MONET – Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderungen


Bedeutung des Indikators

Einer der Grundsätze der Nachhaltigen Entwicklung besagt, dass niemand aufgrund äusserer oder innerer Eigenschaften diskriminiert werden darf (Prinzip 4a). Zudem soll die Integration benachteiligter Bevölkerungsgruppen ins wirtschaftliche, soziale, kulturelle und politische Leben gefördert werden (Prinzip 4c). Die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ist daher ein wichtiges Anliegen der Chancengleichheit. Sie ermöglicht, die finanzielle Eigenständigkeit dieser Personen zu verbessern, ihre Kompetenzen zu erhalten und zu steigern sowie ihre persönliche Entwicklung und die Teilnahme an der Zivilgesellschaft zu fördern. Eine Zunahme der Erwerbsbeteiligung von Menschen mit Behinderungen ist daher ein Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt den Anteil der Erwerbstätigen an der 16- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung mit Behinderungen, die in einem Privathaushalt lebt.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4a Diskriminierungsverbot, 4c Integration Benachteiligter.

Kommentar

Seit 2007 hat sich der Anteil der Menschen mit Behinderungen, die sich am Arbeitsmarkt beteiligen, nicht signifikant verändert. Im Jahr 2015 waren von den Menschen mit Behinderungen im Erwerbsalter (16 bis 64 Jahre) 68,1% erwerbstätig. Das starke Engagement von Menschen mit Behinderungen im Erwerbsleben liegt jedoch nach wie vor unter jenem von Menschen ohne Behinderungen (84,0%).

Einer Beteiligung von Menschen mit Behinderungen an der Arbeitswelt stehen nicht nur objektive Hürden im Weg, die direkt mit gewissen Behinderungen zusammenhängen, sondern auch die Gestaltung von Räumlichkeiten, Arbeitsbedingungen und soziale Barrieren (wie z.B. Vorurteile, Unwissen über bestehende Hilfsmöglichkeiten). Spezielle Arbeitsregelungen wie sitzende Beschäftigung, Heimarbeit, Gleitzeit oder weniger anstrengende Arbeit sind Möglichkeiten, die die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen erleichtern. Die Reduktion der Arbeitszeit ist eine weitere häufig zu diesem Zweck eingesetzte Massnahme: 2015 arbeiteten 38,8% der Personen mit Behinderungen Teilzeit im Vergleich zu 28,6% der Personen ohne Behinderungen.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund des Bruchs in der Zeitreihe wird die prozentuale Veränderung nur bis 2013 berechnet. Die beobachtete Entwicklung, die sich innerhalb des Vertrauensintervalls befindet, ist statistisch nicht signifikant und die Beurteilung daher unverändert


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Erwerbstätigen an der Wohnbevölkerung mit Behinderungen im Erwerbsalter (16 bis 64 Jahre), die in einem Privathaushalt lebt. Die Daten werden im Rahmen der Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC) des Bundesamts für Statistik erfasst. Dafür wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.

Obschon die Erwerbspersonen des sogenannten "zweiten Arbeitsmarktes" (Arbeit in einer geschützten Werkstatt) in der Erhebung berücksichtigt werden, machen sie in den Stichproben einen äusserst kleinen Anteil aus. Bei den präsentierten Ergebnissen geht es daher hauptsächlich um die Beteiligung am "regulären" beziehungsweise "ersten Arbeitsmarkt".

Internationale Vergleichbarkeit

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Definitionen

Erwerbstätige
Als Erwerbstätige gelten Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die während der Referenzwoche

  • mindestens eine Stunde gegen Entlöhnung gearbeitet haben
  • oder trotz zeitweiliger Abwesenheit von ihrem Arbeitsplatz (wegen Krankheit, Ferien, Mutterschaftsurlaub, Militärdienst usw.) weiterhin eine Arbeitsstelle als Selbständigerwerbende oder Arbeitnehmende hatten,
  • oder unentgeltlich im Familienbetrieb mitgearbeitet haben.

Unter diese Definition fallen, unabhängig vom Ort, wo die Tätigkeit ausgeführt wird (im Betrieb, zu Hause [Heimarbeit] oder in einem anderen Privathaushalt), alle Arbeitnehmenden, Selbständigerwerbenden, im eigenen Familienbetrieb mitarbeitenden Familienmitglieder, Lehrlinge, Rekruten, Unteroffiziere und Offiziere, die während der Rekrutenschule bzw. des Abverdienens ihre Arbeitsstelle bzw. ihren Arbeitsvertrag behalten können, Schüler und Studierende, die neben ihrer Ausbildung einer Erwerbstätigkeit nachgehen, und Rentner, die nach der Pensionierung noch erwerbstätig sind. Nicht berücksichtigt werden die Hausarbeit im eigenen Haushalt, unbezahlte Nachbarschaftshilfe und andere ehrenamtliche Tätigkeiten.
(Siehe auch den verwandten Begriff «Beschäftigte».)

Menschen mit Behinderungen
Personen, die ein dauerhaftes Gesundheitsproblem haben und die (stark oder etwas) bei Tätigkeiten des normalen Alltagslebens eingeschränkt sind.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/arbeit/erwerbsbeteiligung-menschen-mit-behinderungen.html