MONET – Zollfreie Importe aus Entwicklungsländern


Bedeutung des Indikators

Eine effektive und effiziente Befriedigung der individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse ist ein wichtiges Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzip 8). Das multilaterale Handelssystem soll ermöglichen, dieses Ziel in einem Land zu erreichen, ohne dass dadurch die Bedürfnisdeckung in anderen Nationen verschlechtert wird (Prinzip 14b). Gezielte Senkungen der Zölle und der nichttarifären Handelshemmnisse (z.B. diskriminierende technische Vorschriften) sind wichtige Massnahmen, um zu verhindern, dass ärmere Länder beim Zugang zum Schweizer Markt benachteiligt werden (Prinzipien 4b, 14b). Eine Zunahme der zollfreien Importe geht somit in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt den Anteil der zollfrei in die Schweiz eingeführten Güter (ohne Kriegsmaterial), nach Einkommenskategorie der Länder. Er verdeutlicht die Bereitschaft der Schweiz, für eine faire Öffnung ihrer Märkte zu sorgen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, 8 Wirtschaftsordnung im Dienste des Gemeinwohls, 14b Allseitig nutzbringender Welthandel.

Kommentar

Der Anteil der aus den am wenigsten entwickelten Ländern zollfrei in die Schweiz eingeführten Güter ist im Zeitraum 2013-2017 um 46,8% gestiegen. Die Verordnung über die Präferenz-Zollansätze zugunsten der Entwicklungsländer trat im April 2007 in Kraft. Gemäss dieser Verordnung sind Importe aus den am wenigsten entwickelten Ländern zollfrei. Für andere Entwicklungsländer wird je nach eingeführter Ware ebenfalls Zollbefreiung oder aber Zollermässigung gewährt. Einschränkungen gibt es beispielsweise noch im Textil- und Agrarsektor.

Mit diesem Indikator können keine Aussagen über die sozialen und ökologischen Auswirkungen einer Marktöffnung im In- und Ausland gemacht werden.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der Veränderung in % anhand der am wenigsten entwickelten Länder. Aufgrund eines Bruchs in der Zeitreihe wird für die Veränderung in % nur ab 2013 berücksichtigt.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der zollfrei in die Schweiz eingeführten Güter, nach Einkommenskategorie der Länder.

Die Daten stammen aus der schweizerischen Aussenhandelsstatistik, die von der Eidgenössischen Zollverwaltung auf der Grundlage einer Vollerhebung erstellt wird. Diese basiert auf den Daten der Ein- und Ausfuhrdeklarationen, die primär der Verzollung dienen. Die Einkommenskategorien der Länder wurden vom Development Assistance Committee (DAC) der OECD festgelegt. Dabei werden die Länder nach dem Bruttonationaleinkommen pro Kopf in Kategorien eingeteilt.  

Internationale Vergleichbarkeit

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Definitionen

Einfuhren von in anderen Ländern produzierten Gütern (cif-Werte)
Waren (einschliesslich Fracht, Versicherungen und Transport bis zur Schweizer Grenze). Nicht eingeschlossen sind Einkommen aus Erwerb oder Eigentum. Dies entspricht dem Total 2 gemäss Inländerkonzept der Oberzolldirektion.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/internationale-zusammenarbeit/zollfreie-importe-entwicklungslaender.html