MONET – Abfall-Separatsammelquote


Bedeutung des Indikators

Einer der Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung besagt, dass mit natürlichen Ressourcen sparsam umgegangen werden muss (Prinzipien 16a und 16b). Dazu müssen die Herstellung und der Konsum von Gütern und Dienstleistungen umweltverträglich sein (Prinzipien 12a und 12b). Separatsammlungen ermöglichen, rezyklierbare Altstoffe zu verwerten und giftige Abfälle separat zu behandeln. Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, muss die Abfall-Sammelquote erhöht werden.

Der Indikator gibt Aufschluss über den Anteil der separat gesammelten Siedlungsabfälle an der Gesamtmenge der verursachten Siedlungsabfälle.

Relevante Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung: 12a Umweltgerechte Produktion, 12b Umwelt- und sozialgerechter Konsum, 16a Verbrauchsbegrenzung für erneuerbare Ressourcen, 16b Verbrauchsbegrenzung für nicht erneuerbare Ressourcen, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe, 17b Verzicht auf nicht abbaubare Schadstoffe.

Kommentar

Seit 1980 ist die Separatsammelquote bei den Siedlungsabfällen stetig angestiegen. Seit 2005 liegt sie bei ungefähr 50%, was zwischen 2,5 und 3,2 Millionen Tonnen Abfällen pro Jahr entspricht. Durch den schrittweisen Ausbau des Netzes von Sammelstellen und die Einführung von verschiedenen Lenkungsabgaben konnte die Verwertung der Abfälle verbessert werden. Im Jahr 2016 belief sich die Menge der separat gesammelten Siedlungsabfälle auf 376 kg pro Person.

Die Sammelquote ist je nach Abfallart unterschiedlich hoch. Beim Glas beläuft sie sich auf 96% und kann somit nicht mehr gross gesteigert werden. Bei anderen Erzeugnissen wie Papier und Karton (81%), Aluminiumdosen (90%), PET (82%) und Batterien (68%) kann die Separatsammelquote noch erhöht werden.

Der Indikator sagt nichts über die absolute Menge der rezyklierten Abfälle, die Qualität des Recyclings und dessen Auswirkungen aus. Jede Form von Recycling erfordert die Zufuhr von Energie und erzeugt Emissionen oder neue Abfälle. Zudem kann das Recycling in gewissen Fällen zu Qualitätseinbussen bei den rezyklierten Stoffen führen («Downcycling»).

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der separat gesammelten Abfälle im Verhältnis zur Gesamtmenge der verursachten Siedlungsabfälle.

Die Daten stammen von privaten Stellen, die im Recyclinggeschäft tätig sind, und werden vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) publiziert. Teils sind sie das Ergebnis von Erhebungen, teils handelt es sich dabei um Extrapolationen auf der Basis von Stichproben. In gewissen Fällen sind darin auch die Produktionsabfälle enthalten (zum Beispiel beim Glas).

Verschiedene Verordnungen regeln die Rückgabe, die Rücknahme, die Gebühren für das Recycling der Produkte sowie die angestrebten Recyclingquoten (z.B. Verordnung über Getränkeverpackungen (VGV)).

Internationale Vergleichbarkeit

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Definitionen

Abfall-Sammelquote
Anteil der separat gesammelten Abfälle im Verhältnis zum Gesamtvolumen der produzierten Abfälle. Separat gesammelte Abfälle sind Abfälle aus Haushalt und Gewerbe, die für eine Wiederverwertung (Recycling) bestimmt sind und getrennt vom Hauskehricht gesammelt werden. Dazu gehören Glas, Papier und Karton, PET, Aludosen, Haushalt-Aluminium, Weissblech, Textilien, Batterien, Elektronikschrott oder Grüngut.

Siedlungsabfälle
Siedlungsabfälle sind Abfälle, die aus Haushalten stammen, sowie andere Abfälle vergleichbarer Zusammensetzung aus Industrie und Gewerbe.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/produktion-konsum/abfall-separatsammelquote.html