MONET – Lebenszufriedenheit


Bedeutung des Indikators

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dass die Bevölkerung in der Lage sein sollte, ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse langfristig zu decken (Prinzip 2a). Zu den immateriellen Bedürfnissen des Menschen zählen Glück und Zufriedenheit (Prinzip 3a). Eine Zunahme der Lebenszufriedenheit der Bevölkerung ist somit ein Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator gibt Auskunft über den Anteil der Bevölkerung, die eine hohe Zufriedenheit mit ihrem aktuellen Leben hat. Diese Selbsteinschätzung zur Lebensqualität der Bevölkerung ist subjektiv und ist nicht unbedingt von der Deckung der materiellen Bedürfnisse abhängig.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2a Bedürfnisdeckung, 3a Zufriedenheit und Glück.

Kommentar

Im Beobachtungszeitraum zeigt die Bevölkerung der Schweiz insgesamt ein hohes Mass an Lebenszufriedenheit. 2016 hatten 70,4% der Bevölkerung ab 16 Jahren eine hohe oder sehr hohe Lebenszufriedenheit (Bewertung von 8, 9 oder 10 auf einer Skala von 0 «gar nicht zufrieden» bis 10 «vollumfänglich zufrieden»). Weniger zufriedene Menschen sind gehäuft in Gruppen zu finden, bei denen materielle Benachteiligung oder andere Faktoren einhergehen, die sich negativ auf die Lebensbedingungen auswirken. Personen mit tiefem Einkommen, sowie mit tiefem Bildungsniveau, Ausländerinnen und Ausländer, Alleinlebende, aber auch Einelternhaushalte sind unzufriedener als die Bevölkerung in der Schweiz insgesamt.

2013 waren 21,6% der europäischen Bevölkerung (EU28) sehr zufrieden mit ihrem Leben (Bewertung von 9 oder 10 der Lebenszufriedenheit in der aktuellen Situation). In der Schweiz belief sich dieser Anteil auf 38,5 %, was im Vergleich zu den Nachbarländern hoch ist (Österreich: 37,9%, Deutschland: 25,0%, Frankreich: 16,1%, Italien: 14,2%).

Synthese

Bemerkung: Synthese der beobachteten Entwicklungen für das sehr hoch und hoch Zufriedenheitsgrad. Die Veränderung in Prozent von jeder Variable wird in einen Einzelwert zusammengefasst (-1 für eine negative Entwicklung, 0 für keine wesentliche Veränderung, +1 für eine positive Entwicklung). Die Einzelwerte werden anschliessend addiert und das Resultat ergibt die gesamte Entwicklungsrichtung des Indikators.

Die beobachtete Entwicklung für das sehr hoch Zufriedenheitsgrad, die sich innerhalb des Vertrauensintervalls befindet, ist statistisch nicht signifikant und die Beurteilung daher unverändert.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz (ab 16 Jahren), die ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von 0 bis 10 mit 8, 9 oder 10 bewertet. Am Telefon wurde folgende Frage gestellt: Wie zufrieden sind Sie ganz allgemein mit Ihrem jetzigen Leben, wenn 0 «gar nicht zufrieden» und 10 «vollständig zufrieden» bedeutet?

Die Daten stammen aus der Erhebung SILC (Einkommen und Lebensbedingungen) des Bundesamts für Statistik. Dafür wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.  

Internationale Vergleichbarkeit

Die Lebenszufriedenheit wird auch im EU-SILC-Modul 2013 zum Wohlbefinden gemessen. Die Daten für dieses Erhebungsjahr sind somit vergleichbar.

Definitionen

Lebensqualität
Die Lebensqualität einer Person (einer Bevölkerungsgruppe oder einer Gesellschaft) wird verstanden als mehrdimensionale Grösse, die alle wichtigen Lebensbereiche umfasst (Berufsleben, Gesundheit, materielle Situation, Wohnverhältnisse, soziale Integration, Freizeit u.a.) und sowohl die objektiv beobachtbaren Verhältnisse, die Lebensbedingungen, als auch subjektive Faktoren wie Zufriedenheit, Werte und Einstellungen einschliesst.

Mehrfachbenachteiligung (kumulierte Problemlagen)
Die Untersuchung der Mehrfachbenachteiligung basiert auf einer Auswahl von 10 objektiven Indikatoren aus den Bereichen Lebensstandard, Arbeit, Gesundheit, Freizeit, Partizipation und Wohnen sowie 8 subjektiven Indikatoren aus den Bereichen Lebensstandard, Arbeit, Gesundheit, Freizeit, Partizipation, Wohnen, Haushalt/Familie und persönliche Sicherheit. Eine Mehrfachbenachteiligung ist dann gegeben, wenn eine Person in mindestens vier der 10 objektiven oder drei der 8 subjektiven Indikatoren ein Defizit aufweist. Die Festlegung dieser Grenzen erfolgte nach rein empirischen Gesichtspunkten.

Einelternhaushalt
Ein Einelternhaushalt ist ein Privathaushalt bestehend aus einem Elternteil und einem oder mehreren eigenen Kindern unter 18 Jahren oder, wenn nicht erwerbstätig, unter 24 Jahren.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/lebensbedingungen/lebenszufriedenheit.html