Verbrauch

Bevor die in der Natur gewonnene Energie als sogenannte Endenergie zum Endverbraucher gelangt, wird sie z.B. in Strom, Benzin, Heizöl oder Fernwärme umgewandelt. Dabei und auch während des Transports entstehen Energieverluste. Diese belaufen sich je nach Jahr auf bis zu einem Viertel der gewonnenen Energie.

Seit 1950 hat sich der Endenergieverbrauch der Schweiz rund verfünffacht, wobei seit ungefähr der Jahrtausendwende eine Stabilisierung zu beobachten ist – die jährlichen Schwankungen sind hauptsächlich witterungs- bzw. heizungsbedingt. 2018 belief sich der Endenergieverbrauch auf rund 831 000 Terajoules. Der stark zunehmende Energiebedarf in den 1950er- und 1960er-Jahren ging mit dem Aufkommen von Erdölprodukten einher, die nach und nach die zuvor dominierende Kohle ersetzten. Der Höhepunkt wurde zu Beginn der 1970er-Jahren erreicht, als Erdöl einen Anteil von gegen 80% des Energieverbrauchs ausmachte. Seither haben Elektrizität, Erdgas, Holz und weitere Energieträger an Bedeutung gewonnen.

2017 war die Wirtschaft für rund zwei Drittel des Energieverbrauchs verantwortlich, wobei der Industriesektor, gefolgt vom Dienstleistungssektor die grössten Anteile ausmachten. Die Haushalte nutzten rund 35% der Energie: 13% für Verkehrs- und 22% für Heizungs- bzw. übrige Zwecke. Zwischen 2000 und 2017 ist der Energiebedarf der Wirtschaft insgesamt um 4% zurückgegangen. Derjenige der Haushalte ist um 4% angestiegen, wobei dies auf den verkehrsbedingten Verbrauch zurückzuführen ist, der um 11% zugenommen hat, während der Verbrauch für Heizungs- bzw. übrige Zwecke relativ konstant blieb.

2018 wurden rund 63% des Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Bei deren Verbrennung wird u.a. CO2 freigesetzt, das als Treibhausgas den natürlichen Treibhauseffekt verstärkt und dadurch Einfluss auf das Klimasystem hat. Vermindern lassen sich CO2-Emissionen beispielsweise durch verbesserte Energieeffizienz oder die Umstellung auf CO2-ärmere Technologien, wie dies bei der Kernkraft oder den erneuerbaren Energien der Fall ist.

Zwischen 1990 und 2017 ist der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch von 15,8% auf 22,3% angestiegen. Der Anteil der Wasserkraft am Endenergieverbrauch betrug 2017 knapp 12%. Andere Technologien waren in geringerem Masse an der Produktion erneuerbarer Energie beteiligt.

Seit 1990 ist sowohl das Bruttoinlandprodukt (BIP) wie auch die Wohnbevölkerung stärker gewachsen als der Endenergieverbrauch: 2017 musste 47% weniger Energie eingesetzt werden um einen Franken zu erwirtschaften, und pro Person war der Energieverbrauch um 18% tiefer als im Jahr 1990. Nicht berücksichtigt ist dabei allerdings die sogenannte «graue Energie», also diejenige Energie, die im Ausland für Herstellung und Transport der importierten Produkte benötigt wurde.

 

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