MONET – Treibhausgasemissionen


Bedeutung des Indikators

Eines der zentralen Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung ist es, schweren oder irreversiblen Umweltschäden vorzubeugen, auch wenn das Ausmass des Risikos von der Wissenschaft noch nicht restlos nachgewiesen werden konnte (Prinzip 18c). Der Treibhauseffekt ist an sich ein natürliches Phänomen, doch wird sein Gleichgewicht durch vom Menschen emittierte Treibhausgase gestört. Diese entstehen in erster Linie durch die Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen. Daneben spielen Emissionen aus der Entwaldung und Holzverbrennung, aus industriellen Prozessen, aus der Landwirtschaft und der Abfallverwertung eine Rolle. Da das natürliche Gleichgewicht der atmosphärischen Prozesse gewährleistet bleiben soll, wird im Sinne der Nachhaltigen Entwicklung eine Abnahme der emittierten Treibhausgase angestrebt.

Dieser Indikator zeigt die jährlich ausgestossene Menge Treibhausgase.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe, 18c Vorsorge bei Ungewissheit, 19 Rücksicht auf das Zeitmass natürlicher Prozesse.

Kommentar

Die Treibhausgasemissionen haben zwischen 1990 und 2016 abgenommen. Im Jahr 2016 betrugen sie 48,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, was einer Abnahme um 9,9% gegenüber 1990 entspricht.

Im Kyoto-Protokoll hatte sich die Schweiz verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 8% unter den Stand von 1990 auf 48,6 Mio. Tonnen pro Jahr zu senken. Die Senkenleistung des Waldes (ca. 1,6 Mio. Tonnen pro Jahr) und die Bilanz des Emissionshandels (ca. 2,5 Mio. Tonnen pro Jahr) durften für die Zielerreichung berücksichtigt werden. Im CO2-Gesetz, welches 2013 in Kraft getreten ist, ist ein Reduktionsziel der inländischen Treibhausgasemissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 20% verankert.

Der Beitrag der verschiedenen Klimagase zum Treibhauseffekt ist sehr unterschiedlich und hängt von der Menge und ihrem Erwärmungspotenzial ab. Mit einem Anteil von über 80% ist das CO2 das weitaus wichtigste anthropogene Treibhausgas.

Die Pro-Kopf-Emissionen der Treibhausgase in der Schweiz liegen unter dem Durchschnitt der Industrieländer, jedoch über dem globalen Mittel. Obwohl in den ärmsten Regionen der Welt am wenigsten CO2 ausgestossen wird, wirkt sich der Klimawandel auf diese Regionen besonders negativ aus: Sie verfügen oft nicht über die Mittel, um sich den Veränderungen anzupassen.

Synthese

Bemerkung: Ziel des CO2-Gesetzes: Senkung der Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2020 um gesamthaft 20 Prozent unter das Niveau von 1990


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen seit 1990, in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Die Werte verstehen sich als Bruttoemissionen ohne Abzug von Senkenleistungen.

Treibhausgase gemäss Kyoto-Protokoll sind Kohlendioxid (CO2), Lachgas (N2O), Methan (CH4) sowie synthetische Gase (HFC, PFC und SF6). Für die Berechnung wird die Summe aller Treibhausgasemissionen in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten ausgewiesen, d.h. die verschiedenen Treibhausgase werden entsprechend ihres globalen Erwärmungspotenzials (GWP) skaliert und in CO2-Äquivalente umgerechnet. Das GWP von Gasen wird nach ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Verweildauer in der Atmosphäre berechnet und im Verhältnis zum Klimagas CO2 angegeben, dessen GWP gleich 1 gesetzt wird. 1kg CH4 entspricht 25kg CO2 und 1kg N2O 298 kg CO2 (Umrechnungswerte für einen Zeithorizont von 100 Jahren gemäss IPCC, 2005).

Die Daten für die Berechnung der Treibhausgasemissionen stammen aus dem Treibhausgasinventar der Schweiz. Dieses wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) gemäss den Richtlinien der UNO-Klimakonvention für Industrieländer und den technischen Handbüchern des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) geführt. Diese Anleitungen sind für alle Mitgliedstaaten der Klimakonvention verpflichtend. Die Treibhausgasemissionen werden jährlich vom BAFU publiziert. Das Kyoto-Protokoll und das CO2-Gesetz erlauben die Anrechnung von bestimmten Senkenleistungen der Forst- und Landwirtschaft. Eine Senke ist zum Beispiel der Wald, wenn er mehr CO2 (Kohlendioxid) aufnimmt, als er abgibt. Je mehr CO2 in Form von Kohlenstoff in der Biomasse dauerhaft gespeichert ist, desto weniger wird die Atmosphäre belastet. Verliert der Wald hingegen mehr CO2, als er aufnimmt, dann ist er eine Quelle. Dies wirkt sich auf die Atmosphäre nachteilig aus.

Das Kyoto-Protokoll und das CO2-Gesetz nehmen auf witterungsbedingte Schwankungen der Emissionen keine Rücksicht, jedoch werden aus diesem Grund die im Kyoto-Protokoll verankerten Ziele als Durchschnittswert über mehrere Jahre formuliert. Die Emissionen des internationalen Flugverkehrs werden im Treibhausgasinventar zwar ausgewiesen, in Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Klimakonvention aber nicht im nationalen Emissionstotal aufgeführt.

Die Schweiz hatte sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008-2012 um 8% unter den Stand von 1990 zu senken. Das CO2-Gesetz, welches 2013 in Kraft getreten ist, verlangt, dass der inländische Ausstoss an Treibhausgasen bis 2020 gegenüber 1990 um 20 Prozent sinkt. Dabei wird die Treibhausgasbilanz der Wälder (inklusive Holzprodukte) berücksichtigt, nicht aber der Kauf von ausländischen Emissionsminderungszertifikaten. Der Bundesrat hat in der CO2-Verordnung für einzelne Sektoren Zwischenziele festzulegen, um die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2020 sicherzustellen.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator ist international gebräuchlich. Er ist auf den Indikatorenlisten von Eurostat, EUA (Europäische Umweltagentur) sowie OECD zu finden.

Publikationen

Definitionen

Treibhauseffekt
Der Treibhauseffekt entsteht durch verschiedene Gase in der Atmosphäre (Wasserdampf, Kohlendioxid, Methan, Lachgas, usw.), die einen Teil der von der Erde ausgehenden Wärmestrahlung wieder reflektieren. Eine Erhöhung der Konzentration solcher Treibhausgase führt zu einer Erwärmung der Atmosphäre.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/energie-klima/treibhausgasemissionen.html