MONET – Freiwilligenarbeit


Bedeutung des Indikators

Die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft hängt wesentlich vom solidarischen Handeln seiner Mitglieder ab. Deshalb sollen im Rahmen einer Nachhaltigen Entwicklung der Austausch und die Verständigung zwischen Einzelnen und Gruppen sowie die soziale und politische Partizipation gefördert werden (Prinzipien 5a und 5b). Freiwilligenarbeit dient oft der Unterstützung von Benachteiligten und ist damit Ausdruck von solidarischem Handeln. Zudem schafft sie viele Kontaktmöglichkeiten und hilft mit, dass Schwache weniger ausgegrenzt werden. Freiwilliges Engagement ist eine Ergänzung zu professionellen Dienstleistungen und trägt damit zur Deckung der materiellen und immateriellen Bedürfnisse der Bevölkerung bei, was ebenfalls ein wichtiges Anliegen der Nachhaltigen Entwicklung ist (Prinzip 2a). Eine Zunahme des Anteils der Bevölkerung, die Freiwilligenarbeit leistet, ist daher ein Schritt in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

Der Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung, die in irgendeiner Form organisierte oder informelle Freiwilligenarbeit leisten.

Relevante Prinzipien der Nachhaltigen Entwicklung : 2a Bedürfnisdeckung, 5a Interkulturelle und -personelle Verständigung, 5b Soziale und politische Partizipation.

Kommentar

Der Anteil der Bevölkerung, die Freiwilligenarbeit leistet, ist zwischen 2000 und 2007 um knapp drei Prozentpunkte zurückgegangen und hat sich zwischen 2010 und 2013 kaum verändert. Im Jahr 2016 leisteten 42,7% der Bevölkerung ab 15 Jahren ein freiwilliges Engagement. Im Vergleich zu 2013 entspricht dies einem Anstieg von 10 Prozentpunkten. Die Beteiligung war bei den Männern und Frauen gesamthaft ähnlich hoch. Frauen leisten am meisten Freiwilligenarbeit im informellen Bereich, beispielsweise in der Nachbarschaftshilfe oder der Betreuung von Verwandten. 2016 wendete die Bevölkerung ab 15 Jahren 1,8 Stunden pro Woche für Freiwilligenarbeit auf. Die Personen zwischen 55 und 74 Jahren waren mit mehr als 2 Stunden Freiwilligenarbeit pro Woche die aktivste Altersgruppe.

Synthese

Bemerkung: Aufgrund eines Bruchs in der Zeitreihe ist eine Beurteilung für diesen Indikator nicht möglich.


Tabellen

Methodologie

Dieser Indikator zeigt den Anteil der ständigen Wohnbevölkerung ab 15 Jahren, die in den vier Wochen vor der Befragung mindestens eine organisierte oder informelle Freiwilligenarbeit ausgeführt haben.

Die Daten stammen aus dem Modul «Unbezahlte Arbeit» der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) des Bundesamts für Statistik. Eine Revision der Erhebung im Jahr 2010 führte zu einem Bruch in der Zeitreihe.  

Internationale Vergleichbarkeit

-

Definitionen

Freiwilligenarbeit
Oberbegriff für "institutionalisierte Freiwilligenarbeit" und "Informelle Freiwilligenarbeit" (siehe die betreffenden Definitionen).

Informelle Freiwilligenarbeit
Unbezahlte Hilfeleistungen aus persönlicher Initiative für Personen, die nicht im selben Haushalt leben. Z. B. Nachbarschaftshilfe, verwandte oder bekannte Kinder hüten, Dienstleistungen für andere Haushalte wie Hausarbeiten, Transportdienste, Gartenarbeiten usw.

Institutionalisierte Freiwilligenarbeit
Unbezahlte Tätigkeiten für eine Organisation, einen Verein oder eine öffentliche Institution. Z.B. sportlich-kulturelle Vereine, Interessenvereinigungen, kirchliche Institutionen, sozial-karitative Organisationen, Parteien oder politische Ämter sowie öffentliche Dienste. Sitzungsgelder, Spesenvergütungen oder symbolische Beiträge gelten nicht als Bezahlung.

Quellen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/nachhaltige-entwicklung/cockpit/soziale-kohaesion-gleichberichtung-geschlechter/freiwilligenarbeit.html