MONET – Anteil der Studierenden in MINT-Fächern


Bedeutung des Indikators

Ein wichtiger Aspekt der Nachhaltigen Entwicklung ist das Humankapital, dessen Pflege und Weiterentwicklung durch die Schaffung von neuem Wissen gewährleistet wird (Prinzip 7a). Forschung trägt einen grundlegenden Teil hierzu bei und dient damit auch dem Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit (Prinzip 10b). Die Pflege und Weiterentwicklung des Humankapitals ist insbesondere in Gebieten von Bedeutung, in denen ein Mangel an Fachkräften besteht: In der Volkswirtschaft hat ein tiefgreifender Strukturwandel hin zu einer Wissensgesellschaft mit starkem Technikbezug stattgefunden. Dieser Wandel hat in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) zu einer hohen Nachfrage nach Fachkräften geführt, die nicht ausreichend gedeckt werden kann. Die Ausbildung geeigneter Fachkräfte ist darum eine wichtige Massnahme, um diesem Mangel entgegenzuwirken. Eine Erhöhung des Anteils der MINT-Studierenden an allen Studierenden ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator zeigt den Anteil der Studentinnen und Studenten, die ein Fach in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik an den universitären Hochschulen und den Fachhochschulen belegen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 7a Entwicklung des Humankapitals, 10b Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 10c Forschungsförderung.

Kommentar

Der Anteil der Studierenden in MINT-Fächern hat seit 2002 zugenommen. Im Jahr 2002 belegten 30,5% aller Studierenden an Universitäten und Fachhochschulen in der Schweiz ein MINT-Fach. 2008 ist dieser Anteil um gut einen Prozentpunkt gesunken und seither stetig angestiegen. Im Jahr 2017 betrug der Anteil Studierender in MINT-Fächern 33,5%.

2017 waren mit 27% die meisten MINT-Studierenden dem Technikbereich zuzuordnen (z.B. Elektro- und Maschineningenieurwesen, Mikrotechnik), gefolgt von Chemie und Life Sciences mit einem Anteil von 21%. MINT-Studierende im Bereich Bauwesen machten 15% aus, jene im Bereich Informatik 14%. Andere Fächer (z. B. Erdwissenschaften, Geografie, Mathematik, Physik) vereinigten 23% der MINT-Studierenden auf sich.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Studierenden in den MINT-Fächern an der Gesamtzahl der Studierenden. Es werden die Studierenden der universitären Hochschulen (UH) und der Fachhochschulen (FH) in MINT-Fächern auf den Stufen Bachelor, Master, Lizenziat/Diplom und Doktorat berücksichtigt. Die Studierenden in Weiterbildungen in MINT-Bereichen an diesen Hochschulen werden nicht ausgewiesen. Zu den MINT-Fächern zählen Informatik, Technik (z.B. Elektro- und Maschineningenieurwesen, Mikrotechnik), Bauwesen (z.B. Bauingenieurwesen, Architektur), Chemie und Life Sciences (z.B. Chemie, Biologie, Pharmazie) und andere (z.B. Erdwissenschaften, Geografie, Mathematik, Physik.

Die Daten zu den Studierenden in MINT-Fächern werden jährlich im Rahmen des Schweizerischen Hochschulinformationssystems (SHIS) durch das Bundesamt für Statistik erhoben.

Internationale Vergleichbarkeit

Die OECD stellt Daten zu Studierenden nach Fachgebieten im internationalen Vergleich zur Verfügung. Es werden dabei nicht die immatrikulierten Studierenden, sondern die Anzahl Absolventinnen und Absolventen abgebildet.

Definitionen

Schweizerisches Hochschulinformationssystem (SHIS)
Das Schweizerische Hochschulinformationssystem SHIS ist eine Institution, in der Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulen, der Hochschulkantone und des Bundes zusammenarbeiten, um gesamtschweizerische Hochschulstatistiken zu erstellen. Ausführende Stelle ist die Abteilung Bevölkerung und Bildung des Bundesamtes für Statistik (BFS).

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/forschung-technologie/anteil-studierende-mint-faecher.html