MONET 2030: Armutsgefährdung nach Migrationsstatus


SDG 10: Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Auszug aus dem Schweizer Unterziel 10.7: [...] Flüchtlingen und vulnerablen Personen wird unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse und Verletzlichkeiten von Frauen und Kindern Schutz gewährt. Irreguläre Migration wird bekämpft und Migrantinnen und Migranten werden rasch und nachhaltig in der Schweiz integriert.

Bedeutung des Indikators
Der Indikator zeigt den Anteil der Personen, die unter der Armutsgefährdungsschwelle leben (nach Migrationsstatus). Er misst das Risiko der sozialen Ausgrenzung und das Ausmass der Einkommensungleichheit zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen mit oder ohne Migrationshintergrund. Eine höhere Armutsgefährdungsquote in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe weist darauf hin, dass in dieser Gruppe in verschiedenen gesellschaftlichen Lebensbereichen nicht dieselben Teilhabechancen bestehen wie beim Rest der Bevölkerung. Aus Sicht der nachhaltigen Entwicklung müssen der Anteil der Bevölkerung, der unter der Armutsgefährdungsschwelle lebt, sowie der Unterschied zwischen der Armutsgefährdungsquote von Personen mit und jenen ohne Migrationshintergrund verringert werden.

Lesehilfe
Die Armutsgefährdungsschwelle wird bei 60% des verfügbaren Medianäquivalenzeinkommens angesetzt. In der Schweiz liegt diese Schwelle bei knapp 2500 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt und bei 5300 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren.

Internationaler Vergleich
Der Indikator ist mit den Eurostat-Indikatoren zur Integration von Migrantinnen und Migranten vergleichbar.


Tabellen

Methodologie

Der Indikator zeigt den Anteil der Personen der ständigen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren, der unter der Armutsgefährdungsschwelle lebt, nach Migrationsstatus.

Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund umfasst die in der Schweiz oder im Ausland geborenen gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit mindestens einem in der Schweiz geborenen Elternteil sowie die in der Schweiz geborenen eingebürgerten Schweizer Staatsangehörigen, deren Eltern beide in der Schweiz geboren wurden. Personen der dritten oder höheren Generation werden dazugezählt.

Die Bevölkerung mit Mi­grationshintergrund umfasst alle Ausländerinnen und Ausländer (unabhängig von ihrem Generationen­status), die eingebürgerten Schweizerinnen und Schwei­zer der ersten und zweiten Generation (d.h. die im Aus­land Geborenen bzw. die in der Schweiz Geborenen mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil) so­wie die gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer mit zwei im Ausland geborenen Eltern.

Definitionen

Armutsgefährdungsgrenze
Die Armutsgefährdungsschwelle wird von der Europäischen Union bei 60% des verfügbaren Medianäquivalenzeinkommens angesetzt. Armutsgefährdet zu sein bedeutet demnach, ein deutlich tieferes Einkommen als die Gesamtbevölkerung zu haben und somit dem Risiko des sozialen Ausschlusses ausgesetzt zu sein. In der Schweiz liegt die Armutsgefährdungsschwelle bei knapp 2500 Franken pro Monat für einen Einpersonenhaushalt und bei 5300 Franken pro Monat für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Er variiert von Jahr zu Jahr je nach Median des verfügbaren Äquivalenzeinkommens.

(Primär-, Brutto- oder verfügbares) Äquivalenzeinkommen
Das (Primär-, Brutto- oder verfügbare) Äquivalenzeinkommen wird ausgehend vom (Primär-, Brutto- oder verfügbaren) Haushaltseinkommen berechnet. Dabei wird die Haushaltsgrösse über die Äquivalenzskala des Haushalts einberechnet. Um die Skaleneffekte zu berücksichtigen (eine vierköpfige Familie muss nicht vier Mal so viel ausgeben wie eine Einzelperson, um denselben Lebensstandard zu erreichen), werden die Personen im Haushalt gewichtet: die älteste Person mit 1,0, jede weitere Person ab 14 Jahren mit 0,5 und jedes Kind unter 14 Jahren mit 0,3 (Werte entsprechen der «modifizierten» OECD-Äquivalenzskala). Die äquivalente Haushaltsgrösse entspricht der Summe der Personengewichte.

Verfügbares Einkommen
Das verfügbare Einkommen wird berechnet, indem man vom Bruttoeinkommen die obligatorischen Ausgaben abzieht. Dabei handelt es sich um Auslagen wie die Sozialversicherungsbeiträge (AHV/IV-Beiträge, berufliche Vorsorge usw.), die Steuern, die Krankenkassenprämien (Grundversicherung) und die regelmässigen Transferzahlungen an andere Haushalte (z.B. Alimente).

Quellen

Unterziele

Schweizer Unterziel 10.7: Für den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Wohlstand der Schweiz wird die erforderliche Zuwanderung gewährleistet. Flüchtlingen und vulnerablen Personen wird unter Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse und Verletzlichkeiten von Frauen und Kindern Schutz gewährt. Irreguläre Migration wird bekämpft und Migrantinnen und Migranten werden rasch und nachhaltig in der Schweiz integriert.

Internationales Unterziel 10.7: Eine geordnete, sichere, reguläre und verantwortungsvolle Migration und Mobilität von Menschen erleichtern, unter anderem durch die Anwendung einer planvollen und gut gesteuerten Migrationspolitik.

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
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CH-2010 Neuchâtel
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+41 58 485 64 96

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09.00–12.00 Uhr und 14.00–16.00 Uhr

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