MONET – Lohnunterschiede zw. Frauen und Männern


Bedeutung des Indikators

Aus Sicht der Nachhaltigen Entwicklung darf niemand aufgrund persönlicher Eigenschaften diskriminiert werden (Prinzip 4a). Überdies soll jedes Mitglied der Gesellschaft dieselben Rechte und Chancen haben (Prinzip 4b). Die Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern ist ein wichtiger Aspekt, der sich aus diesen Prinzipien ableitet. Frau und Mann haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Gleichstellung soll somit auch bei der Entlöhnung geleisteter Arbeit gelten. Entgegen den Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung besteht jedoch ein Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern. Es wird daher ein Rückgang des Lohnunterschieds zwischen Frauen und Männern angestrebt.

Der Indikator gibt Auskunft über den Grad der Erfüllung des Gleichheitsanspruchs auf dem Arbeitsmarkt. Er bildet den Lohnunterschied (erklärter und unerklärter Anteil) zwischen Frauen und Männern im privaten Sektor ab.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung: 4a Diskriminierungsverbot, 4b Chancengleichheit und Verteilungsgerechtigkeit.

Kommentar

Der Lohnunterschied nach Geschlecht im privaten Sektor hat seit 1994 abgenommen. Zwischen 2006 und 2012 blieb er bei rund 19% relativ stabil und hat sich anschliessend wieder verringert. 2014 betrug der standardisierte monatliche Bruttomedianlohn der Frauen im privaten Sektor 5'548 Franken, jener der Männer 6'536 Franken. Dies entspricht einer Lohndifferenz von 15,1%.

Diese Differenz wird teilweise durch die überproportionale Vertretung der Frauen in der Gruppe der Arbeitnehmenden mit tiefen Löhnen und das geringere Ausbildungsniveau vor allem älterer Frauen erklärt. Dazu kommen Teilzeitarbeit und familienbedingte Unterbrüche der Erwerbstätigkeit, die sich nachteilig auf die Anzahl Dienstjahre auswirken können.
Auch nach Berücksichtigung struktureller Faktoren bleibt ein Lohnunterschied bestehen, der als unerklärter Anteil des Lohnunterschieds bezeichnet werden kann.

Synthese


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt den Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern im Verhältnis zum Lohn der Männer. Berechnet wird er auf Basis des standardisierten monatlichen Bruttolohns (Median) im privaten Sektor. Datengrundlage ist die Schweizerische Lohnstrukturerhebung (LSE), die alle zwei Jahre durchgeführt wird beim Bundesamt für Statistik.

Internationale Vergleichbarkeit

Der Indikator wird in folgenden Indikatorensets der Nachhaltigen Entwicklung verwendet: UN-CSD (Verhältnis des Durchschnittlohns von Frauen und Männern), Eurostat (Geschlechtsspezifischer Lohnunterschied ohne Anpassungen), The Wellbeing of Nations (Gender and Wealth).

Definitionen

Lohn
Mit einem Lohn wird Arbeit (in Form von Geld oder Naturalleistungen) bezahlt, die eine Person gemäss einem schriftlichen oder mündlichen Vertrag für eine andere Person geleistet hat. Nicht als Lohn gilt somit das Einkommen aus selbständiger, auf eigene Rechnung ausgeübter Tätigkeit. Üblicherweise wird zwischen dem Bruttolohn (vor Abzug der Arbeitnehmerbeiträge an die Sozialversicherungen) und dem Nettolohn (nach Abzug dieser Beiträge) unterschieden.

Monatlicher standardisierter Bruttolohn
Teilzeitstellen werden auf ein Vollzeitäquivalent von 4 1/3 Wochen zu 40 Arbeitsstunden umgerechnet.

Median
Der Median (Zentralwert) teilt die nach Grösse geordneten Beobachtungswerte in zwei gleich grosse Hälften. Die eine Hälfte der Werte liegt über, die andere unter dem Median.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/cockpit/soziale-kohaesion-gleichberichtung-geschlechter/lohnunterschiede-frauen-maenner.html