Kulturschaffende

Definition der Kulturschaffenden

Gemäss Eurostat gibt es drei mögliche Fallkombinationen zwischen Berufen und Sektoren, um die Kulturschaffenden im weiteren Sinne zu erfassen:

1. Personen mit einem Kulturberuf im Kultursektor (Bsp.: Musiker in einem Orchester)

2. Personen mit einem Kulturberuf aber ausserhalb des kulturellen Sektors (Bsp.: Photographin in einem Chemieunternehmen)

3. Personen ohne Kulturberuf im Kultursektor (Bsp.: Buchhalter in einem Theater)

Die Kulturschaffenden im weiteren Sinne umfassen diese drei Fallkombinationen.

Anzahl Kulturschaffende

Im Jahr 2020 gab es in der Schweiz 298 000 Erwerbspersonen, die hauptberuflich «Kulturschaffende» im breiteren Sinne sind (inkl. Selbständigerwerbende). Dies entspricht 6,1% der Erwerbspersonen in der Schweiz. Rund ein Drittel (31%) der Kulturschaffenden ist ausserhalb des Kultursektors tätig.

Anzahl und Anteil Kulturschaffende nach Beruf und Sektor 2020

 

Beruf

Sektor

Total

kulturell

Nicht-kulturell 

 

kulturell

97 704
(33%)

93 383
(31%)

191 088

nicht-kulturell            

106 552
(36%)

106 552

Total

204 256

93 383

297 640
(100%)

Quelle: BFS - Statistik der Kulturwirtschaft; SAKE

Profil der Kulturschaffenden

Die Kulturschaffenden sind eine gut ausgebildete Kategorie von Erwerbspersonen: 2020 hatte die Mehrheit (57%) einen tertiären Abschluss, gegenüber 43% bei allen Erwerbspersonen.

Die Kulturwirtschaft ist eher weiblich: Mit 50% war der Anteil Frauen an den Erwerbspersonen 2020 höher als in der Gesamtwirtschaft (47%). Der Frauenanteil nimmt zudem leicht zu: er stieg in der Kultur seit 2010 von 48% auf 50%, mehr als in der Gesamtwirtschaft (von 46% auf 47%).

Es gibt grosse Unterschiede je nach Kulturbereich.

Im Durchschnitt sind die Kulturschaffenden etwas älter – 2020 waren sie 43,5 Jahre alt – als die Erwerbspersonen in der Gesamtwirtschaft (42,0 Jahre).

Mit 80% (2020) sind Erwerbspersonen mit Schweizer Pass unter den Kulturschaffenden klar in der Mehrheit. Ihr Anteil ist deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft (73%). Der Anteil der Schweizer Kulturschaffenden ist in der Deutschschweiz höher (82%) als in der italienisch- (73%) und in der französischsprachigen Schweiz (78%).

Arbeitsbedingungen

Die grosse Mehrheit der Arbeitnehmenden unter den Kulturschaffenden hatte 2020 einen unbefristeten Vertrag (84%) – etwas weniger als in der Gesamtwirtschaft (87%).

2020 waren 28% der erwerbstätigen Kulturschaffenden selbständig, deutlich mehr als in der Gesamtwirtschaft (13%).

Die meisten erwerbstätigen Kulturschaffenden hatten 2020 nur eine einzige berufliche Tätigkeit (86%); die Mehrfachbeschäftigung ist unter den Kulturschaffenden mit 14% aber deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft (8%).

2020 waren 57% der Kulturschaffenden seit über 5 Jahren in ihrem Betrieb – etwas mehr als in der Gesamtwirtschaft (52%).

Die gemäss ILO berechnete Arbeitslosenquote betrug 2020 unter den Kulturschaffenden 3,8%. Dieser Wert ist tiefer als im gesamten Arbeitsmarkt (4,8%). Er variierte jedoch seit 2010 in der Kultur stärker.

Lohneinkommen

Wichtige Vorbemerkung: Das Lohneinkommen basiert auf der Lohnstrukturerhebung (LSE), welche nur Betriebe ab 3 Beschäftigte erfasst, ohne kleinere Betriebe oder Selbständigerwerbende. Diese Zahlen beschreiben somit nur einen Teil der Lohnsituation in der Kultur.

Der standardisierte monatliche Medianbruttolohn (in Betrieben ab 3 Personen und ohne Selbständige) betrug im Jahr 2018 in der Gesamtwirtschaft 6538 Franken. Alle Kulturschaffenden verdienten 6784 Franken.

Der Medianbruttolohn ist am höchsten wenn man im Kultursektor nur die Kulturberufe berücksichtigt (7059 Franken) oder aber jene Personen, die ausserhalb des Kultursektors einen Kulturberuf ausüben (6925 Franken).

Im Kultursektor verdienten männliche Kulturschaffende 7356 Franken im Jahr 2018, weibliche hingegen 6088 Franken, also 17% weniger (gegen –12% in der Gesamtwirtschaft). In der Gesamtwirtschaft lag der standardisierte monatliche Medianbruttolohn 2018 bei 6857 Franken für die Männer und 6067 Franken für die Frauen.

Es gibt regionale Differenzen: In der Grossregion Zürich verdienen die im Kultursektor tätigen Kulturschaffenden (wie in der Gesamtwirtschaft) etwas besser: 620 Franken mehr als der CH-Median des Kultursektors. Im Espace Mittelland und in der Nordwestschweiz sind es hingegen 590 Franken bzw. 1560 Franken weniger als dieser Richtwert.

Haushaltseinkommen

Für die finanzielle Situation einer Person ist nicht nur das eigene Lohneinkommen  wichtig, sondern ihr gesamtes Haushaltseinkommen. Dieses kann dank der Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) umfassend beschrieben werden.

Der Median des verfügbaren jährlichen Äquivalenzeinkommens war im Jahr 2018 mit rund 54 800 Franken in Haushalten mit Kulturschaffenden etwas höher als in allen Erwerbshaushalten (52 800 Franken). Bei den Kulturschaffenden verzeichnet man einen höheren Anteil kinderloser Haushalte sowie mehr tertiäre Ausbildungen – Haushaltstypen also, die tendenziell mehr Einkommen haben.

Berufliche Stellung und Lohn: Unterschiede zwischen Mann und Frau

Unter den Arbeitnehmenden in der Kulturwirtschaft waren 2020 28% Mitglied der Direktion ihres Betriebs oder hatten eine Kaderfunktion inne, gegenüber 32% in der Gesamtwirtschaft.

Es gibt hierbei grosse Geschlechtsunterschiede: 36% der männlichen Kulturschaffenden haben eine Direktions- oder Kaderfunktion, gegenüber 21% der Frauen. Dieser Unterschied ist in gewissen Kulturbereichen besonders ausgeprägt.

Zufriedenheit der Kulturschaffenden

Im Jahr 2018, dem neuesten verfügbaren Jahr, unterschied sich Zufriedenheit mit Aspekten wie dem jetzigen Leben, dem Zusammenleben und den persönlichen Beziehungen, aber auch mit den Arbeitsbedingungen und dem Arbeitsklima praktisch nicht zwischen Kulturschaffenden und der Gesamtbevölkerung.

Es gab jedoch Unterschiede. Bezüglich der Wohnsituation war der Anteil Personen, deren Zufriedenheit «sehr hoch» ist, 2018 bei den Kulturschaffenden deutlich tiefer (43,5%) als bei der Gesamtbevölkerung (51,3%).

Beim Thema Freizeit war 2018 der Anteil der Hochzufriedenen unter den Kulturschaffenden gegenüber der Gesamtbevölkerung ebenfalls tiefer, sowohl bezüglich der ausgeübten Freizeitaktivitäten (33,1% gegen 40,1%) als auch der verfügbaren Freizeit (19,9% gegen 31,5%).

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