Rahmenprogramme für F+E der Europäischen Union

Dieser Indikator gibt Aufschluss über die finanziellen Beiträge der öffentlichen Hand in der Schweiz zur Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Er bietet auch einen Überblick über die Beteiligung der verschiedenen Sektoren am 3., 4., 5., 6., 7. Und 8. FRP sowie die thematische Fokussierung der Schweizer Projekte.

Dieser Indikator wird in folgenden Dimensionen gezeigt:

Tabellen

Der oberstehende Link führt zur Excel-Datei, welche alle Tabellen und Grafiken des Indikators enthält.

Methodologie

Mit dem 8. FRP – «Horizon 2020» genannt – werden sämtliche Aktivitäten der Europäischen Union für Forschung und Innovation in einem einzigen Programm zusammengefasst. Das Programm umfasst drei Schwerpunkte:

1. Wissenschaftsexzellenz
-  Förderung der Grundlagenforschung, Öffnung neuer Wege für neue und künftige Technologie, Förderung interdisziplinärer Verbundforschung und Unterstützung visionären Denkens;
-  Ausstattung Europas mit Forschungsinfrastrukturen von Weltrang, die allen Forschenden in Europa und darüber hinaus zugänglich sind;
-  Förderung der inner- und aussereuropäischen Mobilität von Forschenden aus Europa und Drittweltländern.
o   Europäische Forschungsrat (EFR)
o   Neue und künftige Technologien (FET)
o   Marie-Skłodowska-Curie-Massnahmen
o   Forschungsinfrastrukturen

2. Führende Rolle der Industrie
-  Innovationsförderung, insbesondere für öffentlich-privaten Partnerschaften in den Bereichen IKT, Nanotechnologien, Biotechnologien usw.;
-  Förderung innovativer KMU und deren Zugang zu Risikofinanzierungen.
o   Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
o   Schlüsseltechnologien (Key Enabling Technologies, KET)
     Mikroelektronik
     Photonik
     Nanotechnologie
     Innovative Werkstoffe
     Produktionssysteme
     Biotechnologie
o   Raumfahrt
o   Innovation in KMU
o   Zugang zu Risikofinanzierungen

3. Gesellschaftliche Herausforderungen 
Förderung interdisziplinärer Projekte als Antwort auf die grossen Herausforderungen, mit denen Europa konfrontiert ist und die kein Mitgliedstaat selber bewältigen kann.
o   Gesundheit: demografischer Wandel, Wohlergehen, Alterung
o   Bioökonomie: Lebensmittelsicherheit, nachhaltige Landwirtschaft, marine und maritime Forschung
o   Energie: Sichere, saubere und effiziente Energie
o   Verkehr: Intelligenter, umweltfreundlicher und integrierter Verkehr
o   Klimawandel und Ressourcen: Bekämpfung des Klimawandels, Ressourcen- und Rohstoffeffizienz
o   Gesellschaft: integrative, innovative und reflektierende Gesellschaften
o   Sicherheit: sichere Gesellschaften

Diese drei Schwerpunkte werden ergänzt durch:

4. EURATOM-Programm

5. Querschnittsprogramme
o   Gemeinsame Forschungsstelle (JRC)
o   Europäisches Innovations- und Technologieinstitut (EIT)
o   Verbreitung von Exzellenz und Ausweitung der Beteiligung an Horizon 2020
o   Wissenschaft mit der und für die Gesellschaft
o   Internationale Zusammenarbeit
o   Geschlecht

Methodologie

Die Forschungsrahmenprogramme (FRP) wurden mit dem Ziel erstellt, die Spitzenforschung in Europa, deren hohe Kosten eine internationale Zusammenarbeit verlangen, zu fördern und zu unterstützen. Die Themen und die Budgets dieser Projekte stammen von der Europäischen Kommission. Finanziert werden die Projekte mittels Beitragszahlungen der EU-Mitgliedsstaaten und der assoziierten Staaten.

Im Laufe der Zeit ändert der Status der Schweiz.
Seit dem 1. Januar 2004 beteiligt sich die Schweiz aufgrund des Forschungsabkommens mit der Europäischen Union als «assoziiertes Land» an den Forschungsrahmenprogrammen der Europäischen Union. Die lange andauernde Phase der projektweisen Teilnahme der Schweiz an den Forschungsrahmenprogrammen der EU ist damit beendet. Seit dem 1. Januar 2004 haben Schweizer Forschende dieselben Rechte und Möglichkeiten wie ihre Partner aus EU-Mitgliedstaaten und erhalten ihre Beiträge wie diese von der Europäischen Kommission.
Die Finanzdaten zum 3., 4. und 5. FRP stammen noch gänzlich aus der projektbezogenen Abrechnung des Bundes, während jene zum 6. FRP noch zum Teil auf diesem alten System (letzte noch offene Bundesbeiträge), zum Teil aber auch schon auf dem neuen Modus beruhen (Beiträge der Europäischen Kommission seit der Verbund). Die Daten des 7. FRP (2007-2013) hingegen beruhen allesamt auf den Beiträgen, die die Europäische Kommission direkt den einzelnen Projektteilnehmern zukommen lässt.

Am 9. Februar 2014 wurden die Verhandlungen bezüglich der Schweizer Beteiligung am 8. FRP (mit dem Titel «Horizon 2020») infolge der Annahme der Initiative «Gegen Masseneinwanderung» durch das Schweizer Volk suspendiert. Daraufhin hat die Schweiz ihren Status als assoziiertes Land verloren, was bedeutet, dass Schweizer Forschende seitens der Europäischen Kommission keine finanzielle Unterstützung mehr erhalten, obwohl sie an internationalen Projekten teilnehmen. Um die Forschenden zu unterstützen, hat der Bundesrat Übergangsmassnahmen beschlossen, die die «projektweise» Finanzierung der Forschenden gewährleisten soll. Diese Finanzierungsart war bereits vor der Beteiligung der Schweiz am FRP in Kraft und nun erneut seit dem 1. Oktober 2014. Die Einführung des neuen Systems hat die Finanzierung der Forschenden für das Jahr 2014 weitgehend verzögert, was einen starken Rückgang der F+E-Aufwendungen des Bundes in Form von Beitragszahlungen zur Folge hatte.

Am 5. Dezember 2014 hat der Bund rückwirkend auf den 15. September 2014 ein Abkommen für eine teilweise Beteiligung am FRP unterzeichnet, das bis Ende 2016 gültig ist. Wenn mit der EU bis dahin keine Einigung erzielt werden kann, fällt die Schweiz in ihren Status als «Drittland» zurück und die Forschenden werden von der EU finanziell nicht mehr direkt unterstützt (gleiche Situation wie vor 2004).

Definitionen

Quellen

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), jährlicher Bericht über die schweizerische Beteiligung, Bern

Links

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Bundesamt für Statistik Sektion Wirtschaftsstrukur und -analysen
Espace de l'Europe 10
CH-2010 Neuchâtel
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