MONET – Material-Fussabdruck


Bedeutung des Indikators

Ein wichtiges Ziel der Nachhaltigen Entwicklung besteht darin, die natürlichen Lebensgrundlagen langfristig zu erhalten (Prinzipien 15a, 16a und 16b). Die Förderung einer umweltgerechten Produktion, die die Material- und Energieflüsse optimiert, ist deshalb wichtig (Prinzip 12a). Zudem soll der Welthandel die Anliegen eines schonenden Umgangs mit natürlichen Ressourcen berücksichtigen, dies sowohl in der Schweiz als auch in den Ländern, aus denen wir sie importieren (Prinzip 14a). Der Material-Fussabdruck berücksichtigt neben der inländischen Gewinnung auch die Menge aller Rohstoffe, die im Ausland für die Herstellung und den Transport der in der Schweiz verbrauchten oder genutzten Güter und Dienstleistungen verwendet werden. Für die Nachhaltige Entwicklung ist eine Abnahme dieses Fussabdrucks wünschenswert.

Der Indikator präsentiert den inländischen Rohstoffverbrauch (abgekürzt RMC, vom Englischen Raw Material Consumption), auch Material-Fussabdruck genannt.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung:
12a Umweltgerechte Produktion, 14a Umwelt und sozialverträglicher Welthandel, 15a Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, 16a Verbrauchsbegrenzung für erneuerbare Ressourcen, 16b Verbrauchsbegrenzung für nicht erneuerbare Ressourcen.

Kommentar

Im Beobachtungszeitraum ist der Material-Fussabdruck um 9% angestiegen. Für 2015 wurde der Material-Fussabdruck auf 139 Millionen Tonnen geschätzt. Dieser Wert ist 1,5-mal höher als der inländische Materialkonsum (DMC), der der Menge des in einem Land tatsächlich verbrauchten Materials entspricht. Dieser Unterschied macht deutlich, wie wichtig es ist, die Flüsse in Rohstoffäquivalenten zu betrachten, gerade in einem Land wie der Schweiz, das bedeutende Handelsbeziehungen mit der ganzen Welt unterhält.

Nichtmetallische Mineralien (Sand, Kies usw.), die hauptsächlich in der Baubranche eingesetzt werden, stellen das am meisten verbrauchte Material dar. Zwischen 2000 und 2015 belief sich ihr Anteil am Material-Fussabdruck im Durchschnitt auf 41%. Die fossilen Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle usw.) machten zwischen 2000 und 2015 im Durchschnitt 26% des Material-Fussabdrucks aus. Der Verbrauch dieser Ressource ist hauptsächlich auf die inländische Energienachfrage zurückzuführen. Dazu kommt der Energiebedarf im Ausland für die Herstellung und den Transport der importierten Produkte.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator beschreibt den durch die inländische Endnachfrage eines Landes verursachten Rohstoffverbrauch. Die inländische Endnachfrage wird gemäss der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berechnet und entspricht der Summe der Ausgaben der privaten Haushalte und des Staates für den Endverbrauch, der Bruttoanlageinvestitionen und der Vorratsveränderungen. Der Indikator kann nach Materialart desaggregiert werden: Biomasse, Erze, nichtmetallische Mineralien und fossile Energieträger.

Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik erhoben, die zu den Satellitenkonten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört. Die Umweltgesamtrechnung beruht auf dem System umweltökonomischer Gesamtrechnungen (SEEA) der UNO. Die mit diesem Indikator dargestellten Daten basieren auf einer Anpassung der Methode von Eurostat, mit der die Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umgerechnet werden. Die RÄ-Indikatoren stützen sich auf eine Modellierung und sind deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als jene der direkten Flüsse. Sie sind daher als Schätzungen zu betrachten.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Flüsse in Rohstoffäquivalenten können nicht direkt gemessen und müssen daher modelliert werden. Auf internationaler Ebene existieren verschiedene statistische Ansätze, um diese Flüsse zu schätzen. Die Daten dieses Indikators werden gemäss einer von Eurostat entwickelten Methode berechnet. Zurzeit wird dieser Indikator nur von einigen europäischen Ländern publiziert. Eurostat veröffentlicht diese Daten auf EU-Ebene.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/material-fussabdruck.html