MONET – Armut der Erwerbstätigen


Bedeutung des Indikators

Nachhaltige Entwicklung erfordert, dass jedes Mitglied der Gesellschaft das Recht auf ein menschenwürdiges Leben (Prinzip 1a) sowie auf ein Leben ohne Armut hat (Prinzipien 2a und 2c). Zudem soll das wirtschaftliche System allen Personen eine Erwerbstätigkeit ermöglichen, dank der sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können (Prinzip 13). Um die Nachhaltige Entwicklung zu fördern, muss die Armut der Erwerbstätigen abnehmen.

Der Indikator zeigt den Anteil der erwerbstätigen Personen, die in Armut leben, obwohl sie einer bezahlten Arbeit nachgehen.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 1a Gewährleistung der Menschenrechte, 2a Bedürfnisbefriedigung, 2c Armutsbekämpfung, 11b Sozialverträgliche Veränderungsgeschwindigkeit, 13 Sinnstiftende und existenzsichernde Beschäftigung.

Kommentar

2016 waren 3,8% der Erwerbstätigen bzw. 140 000 Personen von Armut betroffen.

Überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen sind aus sozioberuflicher Sicht Personen, die während eines Teils des Jahrs nicht erwerbstätig waren, Teilzeitangestellte, Selbstständigerwerbende, Personen mit befristeten Arbeitsverträgen  sowie Personen, die in kleinen Betrieben tätig sind.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund des Bruches in der Zeitreihe werden für die Berechnung nur die Daten ab 2014 verwendet. Die beobachtete Entwicklung, die sich innerhalb des Vertrauensintervalls befindet, ist statistisch nicht signifikant und die Beurteilung daher unverändert.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil armer Personen an der Erwerbsbevölkerung. Die Daten stammen aus der Erhebung über die Einkommen und die Lebensbedingungen (SILC) des Bundesamts für Statistik. Dafür wurde ein Vertrauensintervall von 95% berechnet.

Internationale Vergleichbarkeit

Die von Eurostat und der OECD publizierten Indikatoren der monetären Armut basieren auf dem Konzept der relativen Armut und können daher nicht mit dem vorliegenden Indikator (der gemäss dem absoluten Konzept erarbeitet wird) verglichen werden.

Definitionen

Armutsquote
Die Armutsquote entspricht dem prozentualen Anteil armer Personen an der gesamten Bevölkerung, in Privathaushalten. Eine Person gilt als arm, wenn sie in einem Haushalt lebt, dessen verfügbares Einkommen unter der Armutsgrenze liegt.

Armutsgrenze
Die so genannte «absolute» Armut bezieht sich auf eine Schwelle, unterhalb derer die Menschen als arm bezeichnet werden. Zur Messung der Armut in der Schweiz verwendet das BFS eine Armutsgrenze, die auf einem sozialen Existenzminimum basiert, das gemäss den Richtlinien der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) bestimmt wird. Dieses Minimum umfasst einen Grundbedarf (Nahrung, Kleider, Pflege, Fahrkosten, Ausgaben für Freizeit usw.), die Wohnkosten sowie einen Betrag von 100 Franken pro Monat und Person ab 16 Jahren für «weitere Ausgaben». Abgeleitet aus diesen Komponenten wird für jeden Haushalt eine Armutsgrenze bestimmt.

Erwerbstätige (Häufigster Erwerbsstatus)
Erwerbstätige sind hier definiert als Personen ab 18 Jahren, die im Vorjahr der Erhebung in mehr als der Hälfte der Monate einer selbstständigen oder unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgingen (häufigster Erwerbsstatus). Personen mit Angaben für weniger als 7 Monate sind aus der Analyse ausgeschlossen.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/monet/alle-nach-themen/arbeit/armut-erwerbstaetige.html