MONET – Direktinvestitionen in Entwicklungsländern


Bedeutung des Indikators

Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigen Entwicklung ist, dass der Welthandel die Deckung der individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnisse in einem Land fördert, ohne dass dadurch die Bedürfnisdeckung in anderen Ländern verschlechtert wird (Prinzip 14b). Die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen findet in erster Linie zwischen und innerhalb von Unternehmen statt. Durch Direktinvestitionen werden neue Märkte integriert, sie können in den Zielländern zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zum Transfer von Technologie und Management-Know-how beitragen. Deswegen sollen auch Investitionen in Entwicklungsländern gefördert werden (Prinzipien 4b, 10a und c). Die multilaterale Politik soll den Erhalt der natürlichen Ressourcen und die Einhaltung der Menschenrechte gewährleisten (Prinzip 6c). Es wird daher eine Zunahme der Direktinvestitionen in Entwicklungsländern angestrebt.

Der Indikator zeigt die Direktinvestitionen (Kapitalflüsse) der Schweiz in Entwicklungsländern, nach der Einkommenskategorie.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit, 6c Stärkung der multilateralen Politik, 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 10c Forschungsförderung, 14b Allseitig nutzbringender Welthandel.

Kommentar

Zwischen 2004 und 2016 nehmen die Direktinvestitionsflüsse der Schweiz in Länder mit niedrigem Einkommen (Low Income Countries, LIC) und in Entwicklungsländern mit mittlerem Einkommen (Middle Income Countries, MIC) ab. Direktinvestitionen in den am wenigsten entwickelten Ländern (Least Developed Countries, LDC) nahmen in diesem Zeitraum insgesamt zu. Die Direktinvestitionen der Schweiz in Entwicklungsländern mit mittlerem Einkommen betrugen im Jahr 2016 mehr als 1 Milliarde Franken, die Direktinvestitionen in den am wenigsten entwickelten Ländern beliefen sich auf mehr als 300 Millionen Franken. Für die Länder mit niedrigem Einkommen waren Desinvestitionen in der Höhe von 40 Millionen Franken zu verzeichnen.

Aussagen über die sozialen und ökologischen Auswirkungen einer Marktöffnung im In- und Ausland können mit diesem Indikator nicht gemacht werden.

Synthese

Bemerkung: Synthese der beobachteten Entwicklungen der Entwicklungsländer mit mittlerem Einkommen (MIC), mit tiefem Einkommen (LIC) und den am wenigsten entwickelten Ländern (LDC)

Die Veränderung in Prozent von jeder Variable wird in einen Einzelwert zusammengefasst (-1 für eine negative Entwicklung, 0 für keine wesentliche Veränderung, +1 für eine positive Entwicklung). Die Einzelwerte werden anschliessend addiert. Das Resultat ergibt die gesamte Entwicklungsrichtung des Indikators.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die schweizerischen Direktinvestitionen im Ausland sowie deren Verteilung nach den Einkommenskategorien der Länder. Minuswerte bedeuten einen Kapitalrückfluss in die Schweiz (Desinvestition).

Die Statistik der Direktinvestitionen 2014 enthält erstmals die Ergebnisse aus den revidierten Erhebungen der Kapitalverflechtungen mit dem Ausland. Zugleich erfolgte die Umstellung auf die neuen internationalen Statistikstandards der OECD zur Direktinvestitionsstatistik («Benchmark Definition of Foreign Direct Investment», 4th Edition) und des IWF zur Zahlungsbilanz und zum Auslandvermögen («Balance of Payments and International Investment Position Manual», 6th Edition). Bei den Direktinvestitionen im Ausland wird neu nur noch der Kapitalbestand in Ländern mit unmittelbar von der Schweiz aus gehaltenen Tochtergesellschaften aufgeführt; bis anhin wurde bei einer Kette von Beteiligungen über mehrere Länder hinweg der Kapitalbestand in denjenigen Ländern gezeigt, in denen sich die einzelnen Tochtergesellschaften befinden. Für das Total aller Länder resultieren tiefere Bestände an Beteiligungskapital. Die Gründe dafür dürften in der unterschiedlichen Bewertung von direkt und indirekt gehaltenen Tochtergesellschaften in den Bilanzen innerhalb einzelner Konzerne liegen. Demnach sind von den methodischen Änderungen insbesondere die Kapital- und Personalbestände der Direktinvestitionen im Ausland betroffen. Die Kapitaltransaktionen und die Kapitalerträge wurden durch die Einführung der neuen Erhebungen nicht wesentlich beeinflusst.

Die schweizerischen Direktinvestitionen im Ausland (Kapitalexporte der Schweiz) werden jährlich von der Schweizerischen Nationalbank erhoben. Die Einkommenskategorien der Länder wurden vom Development Assistance Committee (DAC) der OECD übernommen. Dabei werden die Länder nach dem Bruttovolkseinkommen pro Kopf in Kategorien eingeteilt.  

Internationale Vergleichbarkeit

Die Nachhaltigkeitsindikatoren von Eurostat zeigen die ausländischen Direktinvestitionen in Entwicklungsländern nach Einkommensklasse. Die OECD erfasst die ausländischen Direktinvestitionen der einzelnen Länder.

Definitionen

Ausländische Direktinvestitionen
Mit ausländischen Direktinvestitionen ist eine strategische, langfristige Beziehung zum Unternehmen im Ausland beabsichtigt. Dies kann z.B. die Eröffnung einer unselbstständigen Zweigstelle, die Gründung von Tochtergesellschaften oder eine Fusion sein.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/internationale-zusammenarbeit/direktinvestitionen-entwicklungslaendern.html