MONET – Feinstaubkonzentrationen


Bedeutung des Indikators

Der Schutz und die Förderung der menschlichen Gesundheit ist ein zentrales Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzip 2b). Gesundheitsschädigende Emissionen müssen daher eingeschränkt werden (Prinzip 17a). Feinstaubpartikel in der Luft entstehen insbesondere bei mechanischen Prozessen und Verbrennungsvorgängen. Sie stellen ein beutendes Risiko für die Gesundheit dar, wenn sie in die Lunge sowie in die Blut- und Lymphgefässe eindringen und sich dort ablagern. Eine chronische Belastung durch Feinstaub stellt ein Risiko für Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sowie für Lungenkrebs dar. Eine Abnahme der Feinstaubkonzentration ist daher für eine Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator zeigt die Jahresmittelwerte der Feinstaubkonzentration (PM10) an verschiedenen Messstationstypen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2b Gesundheitsförderung, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe.

Kommentar

Seit Beginn der 2000er-Jahre kann an alle Messstationen eine Abnahme der Feinstaubkonzentrationen beobachtet werden. Dieser Rückgang ist mehrheitlich auf strengere Abgasvorschriften, emissionsärmere Brennstoffe bei Feuerungen und auf den Einbau von Partikelfiltern zurückzuführen. Vor allem in Städten und Vorstädten sowie entlang stark befahrener Strassen werden aber die Grenzwerte nach wie vor überschritten.

Hohe Feinstaubkonzentrationen entstehen insbesondere bei winterlichen Inversionslagen, die zu einer Anreicherung der Luftschadstoffe in bodennahen Luftschichten führen. Eine solche Inversionslage bestimmte 1996, 2003 und 2006 wochenlang das Wetter des Schweizer Mittellandes und beeinflusste die Jahreskonzentrationen an PM10 beachtlich.

Synthese

Bemerkungen: Synthese der beobachteten Entwicklungen für die fünf Standorttypen: Stadt, Verkehr (SV), Stadt (S), Vorstädtisch (V), Ländlich (L), Voralpen/Jura (VJ)

Die Veränderung in Prozent von jeder Variable wird in einen Einzelwert zusammengefasst (-1 für eine negative Entwicklung, 0 für keine wesentliche Veränderung, +1 für eine positive Entwicklung). Die Einzelwerte werden anschliessend addiert und das Resultat ergibt die gesamte Entwicklungsrichtung des Indikators.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator gibt Aufschluss über die Feinstaubkonzentration an fünf Standorttypen (Stadt, Strasse / Stadt, Park / Vorstädtisch / Land / Voralpen-Jura) in Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3).
Die Daten werden mit dem Nationalen Beobachtungsnetz für Luftfremdstoffe (NABEL) des Bundesamts für Umwelt (BAFU) erhoben. Mit NABEL wird an 16 repräsentativen Standorten in der Schweiz seit 1997 regelmässig die Luftbelastung gemessen. Zuvor wurde die PM10-Konzentration aus Messwerten zum Gesamtgehalt an Schwebestaub (Total Suspended Particulate, TSP) errechnet. TSP besteht zu 70-80% aus lungengängigem Feinstaub, der Rest sind gröbere Staubpartikel.
Der Grenzwert für lungengängigen Feinstaub (PM10) wurde am 1. März 1998 mit der revidierten Luftreinhalteverordnung in Kraft gesetzt. Der PM10-Jahresmittelwert darf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter (μg/m3) nicht überschreiten, während der PM10-Tagesmittelwert höchstens einmal pro Jahr über der Limite von 50 μg/m3 liegen darf.

Internationale Vergleichbarkeit

Eurostat führt in seinem Indikatorenset den Indikator «Belastung der städtischen Bevölkerung durch Luftverschmutzung mit Feinstaub». Dieser berücksichtigt ausschliesslich die PM10-Belastung in Ballungsräumen. PM10 ist international als Standard-Indikator für Luftqualität gebräuchlich und figuriert auf verschiedenen Indikatorenlisten, z.B. den «Indicators for children's environmental health» der WHO.

Definitionen

PM10
Staubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern. Diese entstehen bei industriellen und gewerblichen Produktions- oder Verbrennungsprozessen (Abrieb, Aufwirbelung) oder bilden sich aus Vorläuferstoffen (Schwefeldioxid, Stickoxide, Ammoniak, flüchtige organische Verbindungen). Ihre Zusammensetzung ist sehr unterschiedlich: Schwermetalle, Sulfat, Nitrat, Ammonium, organischer Kohlenstoff, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Dioxine und Furane. Quellen für PM10 sind der motorisierte Verkehr, die Heizungen, Land- und Forstwirtschaft sowie Industrie, Gewerbe und Bau (Englisch: Particulate Matter <10 µm).

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/natuerliche-ressourcen/feinstaub-konzentration.html