MONET – Energieabhängigkeit


Bedeutung des Indikators

Da Energie vorwiegend aus fossilen Ressourcen gewonnen wird, verursacht der Energieverbrauch einen großen Teil der Umweltbelastung. Gemäß Nachhaltiger Entwicklung soll durch eine Beschränkung des Ressourcenverbrauchs die Umweltbelastung minimiert (Prinzip 16b) und damit auch eine umweltgerechte Produktion sichergestellt werden (Prinzip 12a). Die Schweiz ist zurzeit stark von nicht erneuerbaren Energieressourcen aus dem Ausland abhängig. Dies hat die Verwundbarkeit der einheimischen Wirtschaft zur Folge und birgt aufgrund der Knappheit fossiler Ressourcen internationales Konfliktpotential. Um negative Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft abzuwenden, wird daher eine Abnahme des Einfuhrüberschusses von Energieträgern angestrebt.

Der Indikator zeigt die Bruttoenergieimporte (Einfuhrüberschuss an Energieträgern und Kernbrennstoffe) und wie viel Energie inländisch produziert wird. Er weist auf das Verhältnis zwischen inländisch produzierter und importierter Energie und somit auf die Abhängigkeit der Schweiz vom Energieimport hin.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 2a Bedürfnisdeckung, 12a Umweltgerechte Produktion, 12b Umwelt- und sozialgerechter Konsum, 16b Verbrauchsbegrenzung für nicht erneuerbare Ressourcen, 17a Begrenzung abbaubarer Abfälle und Schadstoffe.

Kommentar

Die Energieimporte in die Schweiz sind seit den 1980er-Jahren insgesamt angestiegen aber haben seit den 2000er-Jahren abgenommen. Im Zeitverlauf unterlagen sie allerdings starken Schwankungen. Die Importe setzen sich hauptsächlich aus fossilen Energieträgern und Kernbrennstoffen, also nicht erneuerbaren Energien, zusammen.  

Die inländische Energieproduktion deckt knapp einen Viertel des gesamten Energiebedarfs, wobei Wasserkraft die wichtigste inländische Energiequelle ist. Die Bedienung der verbleibenden Nachfrage ist folglich vom Ausland abhängig: 2017 wurden etwa 75,3% des Energiebedarfs importiert.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der Veränderung in % anhand des Einfuhrüberschusses an Energieträgern und der Kernbrennstoffe


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt die Bruttoenergieimporte (Einfuhrüberschuss an Energieträgern und Kernbrennstoffe) und wie viel Energie inländisch produziert wird.

Die Daten stammen aus der Gesamtenergiestatistik. Die Gesamtenergiestatistik ist eine Synthesestatistik, welche auf mehreren Erhebungen zur Erzeugung und zum Verbrauch von Energie aufbaut und vom Bundesamt für Energie (BFE) erstellt wird.

Internationale Vergleichbarkeit

Die Energieimporte und -exporte einzelner Länder werden z.B. in der Energiestatistik der Europäischen Union oder durch die Internationale Energieagentur (IEA) erfasst.

Definitionen

Primärenergie
Energie, die noch keiner Umwandlung unterworfen wurde, z. B. Wasserkraft, Kohle, Rohöl, Erdgas und Holz, aber auch Müll und Industrieabfälle. Die erzeugte Reaktorwärme von Kernkraftwerken wird ebenfalls als Primärenergie behandelt.

Links

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/energie-klima/energieabhaengigkeit.html