MONET – Lesefähigkeit der 15-Jährigen


Bedeutung des Indikators

Im Sinne einer Nachhaltigen Entwicklung sollen das Humankapital entwickelt und die ökonomische Leistungsfähigkeit der Gesellschaft erhalten werden (Prinzipien 7a und 10a). Zudem soll die Fähigkeit zur Aufnahme und Verarbeitung von Informationen gefördert werden und Kinder und Jugendliche sollen in einem zukunftsgerichteten Umfeld leben können (Prinzipien 7c und 7d). Ausreichende Kenntnisse in Lesen, Schreiben und Mathematik sind eine minimale Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn sowie für die Bewältigung von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen. Lesen zu können ist eine wichtige Fähigkeit in unserer Gesellschaft. Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, müssen die Lesekompetenzen verbessert werden.

Der Indikator zeigt den Anteil der Schülerinnen und Schüler, die am Ende der obligatorischen Schulzeit über Lesefähigkeiten verfügen, die zur Bewältigung des modernen Lebensalltags mindestens erforderlich sind.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung:, 5b Soziale und politische Partizipation, 7a Entwicklung des Humankapitals, 7c Förderung der Lernfähigkeit, 7d Kindergerechtes Umfeld, 10a Förderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit, 10b Innovations und wettbewerbsfreundliche Wirtschaftsordnung

Kommentar

Im internationalen «Programme for International Student Assessment (PISA)» werden die Lesefähigkeiten anhand einer Skala bewertet, die Kompetenzniveaus von <1 bis 6 umfasst. Seit dem Jahr 2000 hat der Anteil der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler, die mindestens das Niveau 2 erreichen, zugenommen. Dieses Niveau entspricht dem für die Bewältigung des modernen Lebensalltags erforderlichen Mindestmass. 2015 erreichten 80,0% der 15-Jährigen mindestens dieses Leseniveau (Niveau 2: 23,2%, Niveau 3: 28,1%, Niveau 4: 20,9%, Niveau 5: 6,9%, Niveau 6: 0,9%). Diese Schülerinnen und Schüler sind in der Lage, grundlegende bis anspruchsvolle Leseaufgaben zu lösen. Von den verbleibenden Jugendlichen, die über höchstens rudimentäre Kompetenzen verfügen, sind 13,5% in der Lage, einem Text Einzelinformationen zu entnehmen, das Hauptthema eines vertrauten Textes zu erkennen sowie einfache Bezüge zu Aspekten des täglichen Lebens herzustellen (Niveau 1a). 6,5% fehlen selbst diese eingeschränkten Kompetenzen vollständig (Niveaus <1 und 1b).

Jugendliche, die sich in den untersten Kategorien befinden (Niveau <1, 1b und 1a), sind insbesondere im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft und ihre Weiterbildungsmöglichkeiten benachteiligt. Zudem können die ungenügenden Kompetenzen auch die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten einschränken.

Im internationalen Vergleich liegt der Prozentsatz der 15-Jährigen, die mindestens das Niveau 2 im Lesen erreichen, in der Schweiz im Mittelwert der OECD-Länder.

Die Diskrepanz zwischen den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern der tiefsten und der höchsten sozioökonomischen Kategorie bei der Lesefähigkeit hat sich zwischen 2000 und 2012 verringert.  

Synthese

Bemerkung: Aufgrund des Bruchs in der Zeitreihe wird die prozentuale Veränderung nur bis 2012 berechnet.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der 15-Jährigen, die im Lesen auf einer Skala von <1 bis 6 die Kompetenzniveaus 2, 3, 4, 5 oder 6 erreichen. Die Daten stammen aus dem «Programme for International Student Assessment (PISA)». PISA ist ein Projekt der OECD zur Messung der Kompetenzen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Vorrangiges Ziel ist ein Vergleich der Grundbildung von Jugendlichen zwischen möglichst vielen Nationen.

Die Daten werden alle drei Jahre erhoben. Die PISA-Erhebungen 2000, 2003 und 2006 verwendeten eine Skala von <1 bis 5. Für die Erhebungen 2009, 2012 und 2015 wurden die Kompetenzniveaus weiter verfeinert. Es wurde eine Unterteilung in die Stufen 1b und 1a vorgenommen und das Niveau 6 hinzugefügt. Die Daten können dennoch weiterhin mit den früheren Jahren verglichen werden: Die aktuellen Kompetenzniveaus 5 und 6 entsprechen der Stufe 5 der früheren Erhebungen. Die Niveaus <1 und 1b entsprechen dem ehemaligen Niveau <1.

Zwischen den Jahren 2012 und 2015 ist eine methodische Änderung zu verzeichnen. Bis 2012 wurden die Fragebogen handschriftlich, ab 2015 online ausgefüllt. Eine weitere Änderung betrifft das Analysemodell. Gemeinsam können diese Anpassungen einen Einfluss auf die Resultate haben und den Rückgang des ausgewiesenen Anteils zwischen 2012 und 2015 erklären.  

Internationale Vergleichbarkeit

Internationale Vergleiche sind möglich, da es sich um einen international (OECD) gebräuchlichen Indikator der Bildungsstatistik handelt.

Definitionen

Lesekompetenz
Lesekompetenz bedeutet gemäss PISA, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen und zu reflektieren, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potential weiterzuentwickeln und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/bildung-kultur/lesefaehigkeit-15-jaehriger.html