MONET – Patentanmeldungen


Bedeutung des Indikators

Für eine Nachhaltige Entwicklung sollen die Rahmenbedingungen des marktwirtschaftlichen Systems so gestaltet sein, dass Innovationen angeregt und die Wettbewerbsfähigkeit gefördert werden (Prinzip 10b). Technologische Innovationen kommen unter anderem in Form von Patentanmeldungen zum Ausdruck. Diese resultieren aus der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit und stellen die erste Stufe der kommerziellen Verwertung von Wissen dar. Eine Zunahme der Zahl der Patentanmeldungen geht somit in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt die Patentanmeldungen gemäss dem Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (Patent Cooperation Treaty, PCT) durch in der Schweiz wohnhafte Erfinderinnen und Erfinder. Er widerspiegelt den technologischen Fortschritt und die Innovationskraft der Schweiz. Auch wenn nicht allen Patentgesuchen entsprochen wird, zeugt jede Anmeldung von einer technischen Leistung und gibt Aufschluss über das Innovationspotenzial der Schweiz. Der Indikator macht keine Aussagen über soziale oder organisatorische Innovationen, die ebenfalls einen Mehrwert darstellen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigern können.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 10b Innovations- und wettbewerbsfreundliche Wirtschaftsordnung, 10c Forschungsförderung.

Kommentar

Zwischen 1995 und 2007 haben die Patentanmeldungen gemäss dem Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT) durch in der Schweiz wohnhafte Erfinderinnen und Erfinder zugenommen. Seither hat sich die Zahl der Anmeldungen bei rund 300 pro Million Einwohnerinnen und Einwohner stabilisiert, wobei 2012 mit 327 Patentanmeldungen ein Höchstwert erreicht wurde. Die Entwicklung vor 2000 ist allerdings mit Vorsicht zu interpretieren, da das PCT-Verfahren in dieser Zeit nicht so breit verwendet wurde wie heute.

Die Patentanmeldungen beziehen sich nicht ausschliesslich auf Technologien, die direkt auf die Nachhaltige Entwicklung ausgerichtet sind. So betrafen 2014 nur 4,1% der Patentanmeldungen umweltbezogene Technologien.

Die Auswirkungen gewisser Technologien können zudem je nach Verwendungszweck oder aktuellem Wissensstand unterschiedlich beurteilt werden.

Synthese

Bemerkung: Die Berechnung der prozentualen Veränderung erfolgt erst seit 2000, da das PCT-Verfahren vor diesem Zeitpunkt nicht breit genug verwendet wurde.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Anzahl der Patentanmeldungen gemäss PCT-Verfahren (in internationaler Phase, nach Prioritätsdatum) durch in der Schweiz wohnhafte Erfinderinnen und Erfinder, pro Million Einwohnerinnen und Einwohner.

Der Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (Patent Cooperation Treaty, PCT) ist ein Versuch, die Anmeldeverfahren für Patente zu vereinfachen. Mit dem PCT-Verfahren kann mit einer einzigen internationalen Anmeldung bei einem Patentamt das Patentrecht in mehreren Ländern beantragt werden (internationale Phase). Das Verfahren endet (bei einem positiven Ausgang für die Erfinderin oder den Erfinder) mit der Erteilung mehrerer nationaler oder regionaler Patente (nationale Phase). Der Vertrag wurde 1970 unterzeichnet und ist 1978 in Kraft getreten. Der PCT zählt rund 150 Mitgliedsstaaten und -organisationen.

Das Prioritätsdatum ist das Datum, an dem das Patent zum ersten Mal angemeldet wurde. Dieses Datum kann als das dem Erfindungsdatum am nächsten liegende Datum betrachtet werden.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Daten dieses Indikators werden von der OECD erhoben und sind somit international vergleichbar. Die OECD empfiehlt jedoch, internationale Vergleiche erst ab 2000 zu erstellen, als eine breite Verwendung des PCT-Verfahrens einsetzte.

Definitionen

Anmeldung eines Patents
Um Patentschutz zu erlangen, muss der Erfinder, die Erfinderin ihre Erfindung beschreiben und sie zum Patent anmelden. Sind die Minimalerfordernisse erfüllt, bestätigt das Patentamt das Anmeldedatum.

Patente
Ein Patent ist ein Recht an geistigem Eigentum auf einer technischen Erfindung. Es kann einem Unternehmen, einer einzelnen Person oder einer öffentlichen Institution von einem Patentamt als Gegenleistung für die Publikation der Erfindung erteilt werden. Das Patent ist in einem bestimmten Land während einer begrenzten Zeitdauer gültig (20 Jahre). Der Erfinder/die Erfinderin kann damit während der vereinbarten Zeitspanne verhindern, dass eine Drittperson in irgendeiner Form seine bzw. ihre Erfindung benutzt.

Links

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/forschung-technologie/patentanmeldungen.html