MONET – Gewaltdelikte


Bedeutung des Indikators

Die physische Sicherheit des Menschen gehört zu den Grundbedürfnissen, deren Deckung zu gewährleisten ist (Prinzip 2a). Die physische Sicherheit wird unter anderem durch das Risiko beeinflusst, Opfer einer Gewalttat zu werden. Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung, soll die Gewalt abnehmen.

Der Indikator gibt Auskunft über die Zahl der polizeilich registrierten Opfer von vollendeten schweren Gewaltdelikten (Tötungsdelikte, schwere Körperverletzung, Verstümmelung weiblicher Genitalien, schwerer Raub, Geiselnahme und Vergewaltigung).

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2a Bedürfnisdeckung, 2b Gesundheitsförderung.

Kommentar

Seit 2009 hat die Zahl der polizeilich registrierten Opfer vollendeter schwerer Gewaltdelikte insgesamt abgenommen. 2017 belief sich die Zahl der Opfer solcher Gewaltdelikte auf 959 Fälle. Von diesen Fällen waren 56% Opfer einer Vergewaltigung, 38% einer schweren Körperverletzung, 5% eines Tötungsdelikts und 1% eines schweren Raubes. Seit dem Inkrafttreten (im Juli 2012) der Strafnorm gegen die Verstümmelung weiblicher Genitalien sind bei der Polizei keine entsprechenden Opfermeldungen eingegangen. Es ist jedoch möglich, dass die Zahl der nicht erfassten Fälle bei dieser Straftat hoch ist. Im Beobachtungszeitraum waren 64% aller polizeilich registrierten Opfer schwerer Gewaltdelikte weiblich.

Opfer, die sich nicht bei der Polizei melden, sind im Indikator nicht berücksichtigt. In den Fällen schwerer Gewalt spielt das Anzeigeverhalten eine geringere Rolle, da durch den Tod oder die notwendige stationäre Behandlung die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass die Polizei von der Straftat erfährt.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Zahl der polizeilich registrierten Opfer vollendeter schwerer Gewaltdelikte. Eine Straftat gilt als «vollendet», wenn die Tat, die sie charakterisiert, vollständig durchgeführt wurde. Die Versuche sind im Indikator also nicht enthalten. Für die Berechnung des Indikators werden folgende Straftaten gemäss Strafgesetzbuch (StGB) berücksichtigt: Tötungsdelikte (Art. 111–113 und 116), schwere Körperverletzung (Art. 122), Verstümmelung weiblicher Genitalien (Art. 124, in Kraft seit dem 1. Juli 2012), Raub (mit schwerer Körperverletzung oder grausamer Behandlung) (Art. 140 Abs. 4), Geiselnahmen (Art. 185) und Vergewaltigung (Art. 190). Jedes Opfer erhält eine eindeutige Identifikationsnummer, die es erlaubt, Opfer mehrerer Straftaten als ein und dieselbe Person zu identifizieren. So kann nach sogenannter Echtzählung ausgewertet werden, das heisst, jede Person wird pro Jahr nur einmal gezählt.

Die Daten werden jährlich im Rahmen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erhoben und vom Bundesamt für Statistik in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement und der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren publiziert.  

Internationale Vergleichbarkeit

Indikatoren zu Straftaten sind für den Ländervergleich nur beschränkt geeignet, da das Spektrum der abgedeckten strafbaren Handlungen, die Definition der Straftaten (gemäss nationalen Strafgesetzbüchern), die Erhebungsmethoden und die Datenqualität von Land zu Land unterschiedlich sind. Auch ist die Bereitschaft der Bevölkerung, Straftaten anzuzeigen unterschiedlich. Der Indikator ist daher primär auf die Beobachtung der Entwicklung in der Schweiz ausgelegt.

Publikationen

Definitionen

Straftaten
Straftaten sind strafbare Handlungen. Das Strafrecht führt drei Kategorien von Straftaten auf, die sich in Bezug auf die Schwere der Straftat (und damit auch der Strafe) unterscheiden: Verbrechen, Vergehen und Übertretungen (wobei die Verbrechen die am stärksten und die Übertretungen die am wenigsten ins Gewicht fallenden Taten bezeichnen).

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/lebensbedingungen/gewaltdelikte.html