Strassengüterverkehr mit schweren Fahrzeugen (über 3,5 t)


Übersicht

Als schwere Güterfahrzeuge werden Lastwagen und Sattelschlepper mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen bezeichnet. Während die Transportleistungen dieser Fahrzeuge zwischen 2001 und 2022 um 29% zugenommen haben, ist die Anzahl der von ihnen gefahrenen Fahrzeugkilometer stabil geblieben. Diese scheinbar widersprüchliche Entwicklung erklärt sich durch den Anstieg der mittleren Ladegewichte von 5,6 auf 7,3 Tonnen im gleichen Zeitraum – eine Folge insbesondere der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) sowie der schrittweisen Erhöhung der Gewichtslimite (von 28 auf 40 Tonnen).

70% der Transportleistungen im Schwerverkehr wurden 2022 von inländischen Fahrzeugen erbracht, 30% von ausländischen Fahrzeugen. Im Jahr 2000 hatte der Anteil der ausländischen Fahrzeuge erst bei einem Viertel gelegen.

Leistungen schwere Strassengüterfahrzeuge¹, 2022
Transportleistungen 16,5 Mrd. Tonnen-km
Veränderung seit 2000 +29%
Anteil inländische Fahrzeuge 70%
Anteil ausländische Fahrzeuge 30%
Fahrleistungen 2,3 Mrd. Fahrzeug-km
Veränderung seit 2000 –1%
Anteil Leerfahrten 26%2
1) Strassengüterfahrzeuge werden in der Verkehrsstatistik auch als "Sachentransportfahrzeuge" bezeichnet.
2) Bezieht sich nur auf die von inländischen Fahrzeugen zurückgelegten Fahrzeugkilometer
Quelle: BFS – Gütertransportstatistik (GTS)

Binnen- und internationaler Verkehr

Transporte innerhalb der Schweizer Landesgrenzen stellen das mit Abstand wichtigste Segment des schweren Strassengüterverkehrs dar: 2022 betrug der Anteil der Binnentransporte an den Transportleistungen 66%. Der Transitverkehr kam auf einen Anteil von 8%, der Importverkehr auf 16% und der Exportverkehr auf 10%. Verglichen mit dem Jahr 2000 ist bei allen Verkehrsarten eine Steigerung der Transportleistung feststellbar – ausser beim Transit. Dieser geht seit 2011 tendenziell zurück und lag 2022 etwa 12% tiefer als im Jahr 2000.    

Binnentransporte werden grundsätzlich nur von inländischen Fahrzeugen durchgeführt, da ausländische Fahrzeuge aufgrund des sogenannten Kabotageverbots keine Transporte innerhalb der Schweiz durchführen dürfen. Die ausländischen Lastwagen und Sattelschlepper dominieren dafür bei den Importen und Exporten sowie beim Transitverkehr.

Art der beförderten Waren

Die inländischen schweren Güterfahrzeuge transportieren grösstenteils Waren, welche für die Baubranche sowie für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln wichtig sind: Bezogen auf die Transportleistung standen 2022 Nahrungsmittel an erster Stelle (2,4 Milliarden Tonnenkilometer), dicht gefolgt von Steinen und Erden (2,3 Mrd. Tkm). Baustoffe und Landwirtschaftserzeugnisse belegen die Plätze drei und vier (je 1,2 Mrd. Tkm).

Leerfahrten

26% der von den inländischen schweren Güterfahrzeugen erbrachten Fahrleistung erfolgten 2022 ohne Ladung. Dieser Anteil ist seit Jahren stabil. Zwar versuchen Transportunternehmen Leerfahrten aus Gründen derRentabilität zu vermeiden, und die Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) setzt dafür noch einen zusätzlichen Anreiz, indem für die Berechnung der Abgabe das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs – und nicht das effektive Ladungsgewicht – massgebend ist. Trotzdem sind Leerfahrten in gewissen Fällen unvermeidlich. Ein typisches Beispiel dafür ist der Abtransport von Aushub in Kipper-Fahrzeugen: Hier erfolgen die Rückfahrten zwangsläufig in leerem Zustand. Entsprechend hängt der Anteil der leer gefahrenen Kilometer stark mit der Art des Transports und somit mit der Karosserieform des Fahrzeugs zusammen. Er schwankte 2022 zwischen 12% bei Kühlkasten und 41% bei Kippern und Silofahrzeugen.


Aktuelle Quartalsdaten

Die wichtigsten Kennzahlen zum Güterverkehr mit schweren inländischen Fahrzeugen werden quartalsweise publiziert. Die provisorischen Quartalsdaten 2023 lassen sich der nachfolgenden Tabelle entnehmen.

Leistungen der schweren inländischen Güterfahrzeuge in den letzten drei verfügbaren Quartalen (in Klammern: Veränderung zum Vorjahr)
  1. Quartal 2023 p 2. Quartal 2023 p 3. Quartal 2023 p
Fahrzeug-km,
in Mio.
415
(­­­­–2,9%)
445
(­­­­–2,4%)
439
(­­­­–1,7%)
Beförderte Tonnen,
in Mio.
61
(–13,1%)
81
(­­–2,9%)
71
(­­–9,6%)
Tonnen-km,
in Mio.   
2 453
(­­–9,0%)

2 909
(­­–5,0%)

2 890
(­­–2,5%)

p provisorische Daten (Stand: 29.02.2024)

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