MONET – Belastung durch Erwerbsarbeit und Haus-/Familienarbeit


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung sollen Frauen und Männer dieselben Rechte und Chancen haben (Prinzip 4b) und über die gleichen Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben verfügen. Dies kann durch familienfreundliche Bedingungen begünstigt werden, wie familienergänzende Kinderbetreuung oder die Möglichkeit für beide Geschlechter, einer wirtschaftlich tragfähigen und steuerlich attraktiven Teilzeitbeschäftigung nachzugehen. Um in die Richtung einer Nachhaltigen Entwicklung zu gehen, sollte die Verteilung des Zeitaufwands für Erwerbs- und Hausarbeit zwischen den Geschlechtern ausgeglichener sein. Die Unterschiede bei der Aufteilung zwischen bezahlter Arbeit und Hausarbeit gehen jedoch auch auf persönliche Entscheide zurück.

Der Indikator zeigt den Aufwand für Erwerbs-, Haus- und Familienarbeit nach Geschlecht. Die Belastung wird in Stunden pro Woche angegeben.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4a Diskriminierungsverbot, 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit.

Kommentar

Männer und Frauen arbeiten unter dem Strich etwa gleich viel (rund 50 Stunden pro Woche). Im Jahr 2016 investierten die Frauen mehr Zeit in Haus- und Familienarbeit (29,6 Stunden pro Woche) als die Männer (18,1 Stunden pro Woche). Bei der bezahlten Arbeit ist die Situation genau umgekehrt (2016: 21,3 Stunden bei den Frauen und 33,0 Stunden bei den Männern). Seit 1997 ist die Verteilung der Arbeitsbelastung zwischen den Geschlechtern tendenziell ausgeglichener geworden. Entwicklungen über die ganze Zeitspanne sind aufgrund einer Revision der SAKE im Jahr 2010 mit Vorsicht zu interpretieren. Dieser Indikator macht keine Aussagen darüber, wie zufrieden die Personen mit der Aufteilung ihrer Zeit zwischen bezahlter Arbeit und Hausarbeit sind.

Synthese

Bemerkung: Berechnung der prozentualen Veränderung des Unterschieds zwischen Frauen und Männern in Bezug auf den Anteil der geleisteten Haus- und Familienarbeit in Stunden am Total der geleisteten Arbeitsstunden


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt den durchschnittlichen Aufwand pro Woche für Haus- und Familienarbeit (ohne Freiwilligenarbeit) und Erwerbsarbeit von Männern und Frauen im erwerbsfähigen Alter (1997-2007: Zwischen 15 und 63 Jahren bei den Frauen und zwischen 15 und 64 Jahren bei den Männern; ab 2010: Zwischen 15 und 64 Jahren bei Frauen und Männern). Die Daten werden alle drei bis vier Jahre im Rahmen der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE), Modul «Unbezahlte Arbeit», erhoben und veröffentlicht. Eine Revision der Erhebung 2010 hat zu einem Bruch in der Zeitreihe geführt.

Internationale Vergleichbarkeit

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Definitionen

Haus- und Familienarbeit
Unbezahlte Arbeiten innerhalb des eigenen Haushalts wie Zubereiten von Mahlzeiten, Abwaschen, Putzen, Einkaufen, Waschen, handwerkliche Tätigkeiten, Tier- und Pflanzenpflege, administrative Arbeiten für den Haushalt, Kinderbetreuung und Betreuung pflegebedürftiger Erwachsener im Haushalt.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/arbeit/belastung-erwerbsarbeit-hausarbeit.html