MONET – Treibhausgasintensität


Bedeutung des Indikators

Ziel einer Nachhaltigen Entwicklung ist es, schweren oder irreversiblen Umweltschäden vorzubeugen, auch wenn das Ausmass eines solchen Risikos von der Wissenschaft noch nicht restlos ermittelt werden konnte (Prinzip 18c). Der Treibhauseffekt ist ein natürliches Phänomen, dessen Gleichgewicht durch die vom Menschen verursachten Treibhausgase gestört wird. Deshalb müssen die Produktion und der Konsum von Gütern und Dienstleistungen möglichst umweltverträglich sein. Dies kann insbesondere durch eine Optimierung der Material- und Energieflüsse erreicht werden (Prinzipien 12a und 12b). Eine Abnahme der durch die Wirtschaftstätigkeit verursachten Treibhausgasemissionen geht daher in Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung. Die Entkoppelung ist absolut, wenn die Treibhausgasemissionen ab- und die wirtschaftliche Entwicklung zunimmt; sie ist relativ, wenn die Treibhausgasemissionen weniger stark zunehmen als die wirtschaftliche Entwicklung.

Der Indikator zeigt die Treibhausgasmenge, die pro volkswirtschaftlich erwirtschafteten Franken ausgestossen wird.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 12a Umweltgerechte Produktion, 12b Umwelt und sozialgerechter Konsum, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe, 18c Vorsorge bei Ungewissheit, 19 Rücksicht auf das Zeitmass natürlicher Prozesse.

Kommentar

Zwischen 1990 und 2016 hat die Treibhausgasintensität der Wirtschaft um 37,5% abgenommen: Sie ging von 83 g auf 52 g CO2-Äquivalente pro Franken zurück. Die Entkoppelung ist absolut, da das Bruttoinlandprodukt um 49,1% angestiegen ist, während die Treibhausgasemissionen um 6,8% zurückgegangen sind.

2016 trugen der sekundäre und tertiäre Sektor am meisten zu den Treibhausgasemissionen bei (38% bzw. 42%); der Anteil des primären Sektors belief sich auf 20%.

Die Entwicklung der Intensität ist vor allem auf technische Fortschritte und strukturelle Veränderungen in der Wirtschaft zurückzuführen. Die strukturellen Veränderungen und die Tertiärisierung der Wirtschaft erhöhen zwar die Effizienz des Schweizer Produktionssystems, dies kann eine Verlagerung von Emissionen ins Ausland zu Folge haben, die bei der Produktion und beim Transport der in die Schweiz importierten Güter entstehen.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Treibhausgasemissionen der Wirtschaft, ohne CO2 aus Biomasse, im Verhältnis zum Bruttoinlandprodukt zu Preisen des Vorjahres, verkettet auf Referenzjahr 2010 (reales Bruttoinlandprodukt). Die Daten stammen aus der Umweltgesamtrechnung und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung des Bundesamts für Statistik.

Bei der statistischen Methodik, die für die Treibhausgasemissionen verwendet wird, handelt es sich um das Konto der Luftemissionen AEA (Air Emissions Accounts), das von Eurostat im Rahmen des Systems der umweltökonomischen Gesamtrechnung der UNO entwickelt wurde. Aufgrund der Anpassungen, die vorgenommen wurden, um die Kohärenz mit den Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu gewährleisten, kommt es zu Abweichungen gegenüber den Daten des CO2-Gesetzes, des Treibhausgasinventars der Schweiz gemäss Kyoto-Protokoll oder des Luftschadstoffinventars des UNECE-Übereinkommens über weiträumige, grenzüberschreitende Luftverunreinigung (CLRTAP). Diese Unterschiede sind namentlich darauf zurückzuführen, dass die AEA sämtliche Emissionen berücksichtigt, die bei der Wirtschaftstätigkeit entstehen, auch im internationalen Flugverkehr. Ausserdem werden die Emissionen eingeschlossen, die im Ausland durch in der Schweiz ansässige Unternehmen und Haushalte entstehen, nicht aber die in der Schweiz von Unternehmen und Haushalten mit Domizil im Ausland verursachten Emissionen. Da die Natur kein Wirtschaftsakteur im Sinne der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist, werden die Emissionen und Absorptionen durch die Natur nicht berücksichtigt. Ebenfalls nicht eingeschlossen werden die Emissionen, die durch die Produktion von importierten Gütern entstehen.

Die Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 werden zur besseren Vergleichbarkeit entsprechend ihrem globalen Erwärmungspotenzial (GWP) in CO2-Äquivalente umgerechnet. Zum Beispiel: 1 kg CH4 entspricht 25 kg CO2, und 1 kg N2O entspricht 298 kg CO2.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator ist auf europäischer Ebene vergleichbar, da die für die Berechnung der Treibhausgasemissionen verwendete Methodik von Eurostat entwickelt wurde.

Publikationen

Definitionen

Bruttoinlandprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist die Referenzgrösse zur Messung der wirtschaftlichen Leistung. Es ergibt sich aus der Summe der durch die ansässigen Wirtschaftsakteure erbrachten Wertschöpfung, zusätzlich der Steuern und abzüglich der Gütersubventionen. Das BIP wird zu laufenden Preisen sowie zu Preisen des Vorjahres berechnet. Das Wirtschaftswachstum wird durch die Veränderungsrate zu Preisen des Vorjahres ausgedrückt.

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt entsteht durch verschiedene Gase in der Atmosphäre (Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Lachgas, usw.), die einen Teil der von der Erde ausgehenden Wärmestrahlung wieder reflektieren. Eine Erhöhung der Konzentration solcher Treibhausgase führt zu einer Erwärmung der Atmosphäre.

Treibhausgase
Natürliche oder vom Menschen verursachte gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen. Im Kyoto-Protokoll werden folgende Treibhausgase beziehungsweise Gruppen von Gasen berücksichtigt: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKW) und Schwefelhexafluorid (SF6).

Links

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/energie-klima/treibhausgasintensitaet.html