MONET – Geldüberweisungen von Migrant/innen


Bedeutung des Indikators

Einer der Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung besagt, dass jedes Mitglied der Gesellschaft das Recht auf ein menschenwürdiges Leben hat (Prinzip 1a). Ein Leben frei von Armut führen zu können, ist eine Grundvoraussetzung dafür (Prinzipien 2a und 2c). Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer leisten einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Armut und zur Verbesserung der Lebensbedingungen. Wenn in Konflikt- oder Katastrophensituationen andere Einkommensquellen wegfallen, können sie eine lebenswichtige Einkommensquelle sein. Eine Zunahme solcher Geldüberweisungen trägt somit zur Nachhaltigen Entwicklung bei.

Der Indikator zeigt die privaten Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten, die seit mindestens einem Jahr in der Schweiz leben und arbeiten, in ihre Herkunftsländer.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 1a Gewährleistung der Menschenrechte, 2a Bedürfnisdeckung, 2c Armutsbekämpfung.

Kommentar

Die Geldüberweisungen von Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer haben seit 2000 kontinuierlich zugenommen. 2016 wurden rund 7 Milliarden Franken überwiesen. Gründe für die Zunahme sind die wirtschaftliche Liberalisierung, die zunehmende Migration und die vermehrte Einwanderung von gut ausgebildeten und somit besser verdienenden Arbeitskräften. Gemäss Schätzungen fliessen mehr als zwei Drittel dieser Gelder in europäische Länder.

Global gesehen werden grosse Geldsummen aus Ländern mit hohem Wohlstand und einem gut funktionierenden Arbeitsmarkt überwiesen. Geldüberweisungen der Migrationsbevölkerung sind neben den ausländischen Direktinvestitionen und der Entwicklungshilfe eine wichtige Einkommensquelle der Entwicklungsländer. Anhand des Indikators lassen sich jedoch keine Aussagen über mögliche negative Auswirkungen solcher Geldüberweisungen machen. Externe Geldquellen können beispielsweise die Entwicklung einer lokalen, selbstständigen Wirtschaft beeinträchtigen oder den Druck von der lokalen Regierung nehmen, wirtschaftliche und soziale Reformen umzusetzen. Zudem können sie in einer Gemeinschaft die soziale Ungleichheit zwischen Empfängerinnen und Empfängern solcher Gelder und Personen, die keine solchen Überweisungen erhalten, verschärfen und die Anreize für die Migration in Industrieländer erhöhen.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die geschätzten privaten Geldüberweisungen von in der Schweiz lebenden und arbeitenden Migrantinnen und Migranten in ihre Herkunftsländer. Diese jährlich von der Schweizerischen Nationalbank vorgenommene Schätzung berücksichtigt die Anzahl der in der Schweiz arbeitenden Migrantinnen und Migranten, ihren durchschnittlichen Lohn und eine Hypothese zum Lohnanteil, den sie in ihr Herkunftsland überweisen. Aufgrund der angewandten Methodik und der berücksichtigten Hypothesen ist diese Schätzung allerdings mit einer grossen Unsicherheit behaftet.  

Internationale Vergleichbarkeit

Die Weltbank schätzt das erzielte Einkommen von Migrant/innen, die seit weniger als einem Jahr im Gastland leben. Diese Daten sind daher nicht mit jenen des Indikators vergleichbar.  

Definitionen

Geldüberweisungen von Migrant/innen (Rimessen)
Geldüberweisungen von Arbeitsmigrant/innen, die über ein Jahr im Gastland wohnhaft sind, an Empfänger/innen in ihren Herkunftsländern.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/internationale-zusammenarbeit/geldueberweisungen-von-migranten.html