MONET – Treibhausgas-Fussabdruck


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung ist es wichtig, dass schweren oder irreversiblen Umweltschäden vorgebeugt wird, auch wenn das Ausmass eines solchen Risikos von der Wissenschaft noch nicht restlos ermittelt werden konnte (Prinzip 18c). Der Treibhauseffekt ist an sich ein natürliches Phänomen, doch wird sein Gleichgewicht durch die vom Menschen verursachten Treibhausgase gestört. In erster Linie entstehen diese durch die Verbrennung von fossilen Brenn- und Treibstoffen, die landwirtschaftliche Produktion und die Entwaldung. Der Konsum von Gütern und Dienstleistungen soll möglichst umweltverträglich und sozial gerecht sein (Prinzip 12b). In einer globalisierten Wirtschaft muss den Emissionen – auch ausserhalb des Schweizer Staatsgebiets –, die durch die konsumierten Güter und Dienstleistungen verursacht werden, Rechnung getragen werden. Der Treibhausgas-Fussabdruck berücksichtigt genau dies. Eine Abnahme dieses Fussabdrucks ist daher für die Nachhaltige Entwicklung positiv.

Der Indikator zeigt die Treibhausgasemissionen, die durch den Konsum von Gütern und Dienstleistungen in der Schweiz.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 12b Umwelt und sozialgerechter Konsum, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe, 18c Vorsorge bei Ungewissheit.

Kommentar

Der durch den Konsum von Gütern und Dienstleistungen der Schweiz hervorgerufene Treibhausgas-Fussabdruck schwankt im Beobachtungszeitraum. Der inländische Anteil an diesem Fussabdruck hat tendenziell abgenommen: Er sank von 46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente 2000 auf 42 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2016. Der ausländische Anteil des Treibhausgas-Fussabdrucks hat im selben Zeitraum von 80 auf 72 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente abgenommen, wobei deutliche Schwankungen im Zeitverlauf zu verzeichnen waren. So fielen 2016 rund zwei Drittel der durch den Schweizer Konsum verursachten Emissionen im Ausland an.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund der Variabilität der Daten kann keine signifikante Tendenz festgestellt werden.


Tabellen

Methodologie

Mit dem statistischen Konzept des Treibhausgas-Fussabdrucks werden die Treibhausgasemissionen ermittelt, die durch die Endnachfrage nach Gütern und Dienstleistungen in der Schweiz gesamthaft entstehen. Berücksichtigt sind dabei neben dem inländischen Ausstoss auch die Emissionen, die im Ausland bei der Herstellung von für die Schweiz bestimmten Gütern und Dienstleistungen entstehen.

Der Fussabdruck setzt sich aus den direkten Emissionen der Haushalte, den Emissionen aufgrund der Endnachfrage der Haushalte und des öffentlichen Sektors, sowie den Emissionen im Zusammenhang mit den Bruttoanlageinvestitionen zusammen.

Beim Treibhausgas-Fussabdruck handelt es sich um eine Grösse, die modelliert werden muss. Die vorliegenden Resultate beruhen auf den Luftemissionskonten, den Input-Output Tabellen (IOT) der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und einer Gewichtung der importierten Emissionen. Diese Gewichtung berücksichtigt die CO2-Intensität der Herkunft der Schweizer Importe. Die Treibhausgasintensität der Exporte aus der EU wird mit einem gesamtwirtschaftlichen Verhältnis des gesamten CO2-Ausstosses zum Bruttoinlandprodukt (BIP) der jeweiligen Wirtschaftsregion gewichtet.

Als Treibhausgase berücksichtigt werden Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und synthetische Gase (HFC, PFC, SF6, NF3) in CO2-Äquivalenten.

Internationale Vergleichbarkeit

Die durch die Importe und Exporte verursachten Emissionen können nicht direkt gemessen und müssen daher modelliert werden. Auf internationaler Ebene existieren verschiedene statistische Ansätze, um diese Flüsse zu schätzen. Internationale Vergleiche sind daher nur beschränkt möglich.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/energie-klima/treibhausgas-fussabdruck.html