MONET – Material-Fussabdruck der Importe


Bedeutung des Indikators

Ein wichtiges Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung ist es, ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung zu vereinbaren. Es geht also darum, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder zu steigern und gleichzeitig den Materialverbrauch zu senken (Prinzipien 10a und 12a). Zudem darf die Bedürfnisdeckung eines Landes nicht auf Kosten anderer Länder erfolgen (Prinzipien 6c, 14a und 14b).
Mit der Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen ändert sich die geografische Verteilung der Umweltbelastung. Ressourcenintensive Produktionsschritte erfolgen häufiger in wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen. Der Trend, vermehrt Endprodukte einzuführen, erhöht den Druck auf die Ressourcen und die Umwelt in den Exportländern noch zusätzlich. Mit dem Material-Fussabdruck der Importe wird die Menge aller Rohstoffe berücksichtigt, die für die Herstellung und den Transport von Gütern und Dienstleistungen bis zum Grenzübertritt verwendet wird. Eine Abnahme dieses Fussabdrucks ist daher ein Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt die Importe in Rohstoffäquivalenten und berücksichtigt alle importierten Produkte und die damit verbundenen versteckten Flüsse.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 6c Multilaterale Politik, 12a Umweltgerechte Produktion, 14a Umwelt und sozialverträglicher Welthandel, 14b Allseitig nutzbringender Welthandel.

Kommentar

Zwischen 2000 und 2016 sind die Importe in Rohstoffäquivalenten um 21,0% angestiegen. Im Jahr 2016 wurden diese Importe auf 232 Millionen Tonnen und somit 4,3-mal höher als die tatsächlich getätigten Importe geschätzt. Dieses hohe Verhältnis lässt sich teilweise mit dem Trend erklären, dass vermehrt Endprodukte eingeführt werden.

2016 waren die fossilen Brennstoffe für 31,6% der Importe in Rohstoffäquivalenten verantwortlich. Den zweitgrössten Anteil an den Importen in Rohstoffäquivalenten machten im selben Jahr die Erze aus (29,7%), gefolgt von den nichtmetallischen Mineralien (28,9%) und der Biomasse (9,8%).

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Importe in Rohstoffäquivalenten. Diese umfassen alle Rohstoffe, die in den Exportländern für die Herstellung und den Transport der für die Schweiz bestimmten Produkte und Güter verlagert oder verwendet werden.

Die Daten zum inländischen Rohstoffverbrauch werden im Rahmen der Umweltgesamtrechnung des Bundesamts für Statistik erhoben, die zu den Satellitenkonten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gehört. Die Umweltgesamtrechnung beruht auf dem System umweltökonomischer Gesamtrechnungen (SEEA) der UNO. Die mit diesem Indikator dargestellten Daten basieren auf einer Anpassung der Methode von Eurostat, mit der die Importe und Exporte eines Landes in Rohstoffäquivalente (RÄ) umgerechnet werden. Die RÄ-Indikatoren stützen sich auf eine Modellierung und sind deshalb mit einer grösseren Unsicherheit behaftet als jene der direkten Flüsse. Sie sind daher als Schätzungen zu betrachten.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Flüsse in Rohstoffäquivalenten können nicht direkt gemessen und müssen daher modelliert werden. Auf internationaler Ebene existieren verschiedene statistische Ansätze, um diese Flüsse zu schätzen. Die Daten dieses Indikators werden gemäss einer von Eurostat entwickelten Methode berechnet. Zurzeit wird dieser Indikator nur von einigen europäischen Ländern publiziert. Eurostat veröffentlicht diese Daten auf EU-Ebene.

Publikationen

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/material-fussabdruck-importe.html