MONET – Wahrnehmung der Wohnumgebung


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, dass die Menschen über optimale Voraussetzungen zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse verfügen. Der sozioökonomische Wandel und die Veränderungen der Umwelt dürfen die Möglichkeit, diese Bedürfnisse zu decken, nicht einschränken (Prinzip 3b). Die Wohnqualität ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität der Menschen, genauso wie dessen soziale Integration, die Gesundheit und die finanzielle Situation. Bei der Wahrnehmung der Wohnumgebung handelt es sich um eine subjektive Messung deren Qualität. Somit entspricht eine Abnahme des Anteils der Bevölkerung, die sich durch Lärm, Verschmutzungen oder Kriminalität an ihrem Wohnort belästigt fühlt, einem Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator gibt Auskunft darüber, wie die Personen ihre Wohnbedingungen wahrnehmen. Er erfasst den Anteil der Personen, die in ihrer Wohnung oder ihrem Wohnumfeld mindestens eine Belästigung, wie Lärm, Probleme mit Kriminalität, Gewalt, Vandalismus oder Umweltprobleme, wahrnehmen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 3b Wohlbefinden berücksichtigende Entwicklung.

Kommentar

Der Anteil der Bevölkerung, die sich an ihrem Wohnort durch mindestens eine Belästigung oder ein Problem beeinträchtigt fühlt, hat sich seit 2014 abgenommen und belief sich im Jahr 2016 auf 28,4%. 2016 waren 17,8% der Bevölkerung einer Lärmbelästigung durch Nachbarn oder der Strasse ausgesetzt, 11,1% nahmen in ihrem Wohnumfeld Probleme durch Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus wahr und 8,8% lebten in einem Quartier mit Problemen durch Verschmutzung oder Abfall.

Die Schweizer Bevölkerung fühlt sich durch Probleme mit Kriminalität und Lärmbelästigungen an ihrem Wohnort gleich stark beeinträchtigt wie die EU-Bevölkerung (13,0% bzw. 17,9% in der EU28), während sie sich durch  Umweltprobleme (14,0% in der EU28) etwas weniger gestört fühlt.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund des Bruches in der Zeitreihe werden für die Berechnung nur die Daten ab 2014 verwendet.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator misst den Anteil der Bevölkerung, die in einem Haushalt lebt, der durch mindestens eine der folgenden Belästigungen oder eines der folgenden Probleme in der Hauptwohnung oder dem Wohnumfeld beeinträchtigt ist:

  • Lärmbelästigung durch Nachbarn oder von der Strasse
  • Probleme durch Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus im Wohnumfeld
  • Probleme durch Verschmutzungen und Abfall oder andere Umweltprobleme

Diese Fragen werden nur einem Haushaltsmitglied gestellt; die Antworten werden für sämtliche Haushaltsmitglieder übernommen.

Die Daten stammen aus der Erhebung SILC (Einkommen und Lebensbedingungen) des Bundesamts für Statistik. Dafür wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.  

Internationale Vergleichbarkeit

Die Fragen zur Wohnumgebung werden auch von Eurostat im Rahmen der Erhebung EU-SILC bei den 28 Ländern der Europäischen Union erhoben. Die internationale Vergleichbarkeit der Daten ist somit gewährleistet.  

Definitionen

Lebensqualität
Die Lebensqualität einer Person (einer Bevölkerungsgruppe oder einer Gesellschaft) wird verstanden als mehrdimensionale Grösse, die alle wichtigen Lebensbereiche umfasst (Berufsleben, Gesundheit, materielle Situation, Wohnverhältnisse, soziale Integration, Freizeit u.a.) und sowohl die objektiv beobachtbaren Verhältnisse, die Lebensbedingungen, als auch subjektive Faktoren wie Zufriedenheit, Werte und Einstellungen einschliesst.

Materielle Entbehrung
Materielle Entbehrung ist definiert als der Nichtbesitz von Gebrauchsgütern beziehungsweise als das Fehlen elementarer Lebensgrundlagen aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/lebensbedingungen/wahrnehmung-wohnumgebung.html