der Druck auf die natürlichen Ressourcen. Die Herausforderung besteht darin, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern und gleichzeitig den Materialverbrauch zu senken (Prinzipien 10a und 12a). Die Entkoppelung ist absolut, wenn der Materialverbrauch ab- und die Wirtschaftsleistung zunimmt; sie ist relativ, wenn der Materialverbrauch weniger stark zunimmt als die Wirtschaftsleistung.

Der Indikator entspricht dem Verhältnis zwischen dem inländischen Rohstoffverbrauch (Raw Material Consumption, RMC) und dem Bruttoinlandprodukt. Er zeigt die Rohstoffmenge, die pro volkswirtschaftlich erwirtschafteten Franken verbraucht wird.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 12a Umweltgerechte Produktion, 15a Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, 16a Verbrauchsbegrenzung für erneuerbare Ressourcen, 16b Verbrauchsbegrenzung für nicht erneuerbare Ressourcen.

Kommentar

Zwischen 2000 und 2015 ging die Materialintensität zurück. Der inländische Rohstoffverbrauch (RMC), auch «Material-Fussabdruck» genannt, hat zwischen 2000 und 2015 um 9,0% zugenommen, während das Bruttoinlandprodukt (BIP) um 30,0% angestiegen ist. Somit fand eine relative Entkoppelung statt. Für das Jahr 2015 wurde der Material-Fussabdruck auf 139 Millionen Tonnen beziehungsweise auf 17 Tonnen pro Person geschätzt.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Materialintensität, die durch das Verhältnis zwischen dem inländischen Rohstoffverbrauch (RMC) und dem Bruttoinlandprodukt (BIP) zu Preisen des Vorjahres, verkettet auf das Referenzjahr 2010, definiert ist. Eine Abnahme der Materialintensität bedeutet, dass die Wirtschaft weniger Material benötigt, um dieselbe Wertschöpfung zu erzielen.

Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik erhoben, die zu den Satellitenkonten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört. Die Umweltgesamtrechnung beruht auf dem System umweltökonomischer Gesamtrechnungen (SEEA) der UNO. Die mit diesem Indikator dargestellten Daten basieren auf einer Anpassung der Methode von Eurostat, mit der die Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umgerechnet werden. Die RÄ-Indikatoren stützen sich auf eine Modellierung und sind deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als jene der direkten Flüsse. Sie sind daher als Schätzungen zu betrachten.

Das Bruttoinlandprodukt wird vom Bundesamt für Statistik jedes Jahr im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Flüsse in Rohstoffäquivalenten können nicht direkt gemessen und müssen daher modelliert werden. Auf internationaler Ebene existieren verschiedene statistische Ansätze, um diese Flüsse zu schätzen. Die Daten dieses Indikators werden gemäss einer von Eurostat entwickelten Methode berechnet. Zurzeit wird dieser Indikator nur von einigen europäischen Ländern publiziert. Eurostat veröffentlicht diese Daten auf EU-Ebene.

Definitionen

Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/materialintensitaet.html