MONET – Aufwendungen für Forschung und Entwicklung


Bedeutung des Indikators

Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung ist es, die ökonomische Leistungsfähigkeit zumindest zu erhalten und wenn möglich auszubauen (Prinzip 10a). Eine wichtige Voraussetzung dafür sind Investitionen in Forschung und Entwicklung. Diese tragen zu einem innovationsförderlichen Umfeld und dadurch zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit eines Landes bei (Prinzip 10b). Eine Zunahme dieser Investitionen ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator beziffert den Anteil der Bruttoinlandaufwendungen für Forschung und Entwicklung der Schweiz am Bruttoinlandprodukt. Er zeigt damit, wieviel die Gesellschaft für diese Form der Erhaltung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ausgibt. Über die Sachdienlichkeit der Mittelverwendung für die Nachhaltige Entwicklung werden jedoch keine Aussagen gemacht.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 10b Innovations- und wettbewerbsfreundliche Wirtschaftsordnung, 10c Forschungsförderung.

Kommentar

Zwischen 1996 und 2015 nahm der Anteil der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandprodukt um 37,8% zu und belief sich 2015 auf 3,4%. In absoluten Werten haben sich die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung innerhalb von 15 Jahren von 11 auf mehr als 22 Milliarden Franken verdoppelt. 2015 wurden 71% der Ausgaben von der Privatwirtschaft getätigt, vor allem von der Pharmabranche. Der Hochschulsektor, aus dem mehrheitlich öffentliche Mittel fliessen, trug mit 27% zu den Gesamtaufwendungen für Forschung und Entwicklung bei.

Im internationalen Vergleich positioniert sich die Schweiz bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung in der Spitzengruppe. Sie besetzt unter den OECD-Ländern direkt hinter Israel und Japan den dritten Platz.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Bruttoinlandaufwendungen für Forschung und Entwicklung (BAFE) in Prozent des Bruttoinlandprodukts. Diese umfassen die laufenden Aufwendungen für das F+E-Personal und -Material sowie die F+E-Investitionen der Privatwirtschaft, des Staats, der Hochschulen und der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck.

Die Daten zu den finanziellen Mitteln für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten werden vom Bundesamt für Statistik im Rahmen von zwei Erhebungen erfasst: Alle zwei Jahre in einer Vollerhebung beim Bund und alle vier Jahre anhand einer repräsentativen Stichprobe bei den Unternehmen. Ausserdem wird auch die Hochschulfinanzstatistik des Schweizerischen Hochschul-Informationssystems ausgewertet.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator gehört zu den Indikatoren von Eurostat zum Thema «Wissenschaft, Technologie und Innovation» und wird von der OECD als einer der Hauptindikatoren für Wissenschaft und Technologie erhoben (GERD as a percentage of GDP).

Definitionen

Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.

F+E-Bruttoinlandaufwendungen (BAFE)
Die BAFE umfasst die gesamten Intramuros-F+E-Aufwendungen innerhalb eines Landes in einem bestimmten Zeitraum. Einbezogen sind auch F+E-Aktivitäten, die innerhalb eines Landes durchgeführt und mit ausländischen Mitteln finanziert werden. Nicht einbezogen sind Zahlungen für die Durchführung von F+E im Ausland. Das Aggregat BAFE wird durch die Zusammenfassung der Intramuros-Aufwendungen der vier durchführenden Sektoren (Privatwirtschaft, Staat, Hochschulen, Private Organisationen ohne Erwerbszweck) konstruiert.

Forschung und Entwicklung (F+E)
Systematische schöpferische Arbeit mit dem Zweck der Erweiterung des Kenntnisstandes, einschliesslich Erkenntnisse über den Menschen, die Kultur und die Gesellschaft, sowie deren Verwendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden. (OECD, Manuel de Frascati, 2002)

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/forschung-technologie/aufwendungen-forschung-entwicklung.html