MONET – Lebenserwartung in guter Gesundheit


Bedeutung des Indikators

Der Schutz und die Förderung der menschlichen Gesundheit ist ein zentrales Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung (Prinzip 2b). Der Gesundheitszustand beeinflusst in ausgeprägtem Masse die Lebensqualität eines Menschen und seines Umfelds und ist ein wichtiger Aspekt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Landes. Eine Zunahme der Lebenserwartung in guter Gesundheit geht somit in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt die Anzahl Lebensjahre, in denen die Gesundheit als gut bezeichnet werden kann.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2b Gesundheitsförderung, 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Kommentar

Frauen und Männer in hochentwickelten Ländern leben nicht nur länger, sondern im Durchschnitt auch länger gesünder und ohne schwerwiegende Behinderungen. In der Schweiz ist die Lebenserwartung in guter Gesundheit besonders hoch. 2012 betrug sie im Durchschnitt 67,7 Jahre bei den Männern und 67,9 Jahre bei den Frauen. Die relative wie auch absolute Ausweitung der krankheits- und behinderungsfreien Lebenserwartung ist einerseits auf Verbesserungen der sozialen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Lage der Rentnerinnen und Rentner zurückführen. Anderseits wurden in den letzten Jahrzehnten grosse Fortschritte in der Früherkennung, Diagnostik und Behandlung von (chronischen) Krankheiten sowie in der Rehabilitation erzielt, wodurch sich die Gesundungschancen oder zumindest die Chancen zur Beibehaltung eines selbstständigen Alltags ebenfalls erhöht haben.

Bemerkungen: Synthese der beobachteten Entwicklungen der Frauen (F) und Männer (M).Die Veränderung in Prozent von jeder Variable wird in einen Einzelwert zusammengefasst (-1 für eine negative Entwicklung, 0 für keine wesentliche Veränderung, +1 für eine positive Entwicklung). Die Einzelwerte werden anschliessend addiert und das Resultat ergibt die gesamte Entwicklungsrichtung des Indikators.

Wird aufgrund des Bruches in der Zeitreihe im Jahr 2012 lediglich bis 2007 berechnet.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Anzahl Lebensjahre, in denen die Gesundheit als gut bezeichnet werden kann. Die Daten stammen aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) des Bundesamts für Statistik, die alle fünf Jahre durchgeführt wird.

Die Lebenserwartung in guter Gesundheit errechnet sich aus der Lebenserwartung für jede Altersklasse und dem Anteil an Personen, die sich in jeder Altersklasse gesund oder krank fühlen. Das Konzept der Lebenserwartung in guter Gesundheit berücksichtigt demnach neben der Lebensdauer auch die gesundheitliche Qualität der verbrachten Lebensjahre. Die für die Berechnung der Lebenserwartung in guter Gesundheit verwendete Methode basiert auf dem von Sullivan (1971) vorgeschlagenen Verfahren. Es werden folgende Datengrundlagen benötigt:

  • Anzahl Todesfälle im entsprechenden Jahr (getrennt nach Alter und Geschlecht)
  • Ständige Wohnbevölkerung im entsprechenden Jahr (getrennt nach Alter und Geschlecht)
  • Prävalenz der Personen mit guter bis sehr guter Gesundheit im entsprechenden Jahr (getrennt nach Alter und Geschlecht)(Sullivan Daniel F. (1971), A single index of mortality and morbiditiy, HSMHA Health Reports, Vol. 86 (4), 347-354)
Internationale Vergleichbarkeit

Ein ähnlicher Indikator wird im Indikatorenset der Nachhaltigen Entwicklung von Eurostat verwendet (Healthy life years). Aufgrund unterschiedlicher Messverfahren sind Vergleiche mit dem vorliegenden Indikator jedoch nicht möglich. Trotzdem handelt es sich dabei um einen gängigen Indikator der öffentlichen Gesundheit.

Publikationen

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/gesundheit/lebenserwartung-gute-gesundheit.html