MONET – Anzahl Forscherinnen und Forscher


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, das kollektive Wissen und das soziokulturelle Erbe langfristig zu erhalten und zu vermehren (Prinzip 7a). Bildung, Forschung und Innovation sind von essenzieller Bedeutung für die Wohlfahrt, den sozialen Zusammenhalt und insbesondere die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes (Prinzip 10b). Es braucht hochqualifizierte Fachkräfte, um Entwicklungen und Weiterentwicklungen in Technologie und Wissenschaft zu fördern. Die so gewonnenen Kenntnisse sind für Wirtschaft und Gesellschaft unentbehrlich. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Anzahl Forscherinnen und Forscher ein zentraler Faktor zur Erhaltung und Förderung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit eines Landes. Aus diesem Grund wird eine Zunahme der Anzahl Forschenden angestrebt.

Der Indikator gibt Auskunft über die Anzahl Forscherinnen und Forscher an Hochschulen, in der Privatwirtschaft oder beim Bund, in Vollzeitäquivalenten (VZÄ) pro Tausend Erwerbstätige.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 7a Entwicklung des Humankapitals, 10b Innovations- und wettbewerbsfreundliche Wirtschaftsordnung.

Kommentar

Im Jahr 2015 war die Anzahl der Forscherinnen und Forscher (in VZÄ) in der Privatwirtschaft, an den Hochschulen und beim Bund 1,6-mal so hoch wie 1996. Diese Entwicklung ist jedoch nicht stetig verlaufen; so nahm die Zahl der Forschenden zwischen 2000 und 2008 zwischenzeitlich ab. Diese Entwicklung war hauptsächlich auf die Abnahme der Anzahl Forschenden in der Privatwirtschaft zurückzuführen. Im Jahr 2015 nahm die Zahl der Forscherinnen und Forscher gegenüber 2008 hingegen wieder zu.

2015 waren von 1000 Erwerbstätigen 8,4 als Forschende (VZÄ) in der Privatwirtschaft, an Hochschulen oder im Bund angestellt. Damit liegt die Schweiz im EU- und OECD-Durchschnitt, kann jedoch nicht mit den skandinavischen Ländern oder mit Israel, Irland und Korea mithalten. Beim Anteil Frauen an den Forschenden liegt die Schweiz mit 33,5% im EU28-Durchschnitt (33,2%). Hier nehmen Länder wie Spanien (39,6%) und Portugal (44,3%) die Spitzenplätze ein.

Forschung kann in bestimmten Bereichen (z.B. Militär, Chemie) auch Erfindungen hervorbringen, deren Anwendung nicht im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung erfolgt.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Anzahl Forscherinnen und Forscher (in Vollzeitäquivalenten) pro tausend Erwerbstätige. Die Daten zu Forscherinnen und Forschern stammen aus der Synthesestatistik zu Forschung und Entwicklung (F+E) des Bundesamts für Statistik. Diese Statistik wurde bis 2012 alle vier Jahre publiziert, ab 2015 alle zwei Jahre. Die Daten für die Statistiken zum F+E-Personal und zu den Forschenden werden mittels Fragebogen erhoben. Das F+E-Personal wird in drei Kategorien eingeteilt: Forschende, technisches und übriges Personal.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Daten zu den Forschenden in der Schweiz sind mit jenen der OECD-Mitgliedstaaten vergleichbar.

Publikationen

Definitionen

Forscher/innen
Forscherinnen und Forscher sind Spezialisten, die in der Planung oder in der Herstellung und Gewinnung von Erkenntnissen, Produkten, Verfahren und neuen Systemen von Forschung und Entwicklung (F+E) tätig sind. Es sind Personen, die Projekte in F+E leiten bzw. die wissenschaftliche und technische Arbeiten von F+E leiten.
F+E wird dabei definiert als systematische schöpferische Arbeit mit dem Zweck der Erweiterung des Kenntnisstandes, einschliesslich Erkenntnisse über den Menschen, die Kultur und die Gesellschaft sowie deren Verwendung mit dem Ziel, neue Anwendungsmöglichkeiten zu finden.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/forschung-technologie/anzahl-forschende.html