Hochschulabschlüsse, digitale Kompetenzen, Forschung und Entwicklung

Bedeutung des Indikators: Der digitale Wandel führt zu tiefgreifenden Veränderungen im beruflichen und privaten Alltag. Diese neue Situation erfordert entsprechende Kompetenzen. Die Herausforderung besteht darin, möglichst rasch die Lücke im Bereich der digitalen Kompetenzen zu schliessen, um zu verhindern, dass ein Teil der Bevölkerung auf dem Arbeitsmarkt und im Privatleben in Schwierigkeiten gerät. Die Berufsbildung und die Hochschulen nehmen dabei eine wichtige Rolle ein. Sie müssen dazu beitragen, bestimmte Kompetenzen zu vermitteln und den Nachwuchs an Fachkräften im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu fördern. Zur Förderung der Wissensbildung und -verbreitung gilt es darüber hinaus die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F+E) im IKT-Bereich zu verstärken.

Der Indikator misst den Anteil Personen mit einem Tertiärabschluss im IKT-Bereich sowie die digitalen Kompetenzen der Bevölkerung und stellt internationale Vergleiche an. Zudem zeigt er die zeitliche Entwicklung der Kosten und der Anzahl von F+E-Projekten im IKT-Bereich, die von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, akzeptiert und finanziert wurden.

Tabellen

Methodologie

Statistik der Bildungsabschlüsse

Da sich die nationalen Bildungssysteme von Land zu Land stark unterscheiden, ist ein Vergleich ihrer Leistungsfähigkeit schwierig. Aus diesem Grund hat die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) die Internationale Standardklassifikation im Bildungswesen (ISCED) entwickelt. Sie gliedert den Bildungsbereich in Teilsysteme, die sich ausreichend entsprechen, um einen Ländervergleich der Statistiken und Indikatoren zu ermöglichen. Die ISCED wurde seit ihrer Einführung im Jahr 1970 zweimal revidiert (1997 und 2011; vgl. Website der UNESCO).
Die veröffentlichten Daten betreffen lediglich die Tertiärabschlüsse, die den Levels 5–8 der ISCED entsprechen.
Die ISCED-Bildungsfelder sind in drei Ebenen gegliedert: (1) Fächergruppen, (2) Bildungsfelder und (3) Ausbildungsfelder. Die IKT-Ausbildungen werden der Fächergruppe 06 und dem Bildungsfeld 061 (beide «Informatik und Kommunikationstechnologie») zugeordnet. Zu den Ausbildungsfeldern im IKT-Bereich gehören:

– 0611 Computeranwendung
– 0612 Datenbanken, Netzwerkdesign und -administration
- 0613 Software- und Applikationsentwicklung und -analyse

Statistik der digitalen Kompetenzen

Die digitalen Kompetenzen werden anhand eines auf europäischer Ebene entwickelten Referenzrahmens gemessen. Für vier Kompetenzbereiche wurden Indikatoren festgelegt, die sich nach der Anzahl der Online-Aktivitäten oder der spezifischen Aktivitäten der Internetnutzerinnen und -nutzer richten. Es wird davon ausgegangen, dass Personen, die eine Aktivität ausgeführt haben, über die nötigen Kompetenzen dazu verfügen. Die Ergebnisse zu den einzelnen Feldern ergeben einen Indikator für allgemeine digitale Kompetenzen.

Mithilfe dieses Referenzrahmens kann ermittelt werden, ob eine Person über keine Kompetenzen, Grundkompetenzen oder erweiterte Kompetenzen verfügt. Als "erweitert" gelten Kompetenzen, die über die Grundkompetenzen hinausgehen.
Die vier Kompetenzbereiche umfassen folgende Aktivitäten:

1. Informationsbeschaffung: Informationen in digitaler Form suchen, beschaffen, speichern und strukturieren.
2. Kommunikation: Kontakte herstellen, Informationen austauschen, mithilfe von digitalen Instrumenten zusammenarbeiten und sich an Netzwerken oder Online-Gemeinschaften beteiligen
3. Problemlösung: Bedürfnisse erkennen und benötigte digitale Ressourcen ermitteln, geeignete digitale Instrumente auswählen und technische Probleme lösen
4. Verwendung von Software zur Erstellung und Bearbeitung digitaler Inhalte: digitale Inhalte wie Texte und Videos erstellen und bearbeiten sowie in einer Programmiersprache Codes schreiben

Innosuisse

Innosuisse, ehemals die Kommission für Technologie und Innovation (KTI), ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Der Auftrag dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit besteht darin, die wissenschaftsbasierte Innovation im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.

Publikationen

Quellen

Links

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Wirtschaftsstrukur und -analysen
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz
Tel.
+41 58 463 62 99

Kontakt

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