MONET – Brutvogelbestand


Bedeutung des Indikators

Die Erhaltung der Biodiversität ist ein wichtiges Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzip 15b). Die Biodiversität umfasst insbesondere die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten sowie der Mikroorganismen. Die Anzahl und das Vorkommen der Arten sind in hohem Masse von der Vielfalt und der Qualität der Lebensräume abhängig. Die Brutvogelbestände sind ein Gradmesser für die Biodiversität eines Gebiets. Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, sollten die Bestände der gefährdeten Brutvögel wieder zunehmen, was auf eine Verbesserung der Biodiversität im Allgemeinen hindeuten würde.

Der Indikator bildet die Bestandsveränderung der regelmässig in der Schweiz vorkommenden Brutvogelarten ab, einschliesslich jener der Roten Liste.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 15b Erhaltung der Biodiversität, 18a Minimierung der Risiken bedingt durch Naturkatastrophen, 19 Rücksicht auf das Zeitmass natürlicher Prozesse, 20 Lebenswerte Natur- und Kulturlandschaft.

Kommentar

Die Entwicklung der 42 auf der Roten Liste stehenden Brutvogelarten, die regelmässig in der Schweiz brüten, ist durch starke Schwankungen gekennzeichnet. Die Zahl der gefährdeten Arten geht über den gesamten Zeitverlauf gesehen eher zurück. Die Rote Liste wurde 2010 überarbeitet, und einige Arten mit einer positiven Entwicklung wurden entfernt. Längerfristig zeigt die Entwicklung der Arten der Roten Liste die Wirksamkeit der Massnahmen, die zur Erhaltung gefährdeter Arten getroffen werden. Ausgestorbene Arten und solche, die in der Schweiz nie häufig waren, werden hier nicht berücksichtigt.

Der Bestand der regelmässig in der Schweiz brütenden Vogelarten (177 Arten, wovon 174 beurteilbar sind) ist 2017 gegenüber 1990 in etwa gleich geblieben. Der tiefe Wert von 2009 ist auf den besonders harten Winter 2008/2009 zurückzuführen. Trotz des erneut kalten und schneereichen Winters 2009/2010 konnten viele Arten den Bestandseinbruch im Jahr 2010 etwas auffangen.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der prozentualen Veränderung nur für regelmässig in der Schweiz brütende Vogelarten der Roten Liste.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Bestandsveränderungen der Brutvogelarten sowie der auf der Roten Liste aufgeführten Arten. Als Brutvögel bezeichnet werden die Arten, die zwischen 1981 und 1990 mindestens in neun Jahren in der Schweiz als Brutvögel auftraten (eingeführte und aus Gefangenschaft entwichene Arten ausgeschlossen). Die Rote Liste umfasst die gefährdeten und seltenen Arten. Ein wichtiges Kriterium zur Aufnahme einer Art in die Rote Liste ist die Rückläufigkeit der Bestände. Nach der Aufnahme einer Art in die Rote Liste werden Artenförderungsmassnahmen eingeleitet, um die Zielvorgaben des Bundes zu erfüllen.
Die Daten stammen aus dem Swiss Bird Index ®, der von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach berechnet wird.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator ist dem «Common Bird Index» des Pan-European Common Bird Monitoring (PECBM) ähnlich, die beiden Indices unterscheiden sich aber in der Zahl und Auswahl der berücksichtigten Vogelarten.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/natuerliche-ressourcen/brutvogelbestand.html