Sanktionen und Untersuchungshaft

Angaben zu Strafen und Massnahmen stehen seit 1999 für Jugendliche und seit 1984 für Erwachsene zur Verfügung. Zur Untersuchungshaft gibt es Daten für Erwachsene.

Das Jugendstrafrecht sieht folgende Strafen vor: Freiheitsentzug, persönliche Leistung, Busse oder Verweis. Auch kann mittels Strafbefreiung auf eine Strafe verzichtet werden. Als Massnahmen können verhängt werden: Unterbringung in eine geschlossene oder offene Einrichtung, ambulante Behandlung, persönliche Betreuung und Aufsicht.

Strafen für Erwachsene sind: Freiheitsstrafe, Geldstrafe, gemeinnützige Arbeit und Busse. Als Massnahmen können verhängt werden: Verwahrung und stationäre oder ambulante Behandlung von psychischen Störungen oder Suchtverhalten. Für junge Erwachsene, die bei der Begehung der Straftat jünger als 25 Jahre alt waren, sieht das Strafrecht die Möglichkeit einer Unterbringung in einer Einrichtung für junge Erwachsene vor.

Hauptanktion, Massnahmen und Untersuchungshaft 2018 - 2019

 

Jugendliche1 Erwachsene2
  2018 2019 2018 2019
Total Verurteilungen mit Hauptsanktion3

13 875

14 773

108 755

105 371

Freiheitsentzug / Freiheitsstrafe

811

846

14 431

14 339

unbedingt

266

254

8 487

7 753

teilbedingt

34

56

733

712

bedingt

511

536

5 211

5 874

Geldstrafe

*

*

94 005

90 851

unbedingt

*

*

17 698

17 717

teilbedingt

*

*

209

32

bedingt

*

*

76 098

73 102

Persönliche Leistung /
Gemeinnützige Arbeit

5 724

6 349

160

17

unbedingt

4 595

5 053

119

10

teilbedingt

653

636

7

2

bedingt

476

657

34

5

Nur Busse

2 963

3 022

89

99

unbedingt

2 578

2 655

*

*

teilbedingt

108

112

*

*

bedingt

277

255

*

*

Verweis

3 958

4 043

*

*

Nur Massnahme

31

26

70

65

Strafbefreiung

388

487

*

*

Urteile mit angerechneter U-Haft

61

49

20 044

18 648

davon bis 2 Tage

*

*

15 223

14 151

Total Urteile mit Massnahme

445

472

454

438

Verwahrung

*

*

8

2

Stationäre Massnahme

60

62

194

180

Ambulante Massnahme

385

410

262

261

Landesverweisung

*

*

1 775

1 980

¹ Bei den Jugendurteilen werden sowohl Verbrechen, Vergehen als auch Übertretungen berücksichtigt.
² Bei den Erwachsenen werden nur Verbrechen und Vergehen berücksichtigt, weil Übertretungen nur in Ausnahmefällen in das Strafregister eingetragen werden.
³ Pro Urteil wird eine Hauptsanktion festgelegt und nur diese wird in der Tabelle ausgewiesen. Dafür wurde eine Hierarchisierung der Sanktionen nach ihrem Schweregrad erstellt und immer nur die schwerste Sanktion berücksichtigt. Für Jugendliche wird als schwerste Sanktion der Freiheitsentzug erachtet, gefolgt von der Persönlichen Leistung, der Busse, dem Verweis, der Massnahme und schliesslich der Strafbefreiung. Für Erwachsene wird die Freiheitsstrafe als schwerste Sanktion erachtet, gefolgt von der Geldstrafe, der Gemeinnützigen Arbeit, der Busse und der Massnahme.
Quellen:
Jugendstrafurteilstatistik (JUSUS), Stand der Datenbank: 05.06.2020
Strafurteilsstatistik (SUS), Stand des Strafregisters: 31.05.2020

Landesverweisung nach Artikel 66a StGB

Die Strafurteilsstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird anhand der Einträge der rechtskräftigen Verurteilungen ins schweizerische zentrale Strafregister (VOSTRA) erstellt. Die Landesverweisung wird zusammen mit den anderen Sanktionen (Strafen und Massnahmen) in VOSTRA eingetragen und ist somit Bestandteil der Strafurteilsstatistik.

Aus diesen Daten wurde eine Tabelle mit den ausgesprochenen Landesverweisungen erstellt. Sie enthält sowohl Angaben zur Art und Dauer der Landesverweisung als auch zu den Merkmalen der verurteilten Person wie Geschlecht, Alter und Aufenthaltsstatus.

Das BFS hat eine Berechnungsmethode für eine Anwendungsrate der obligatorischen Landesverweisung ausgearbeitet. Für alle Verurteilungen mit einer Straftat gemäss Artikel 66a StGB, für die eine obligatorische Landesverweisung angeordnet werden muss, wird ausgewiesen, ob diese auch ausgesprochen wurde. Seit 2019 ist dies für alle Straftaten des Katalogs des Artikels 66a möglich. Die Anwendungsraten werden nach Merkmalen der Person und des Urteils aufgeschlüsselt dargestellt. Auch kantonale Daten stehen zur Verfügung:

Vor 2019 wurde die Anwendungsrate nicht mit allen Straftaten des Katalogs des Artikels 66a berechnet, da Diebstahl in Verbindung mit Hausfriedensbruch (Art. 66a d), einfacher Betrug im Bereich einer Sozialleistung oder einer öffentlich-rechtlichen Abgabe (Art. 66a e und f) und Leistungs- und Abgabebetrug (Art. 14 Abs. 1,2,4 Verwaltungsstrafrecht) nicht in der Strafurteilsstatistik isoliert werden konnten. Dennoch wurden diese Ergebnisse für die Jahre 2017-2019 berechnet und zur Verfügung gestellt. Auch hier werden die Anwendungsraten nach Merkmalen der Person und des Urteils aufgeschlüsselt dargestellt und kantonale Daten stehen zur Verfügung:

Eine Publikation zur Berechnung der Anwendungsrate und eine Analyse, welche Faktoren das Risiko einer Landesverweisung erhöhen wurden anhand der Daten ab 2017 erstellt.

Für das Jahr 2017 und 2018 stehen Zahlen zu den Nationalitäten der zu einer Landesverweisung verurteilten Personen zur Verfügung.

Weiterführende Informationen

Tabellen

Tabellen zu den Erwachsenensanktionen

Tabellen zu den Jugendsanktionen

Publikationen

Medienmitteilungen

Tabellen nach Thematik geordnet

Historische Daten

Grundlagen und Erhebungen

Kontakt

Bundesamt für Statistik Sektion Kriminalität und Strafrecht
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
Schweiz

Kontakt

https://www.bfs.admin.ch/content/bfs/de/home/statistiken/kriminalitaet-strafrecht/strafjustiz/sanktionen-untersuchungshaft.html