Ökonomische Aspekte

Die Versorgung und der Verbrauch von Energie haben auch eine ökonomische Komponente. Dazu zählen nicht nur Preise oder Ausgaben für Energie, sondern beispielsweise auch steuerliche Aspekte oder die Anzahl Beschäftigte im Energiesektor.

Zwischen 1980 und 2012 haben sich die Endverbraucher-Ausgaben für Energie mehr als verdoppelt und erreichten 33,2 Milliarden Franken. 2018 betrugen sie 28,9 Milliarden Franken. Die beiden grössten Anteile machten die Ausgaben für Strom (34%) und jene für Treibstoffe (44%) aus. Gemessen an der wirtschaftlichen Leistung sind die Endverbraucher-Ausgaben für Energie rückläufig: Beliefen sich diese 1980 auf 7,4% des Bruttoinlandprodukts (BIP), waren es im Jahr 2018 noch 4,2%.

Die Haushalte gaben 2016 im Durchschnitt 262 Franken pro Monat für Energie aus. Darin enthalten sind die Strom- und Heizungskosten am Haupt- und allfälligen Nebenwohnsitz sowie die Ausgaben für Benzin und Diesel. Gemessen am Bruttoeinkommen der Haushalte ist der Anteil Energieausgaben zwischen 2000 und 2016 von 3,1% auf 2,6% gesunken.

Im Vergleich zum Landesindex der Konsumentenpreise LIK sind seit der Erdölkrise der 1970er-Jahre die Strompreise nominal weniger stark gestiegen. Ähnlich wie der LIK jedoch mit grösseren Schwankungen haben sich auch die Gas- und Treibstoffpreise entwickelt. Deutlich stärker zugenommen bzw. fluktuiert haben in derselben Periode hingegen die Heizölpreise.

Energiesteuern setzen sich grösstenteils zusammen aus Treibstoffsteuern, der CO2-Abgabe auf Brennstoffen und dem Netzzuschlagsfonds (NZF). Die Einnahmen aus Energiesteuern haben seit 1995 um 62% zugenommen und betrugen 2018 rund 7,1 Milliarden Franken. Dies entspricht 58% aller Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern, die ausserdem noch Emissionssteuern und Verkehrssteuern umfassen. Für die Höhe der Einnahmen ist neben dem Steuersatz auch die Menge der abgesetzten Energieträger von Bedeutung, die wiederum von der Wirtschaftslage, von der Witterung und vom Preis beeinflusst wird. Der Steuersatz auf Energie belief sich 2018 auf 339 Franken pro Tonne Erdöläquivalente (toe). Diese Einheit ermöglicht es, verschiedene Energieträger miteinander vergleichbar zu machen. Im Verhältnis zu den gesamten Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben sind die Einnahmen aus Energiesteuern zwischen 1995 und 2018 von 4,2% auf 3,7% gesunken.

Während die Bruttowertschöpfung der Branche Energieversorgung (NOGA 35) zwischen 1997 und 2016 real um 52% gesunken ist, hat die Anzahl Beschäftigte dieser Branche um 45% zugenommen. 2016 gab es 26 700 Vollzeitäquivalente, was rund 0,7% der Gesamtbeschäftigung ausmacht. Die Bruttowertschöpfung der Energiebranche belief sich im selben Jahr auf 8 Milliarden Franken (zu laufenden Preisen). Dies entspricht rund 1,2% des Bruttoinlandprodukts BIP.

Nachdem die öffentlichen Ausgaben für Energieforschung ab den frühen 1990er-Jahren zurückgingen, ist seit 2005 wieder eine Zunahme zu beobachten, wobei der Anstieg besonders in den letzten Jahren markant war. 2017 beliefen sie sich insgesamt auf 410 Millionen Franken, wovon der grösste Teil für «Effiziente Energienutzung» (43%) aufgewendet wurde, gefolgt von Ausgaben im Bereich erneuerbarer Energien (35%). Der Bedeutungszuwachs dieser beiden Bereiche ist teilweise auf Kosten der Kernenergie-Forschung erfolgt.

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Bundesamt für Statistik Sektion Umwelt, Nachhaltige Entwicklung, Raum
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